An dem modernen Klettergerüst können Menschen mit und ohne Behinderung mit effektiven Sportübungen den ganzen Körper trainieren. In Möhringen gibt es zudem einen inklusiven Spielplatz.

Stadtleben und Stadtkultur : Alexandra Kratz (atz)

Der Vaihinger Bezirksbeirat will das Thema Barrierefreiheit vorantreiben. Dazu gibt es eine eigene Arbeitsgruppe, und das Gremium hat durchgesetzt, dass Ivo Josipovic als Vertreter für Menschen mit Behinderung ordentliches Mitglied des Gremiums ist. Nun hat der Vaihinger Bezirksvorsteher Kai-Jehle Mungenast die erste barrierefreie Calisthenics-Anlage in Stuttgart eröffnet. Im Grunde handelt es sich dabei um nichts anderes als ein modernes Klettergerüst. An den unterschiedlich angeordneten Eisenstangen können Sportübungen absolviert werden, mit denen man ohne zusätzliche Gewichte oder Geräte den ganzen Körper effektiv trainieren kann.

 

Anders als bei einer regulären Variante stehen die beiden Stangen des Barrens bei der inklusiven Anlage weiter auseinander. So kann die Anlage mit einem Rollstuhl befahren werden. Nach oben hin verengt sich der Parallelbarren wieder, sodass Übende sich hochstützen können. Horizontale Reckstangen auf unterschiedlichen Höhen eignen sich für Klimmzüge. Für den Übergang zur Reckstange gibt es vertikale Halte- und Stützgriffe, die beim Hochstützen vom Rollstuhl unterstützen.

Die Neugestaltung hat auch einen Sicherheitsaspekt

Der stellvertretende Vaihinger Bezirksvorsteher Colyn Heinze betont, dass die Calisthenics-Anlage auch ein Zeichen in Richtung des geplanten neuen Schulcampus’ sei. Und die Umgestaltung des Bereichs an der Vischerstraße sei auch ein Mittel, um den Problemen mit Müll, Vandalismus und Lärm entgegenzuwirken, die es dort in der Vergangenheit gegeben habe.

Die neue Calisthenics-Anlage ist eine von drei Anlagen im Stadtbezirk Vaihingen. Eine Zweite steht im Vaihinger Stadtpark. Die Kosten für beide Anlagen betragen insgesamt 75 000 Euro. 50 000 Euro stammen aus Mitteln zur Umsetzung des Masterplans für urbane Bewegungsräume, weitere 25 000 Euro hat der Bezirksbeirat beigesteuert. Die beiden neueren Anlagen gehen auf eine Initiative des Jugendrats zurück. Zudem befinden sich auf dem Campus Vaihingen der Universität Stuttgart Calisthenics-Geräte.

Ein inklusiver Spielplatz in Möhringen

Auch im Nachbarstadtbezirk Möhringen ist man beim Thema Barrierefreiheit vorangekommen. Dort gibt es seit einiger Zeit einen inklusiven Spielplatz. Auf der Fläche an der Widmaierstraße steht zum Beispiel ein spezielles Karussell, auf dem Kinder mit und ohne Beeinträchtigung ihre Runden drehen können. Zudem kann eines der Trampoline mit einem Rollstuhl befahren werden. Die Planung des inklusiven Spielplatzes begann mit einem Kinderbeteiligungsverfahren. Mädchen und Jungen von der Salzäckerschule, der Tageseinrichtung Widmaierstraße und der Margarete-Steiff-Schule brachten ihre Ideen ein. Sie wünschten sich auch eine Wasserspielanlage. Der Bezirksbeirat Möhringen gab 20 000 Euro aus seinem Budget und erfüllte so diesen Wunsch.