Sportgelände in Stuttgart-Degerloch Bunte Lollis für die Waldau-Besucher

Von Tilman Baur 

Sehr farbenfrohe Stelen sollen den Gästen auf dem großen Sportgelände Waldau in Stuttgart-Degerloch Orientierung und Identifikation bieten. Doch manch einer ist skeptisch.

Die vielen Farben sollen die Logos der auf der Waldau ansässigen Vereine in sich aufnehmen. Foto: z
Die vielen Farben sollen die Logos der auf der Waldau ansässigen Vereine in sich aufnehmen. Foto: z

Degerloch - Sie sind bunt und poppig, kommen in verschiedenen Größen daher – und sorgen bei der Lokalpolitik bislang noch für Stirnrunzeln. Die Rede ist von Stelen in Form von Lollis, die künftig das Kernstück des Orientierungssystems auf der Waldau sein sollen. Das zumindest will die Verwaltung, die mit den Ideen des Wettbewerbssiegers äußerst zufrieden ist. „Das ist etwas ganz Besonderes“, lobte Susanne Frucht vom Stadtplanungsamt den Vorschlag des Büros Uebele, der ein „Hingucker“ sei und der Waldau ein Alleinstellungsmerkmal beschere.

Uebele ist auf visuelle Kommunikation und Orientierungssysteme spezialisiert, hat unter anderem das Corporate Design des Bundestags und das Orientierungssystem auf der Stuttgarter Messe verantwortet. Für die Waldau sieht das Büro nun einen Mix von Stelen vor, die Besuchern eine Orientierung bieten und der Waldau als einheitliches Sportgebiet gleichzeitig eine Identität geben sollen. Beides sind Forderungen, die aus der Planungswerkstatt hervorgegangen waren. Markant sind die vielen Farben, welche die Logos der ansässigen Vereine in sich aufnehmen. „Wir wollten, dass sich alle im System wiederfinden“, erklärte Carolin Himmel, die Geschäftsführerin des Büros. Je nach Sportart sind außerdem Bewegungselemente verarbeitet. So ist etwa in den Fußball-Stelen eine kreisrunde Öffnung, die dazu einlädt, einen Ball passgenau durchzuschießen. Außerdem sind auf den Stelen Grafiken und einen Lageplan.

Vielleicht stiften die Stelen eher Verwirrung?

Den größten Diskussionsbedarf löste die Beschriftung aus, die den Fachjargon der Sportarten aufnehmen und auch keine Anglizismen scheuen. Im Bereich Fußball lesen Besucher beispielsweise „Zuckerpass“, die Tennis-Stele ziert der Begriff „Smash“, und wer zum Basketball will, orientiert sich fortan am Lolli mit der Aufschrift „Alley-Oop“. „Wir sprechen Sport-Deutsch“, erklärte Himmel.

„Ich bin völlig erschlagen“, sagte Michael Huppenbauer (Grüne) und sprach damit fürs das ganze Gremium. Das Konzept sei ungewöhnlich, frisch und lebendig, aber er wisse nicht, ob es nur der Erheiterung diene oder auch der Orientierung. Zwar lobten einige Räte die auffälligen Farben. Sie fürchteten aber, dass deren Beschriftung die Besucher vielmehr verwirren könnte.

Carolin Himmel nahm die Skepsis gelassen. „Wir sind Fachplaner für Orientierungssysteme“, sagte sie. Übersetzung: Wir wissen, was wir tun. Die bunten Farben habe man bewusst gewählt, damit sich alle Vereine im System wiederfinden könnten. „Das Sprachkonzept dient der intuitiven Orientierung“, so Himmel, prägnante Begriffe seien dabei wichtig. Wie diese am Ende heißen würden, stünde aber noch nicht endgültig fest. Eine Abstimmung gab es einstweilen nicht.

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