Sportgymnastik Der Gast aus Georgien soll länger bleiben

Gocha Budagashvili, Ballettmeister aus Georgien, in Schmiden Foto: Privat
Gocha Budagashvili, Ballettmeister aus Georgien, in Schmiden Foto: Privat

Gocha Budagashvili, 51 und ein renommierter Ballettmeister, wird die Sportgymnastinnen am Bundesstützpunkt in Schmiden wohl auch künftig unterstützen.

Fellbach: Thomas Rennet (ren)

Schmiden - Woche für Woche sind derzeit ausgewählte Sportgymnastinnen des Schmidener Bundesstützpunkts am Olympischen Trainingszentrum Kienbaum. Die Vorbereitungstage am Liebenberger See, rund 40 Kilometer östlich von Berlin gelegen, bieten ein wenig Abwechslung in der Coronakrise, in der die Spitzensportlerinnen zwar an den Feinheiten ihrer Fertigkeiten arbeiten dürfen, auf Turnierreisen aber noch verzichten müssen. Gerade hält sich die Nationalgruppe in Kienbaum auf. Nathalie Köhn, Noemi Peschel und ihre Nationalteamgefährtinnen sehen den Europameisterschaften entgegen, die vom 9. bis 13. Juni in Varna ausgetragen werden sollen. In Bulgarien wollen sie ihre – kleine – Qualifikationschance für die Olympischen Spiele in Tokio nutzen, vom 23. Juli bis zum 8. August geplant. Bis auf Weiteres sind das Fixpunkte im Trainingsalltag – auch in diesen Tagen in Brandenburg.

Mit dabei in Kienbaum ist auch Gocha Budagashvili. Der Ballettmeister aus Georgien unterstützt die Cheftrainerin Camilla Pfeffer und deren Assistentin Judith Hauser bei der täglichen Detailarbeit. Das ist in der Nähe der Hauptstadt der Republik nicht anders als in Schmiden, dem Hauptort der Rhythmischen Sportgymnastik im Land. Seit Anfang Dezember ist der 51-Jährige als fachkundiger Berater an der Seite der Trainerinnen am Bundesstützpunkt, auch an der Seite von Yuliya und Natallia Raskina, die den Einzelgymnastinnen den Weg weisen. Der ehemalige Solist am staatlichen Sacharia-Paliaschwili-Theater für Oper und Ballett in Tiflis galt rasch als Wunschkandidat für die Nachfolge von Vladimir Komkov, 70, seit dem 1. Januar im Ruhestand. „Er hat einen Sportgymnastik-Hintergrund, und das haben eben nicht alle Choreografen. Außerdem bringt er neuen Pfiff hinein“, sagte Isabell Sawade, die Teamchefin des Deutschen Turner-Bundes (DTB), bereits kurz vor Weihnachten über Gocha Budagashvili, der viele Jahre schon als Choreograf für das bulgarische Nationalteam und zuletzt in Österreich gearbeitet hatte.

Noch sind formelle Hürden zu bewältigen

Auch Michael Breuning, der beim Schwäbischen Turnerbund (STB) dem Spitzensport vorsteht, kann sich „eine längerfristige Zusammenarbeit“ vorstellen. Der Gasttrainer soll mithin bald fest angestellter Balletttrainer am Stützpunkt sein. Vorher allerdings sind im Hinblick auf Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis formelle Hürden zu bewältigen. „Wir müssen zuerst alle Dokumente zusammenhaben“, sagt Isabell Sawade. In dieser Causa wird Gocha Budagashvili in wenigen Tagen zurück in seine georgische Heimat fliegen.

Derzeit bringt er seine Expertise am Olympischen Trainingszentrum Kienbaum ein. Und schon bald wird er womöglich in Schmiden eben so zum gewohnten Bild im Nationalmannschaftszentrum gehören wie über fast zwei Jahrzehnte hinweg sein Vorgänger Vladimir Komkov.




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