Schmidener Sportgymnastinnen bei der WM Die Vorfreude auf die Premiere ist groß

In Moskau starten Margarita Kolosov, Julia Wolf, Daniella Kromm,  Alina Oganesyan,  Regina Stoljartschuk,  Hanna Zernickel und Darja Varfolomeev (von links).   Foto: Eva Herschmann Foto:  
In Moskau starten Margarita Kolosov, Julia Wolf, Daniella Kromm, Alina Oganesyan, Regina Stoljartschuk, Hanna Zernickel und Darja Varfolomeev (von links). Foto: Eva Herschmann

In Moskau beginnen die ersten Weltmeisterschaften der Juniorinnen mit Margarita Kolosov, Darja Varfolomeev und der Nachwuchs-Nationalgruppe vom Bundesstützpunkt in Schmiden.

Fellbach: Eva Herschmann (eha)
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Schmiden/Moskau - Seit Tagen leben die Gymnastinnen vom Bundesstützpunkt in Schmiden und ihre Trainerinnen – Elena Khadartsev, die für die Gruppe verantwortlich ist, Yuliya Raskina, die die Einzelgymnastinnen trainiert, sowie Ballettmeisterin Ludmilla Titkova – aus dem Koffer. Nachdem sie sich mehr als eine Woche im Olympiastützpunkt in Kienbaum intensiv vorbereitet hatten, sind sie am frühen Mittwochmorgen von Berlin aus nach Moskau geflogen.

Isabell Sawade ist als Mitglied des Technischen Komitees des Gymnastik-Weltverbandes FIG bereits seit geraumer Zeit in Moskau

In der russischen Hauptstadt beginnen an diesem Freitag die ersten Juniorinnen-Weltmeisterschaften – mit 129 Einzelgymnastinnen aus 57 Ländern und 32 Nationalgruppen. Für den Deutschen Turner-Bund (DTB) sind Margarita Kolosov und Darja Varfolomeev sowie die Schmidener Juniorinnen-Gruppe mit der Kapitänin Hanna Zernickel, Alina Oganesyan, Daniella Kromm, Regina Stoljartschuk und Julia Wolf am Start. Isabell Sawade, die DTB-Teamchefin für Rhythmische Sportgymnastik, ist als Mitglied des Technischen Komitees des Gymnastik-Weltverbandes FIG bereits seit geraumer Zeit in Moskau. Sie hat vor allem die mittel- und langfristige Entwicklung im Blick, aber dennoch Hoffnung auf ein gutes Abschneiden des deutschen Teams bei den ersten Juniorinnen-Weltmeisterschaften überhaupt. „Wir wollen im Einzel auf längere Sicht international wieder den Anschluss finden, und mit Margarita Kolosov haben wir die seit Jahren dominierende deutsche Gymnastin in ihrer jeweiligen Altersklasse dabei.“

Den Part mit den Keulen übernimmt die zwölfjährige Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden

Die 15-Jährige vom SC Potsdam, die seit mehr als zweieinhalb Jahren in Schmiden trainiert, wird in Moskau ihre Übungen mit drei Geräten präsentieren – Ball, Seil und Band. Den Part mit den Keulen übernimmt die zwölfjährige Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden, die das erste Jahr bei den Juniorinnen absolviert. „Wir wollen ihr die Chance geben, WM-Luft zu schnuppern und Erfahrungen in so einem Feld zu sammeln“, sagte Isabell Sawade. Nicht so leicht fällt der Teamchefin eine Prognose, was den Gruppen-Wettkampf angeht. „Die Junioren-Gruppen aus Übersee kenne ich noch nicht. Ich kann nicht einschätzen, wie beispielsweise Japan oder die USA einzuordnen sind.“ Zuversichtlich stimmt Isabell Sawade, dass die Nachwuchsauswahl bei den Europameisterschaften der Juniorinnen im Mai in Baku Platz zehn erreicht hat. „Ich hoffe, dass die Mädchen das in etwa bestätigen können“, sagte die Teamchefin.

Kathrin Igel, die Leiterin des Stützpunkts in Schmiden, wird etwas konkreter. „Wenn Margarita ein Gerätefinale erreicht, wäre es schon toll, und auch für die Gruppe liebäugle ich mit einer Finalteilnahme.“ Und das trotz des Wasserschadens, der die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften störte, weil beide Übungshallen in Schmiden derzeit nicht benutzt werden können. „Ich denke, dass es keine Auswirkungen auf die sportlichen Leistungen hat. Trainer und Gymnastinnen haben nicht lange lamentiert, sondern sich schnell mit der Situation arrangiert. Alle waren dankbar, dass uns die Sporthalle in Schmiden zur Verfügung stand und alle Schulen mitgezogen haben.“

Abends bestreiten die Gruppen ihre zweite Qualifikationsrunde

Kathrin Igel ist wie die Gymnastinnen am Mittwoch nach Moskau gereist. Wenn auch nicht in offizieller Mission. „Ich reise als Fan zusammen mit den Eltern der Gymnastinnen“, sagte Kathrin Igel. Jedes Mädchen habe mindestens ein Elternteil, manche sogar mehrere Verwandte dabei. „Familie Kolosov reist komplett mit, um Margarita zu unterstützen. Sogar Alissa, die große Schwester, hat schulfrei bekommen.“ Auch Darja Varfolomeev, die zweite Einzelstarterin für Deutschland, kann auf starke Unterstützung setzen. Denn ihre in Russland lebende deutschstämmige Familie hat sich ebenfalls angekündigt – und alle freuen sich auf ein Wiedersehen mit der Tochter, die seit Oktober in Schmiden trainiert und im Gymnastikinternat wohnt.

Alle werden die Daumen drücken, wenn an diesem Freitag von 9 Uhr an Moskauer Ortszeit Margarita Kolosov mit Seil und Ball in der Qualifikation gefordert ist und am Abend von 18.30 Uhr an die Juniorinnen-Nationalgruppe mit ihrer ersten Übung antritt. Am Samstagmorgen geht es von 9 Uhr an Ortszeit für Margarita Kolosov mit dem Band weiter, während Darja Varfolomeev ihren Auftritt mit den Keulen hat. Abends bestreiten die Gruppen ihre zweite Qualifikationsrunde. Am Sonntag folgen dann die Gerätefinals in der Einzelgymnastik und bei den Gruppen – vielleicht mit deutscher Beteiligung.




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