Sporthallen-Neubau in Ostfildern Eine Studie wirbt für die große Hallenlösung

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Der TV Nellingen betont, dass die Stadt von der Bekanntheit der Erstliga- Handballerinnen profitiert. Deshalb sollte ein Neubau für die marode Sporthalle 1 nach Ansicht der Sportler mindestens 1000 Zuschauern Platz bieten.

In manchen Heimpartien  spielen die  Hornets vor ausverkauftem Haus. Foto: Steinert/Archiv
In manchen Heimpartien spielen die Hornets vor ausverkauftem Haus. Foto: Steinert/Archiv

Ostfildern - Die Sportler des Turnvereins Nellingen (TVN) kämpfen wie die Löwen für eine neue große Halle mit einer Zuschauerkapazität für mindestens 1000 Besucher. Dass sie diese Größe bei einem Neubau für die marode Sporthalle 1 in Ostfildern benötigen, steht für den TVN außer Frage. Der Verein versucht das unter anderem mit einer Studie zu belegen, welche die Bedeutung der TVN-Bundesliga-Handballerinnen „Schwaben Hornets“ für die Stadt unterstreicht. Am Dienstagabend wurden die Zahlen und die sich daraus gezogenen Schlussfolgerungen vorgestellt. Sie sollen die Stadträte davon überzeugen, dass eine große auch die beste Hallenlösung für Ostfildern ist.

Kaufkraftzuwachs für die Stadt

Mancher habe nach der Vorstellung der Studie von einer „Verkaufsveranstaltung“ des Vereins gesprochen, sagt Tobias Schramek, der Geschäftsführer des TV Nellingen. Dem widerspricht er auch gar nicht, „denn wir wollen ja unseren Wunsch und den aus unserer Sicht notwendigen Bedarf, eine große Halle zu bauen, verkaufen und dafür werben“ – und dies zudem mit Zahlen untermauern. Demnach bringe der Betrieb bei den Bundesliga-Heimspielen der Hornets beispielsweise rund 142 000 Euro an realem Kaufkraftzuwachs pro Saison. Rein rechnerisch würden daraus rund 4,1 Arbeitsplätze in der Stadt „finanziert“, darunter 3,4 in der Gastronomie. Weitaus bedeutender sei aber der Werbeeffekt einzuschätzen, der von den Erstliga-Handballerinnen ausgehe. Umfragen bei den Zuschauern und den Sponsoren belegten das.

Dass im Stadtteil Nellingen anstatt der alten Sporthalle 1 – unweit des bisherigen Standorts – ein Neubau her muss, steht nicht zur Diskussion. Wohl aber, welche Dimension dieser haben soll. Der Verein wolle zumindest den Status quo von rund 1000 Zuschauern halten, sagt Schramek. Zwar würde ein Bundesligabetrieb auch bei einer Kapazität von 750 genehmigt, und auch der Zuschauerschnitt von rund 450 pro Heimspiel spreche nicht dafür. Doch stecke laut der Studie durchaus „Zukunftspotenzial“ in den schwäbischen Hornissen – bei den Sponsoren ebenso, wie bei den Besucherzahlen. Bei den rund vier Heimspielen mit Derbycharakter lägen diese ohnehin schon bei „1000 plus“, wie auch das Projekt des TVN genannt wird. Der Vorschlag, die „Spitzenbegegnungen“ auswärts, beispielsweise in der neuen Halle in Esslingen-Weil auszutragen, sei schon rein aus logistischen Gründen nicht machbar, so Schramek. Viele Handballfreunde scheuten sich zudem, die Spiele live in der Halle zu verfolgen, weil sie schon alleine der katastrophale Zustand der sanitären Einrichtungen abschrecke, sagt Schramek. Zudem würden auch bei manchen Vereins- und Schulveranstaltungen Kapazitäten für bis zu 1000 Zuschauer benötigt.

Entscheidung Anfang kommenden Jahres

Doch für die Gemeinderatsfraktionen zählen am Ende die Kosten, die der Neubau verursacht. Bisher haben sich nur die Freien Wähler deutlich für eine neue Sporthalle mit einem Fassungsvermögen von mindestens 1000 Zuschauern ausgesprochen. Für eine große Lösung, allerdings mit 1200 Zuschauern und Tribünen an beiden Längsseiten, hatte die Verwaltung gut 14 Millionen Euro veranschlagt. Die kleinere Variante mit 750 Zuschauern war auf rund 11,8 Millionen Euro geschätzt worden. Nun will die Verwaltung für die Entscheidungsfindung anfang des kommenden Jahres verlässliche Zahlen darüber liefern, mit welchen Investitionen für verschiedene denkbare Varianten zu rechnen wäre.




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