Keine Frage: Gemeinderätinnen und Gemeinderäte müssen Abwägungen treffen, die kommunalen Finanzen im Blick haben und mit Steuergeld sorgsam umgehen. Und, gar keine Frage: Auch Gemeinderäte sind ehrenamtlich tätig. Gerade aus diesem Grund ist das Vorgehen der vier Wernauer Ratsfraktionen, die jetzt einen Sperrvermerk für die erste Planungsrate zum Bau einer neuen Sporthalle beantragen, umso weniger nachvollziehbar.
Keine Frage: Man kann und darf der Meinung sein, dass die dafür zunächst veranschlagten 200 000 Euro – bei einem städtischen Gesamthaushaltsvolumen von knapp 40 Millionen Euro – zu viel sind. Und, keine Frage: Man muss und sollte in verantwortlicher Position den Fokus auf die kommunalen Pflichtaufgaben richten, also jedwede Freiwilligkeitsleistung auf den Prüfstand stellen. Dennoch gehört ein gerüttelt Maß an Kommunikation und Einfühlungsvermögen ebenso zum kleinen Einmaleins der kleinen Politik.
Denn was die neue Sporthalle in Wernau angeht, haben sich nicht nur die Sportvereine mit vielen Stunden, mit jeder Menge Vorarbeit und mit einer ordentlichen Portion Hirnschmalz eingebracht. Auch die Bevölkerung hat sich engagiert: in einer dialogischen Bürgerbeteiligung mit dem klaren Votum, dass eine weitere Sporthalle dringend nötig ist und dass es damit obendrein möglichst zügig vorangehen sollte.
Beim Bürgerforum im Dezember gab es noch keine Bedenken seitens der Ratsmitglieder, zumindest keine öffentlich geäußerten. Wann, wie und warum es zu einer Kehrtwende kam? Das blieb für die Sportvereinsvertreter und die Menschen in Wernau bislang im Verborgenen, weil nicht mit ihnen gesprochen wurde. Auf die Finanzen zu achten, ist – wie gesagt – eine wichtige Aufgabe der Kommunalpolitik. Doch knapp bei Kasse ist Wernau nicht erst seit gestern. Es hätte den zaudernden Räten also besser zu Gesicht gestanden, ihre Bedenken frühzeitig zu äußern und nicht klammheimlich das Ergebnis der Bürgerbeteiligung zu missachten.