Sportkegeln Das große Ziel ist für die Denkendorfer zum Greifen nah

Christian Dieterich und die Sportkegler des TSV Denkendorf trainieren für den Aufstieg in die Bundesliga. Foto: Kerstin Dannath

Die Denkendorfer Sportkegler stehen vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht, nur ein paar neue Sponsoren fehlen.

Konzentration, Präzision, Ausdauer – Sportkegeln ist viel mehr als ein Wirtshausvergnügen mit einem Bier in der Hand. Außer es gibt mal wieder was zu feiern – was beim TSV Denkendorf in dieser Zweitliga-Saison öfter vorkommt. Vermutlich auch an diesem Samstag wieder. Denn gewinnt die erste Denkendorfer Männermannschaft gegen den KRC Kipfenberg, ist der Aufstieg in die Bundesliga bereits drei Spieltage vor Saisonende unter Dach und Fach – und das ab 14 Uhr vor heimischem Publikum.

 

Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es endlich klappt: Die Denkendorfer sind mit sieben Punkten Vorsprung Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd, für die Kipfenberger geht es als Vorletzter indes um den Klassenverbleib. Bereits im Hinspiel in Bayern setzte sich das TSV-Team mit 7:1 klar durch. Die Nervosität hält sich bei Denkendorfs Spieler Marcel Volz derweil in Grenzen. „Es herrscht sicherlich ein anderer Druck, aber eigentlich sollte es funktionieren“, meint Volz, der gleichzeitig Abteilungsleiter bei den Denkendorfer Sportkeglern ist. Etwas anders verhält es sich bei seiner Ehefrau Christina, die das Team seit dem Zweitliga-Aufstieg 2020 zusammen mit Uwe Jauß trainiert: „Ich bin schon nervös, wir haben so lange auf den Aufstieg hingearbeitet. Jetzt ist das Ziel zum Greifen nah.“

Jung und doch erfahren

In den letzten beiden Spielrunden schrammten die Denkendorfer als Vizemeister jeweils knapp am Aufstieg vorbei – hoch geht bei den Keglern nur der Meister, eine Relegation gibt es nicht. „Wir spielen in dieser Konstellation jetzt die vierte Saison zusammen, wir sind um einiges reifer geworden“, sagt Marcel Volz – auch wenn die Denkendorfer mit einem Altersschnitt von 27 Jahren mit Abstand das jüngste Team der Liga sind. „Wir arbeiten schon ein paar Jahre am Aufstieg“, ergänzt Christina Volz. Und wo in der Vergangenheit Spiele noch ganz knapp verloren wurden, war das Glück diese Saison meist auf der Seite des TSV-Teams. Spätestens als am 3. Spieltag der größte Konkurrent Gut Holz Sandhausen – aktuell mit neun Punkten Rückstand auf Platz zwei der Tabelle – mit einer 2:6-Schlappe wieder nach Hause geschickt wurde, habe er an den Aufstieg geglaubt, sagt Marcel Volz. Und auch falls die Nerven gegen Kipfenberg doch nicht mitspielen sollten, bleiben noch drei Chancen übrig: „Uns reicht in den noch ausstehenden Partien ein Sieg zum Titel.“

Ihre Hausaufgaben haben die Denkendorfer inzwischen erledigt: Bereits im vergangenen Jahr wurden die vier vereinseigenen Kegelbahnen erstligatauglich gemacht. Kostenpunkt: 60000 Euro – getragen über Zuschüsse der Gemeinde, dem Württembergischen Landessportbund und dem Hauptverein. 27 Prozent der Kosten musste die Sportkegelabteilung allerdings selbst beisteuern. „Da mussten wir schon eine Weile sparen“, erklärt Marcel Volz. Das Geld ist knapp – zudem wird der Etat für das Bundesligateam, bislang rund 5000 Euro pro Saison, nach einem Aufstieg nicht mehr reichen. „Den Etat müssen wir erhöhen, denn in der Bundesliga stehen weitere Auswärtsfahrten an, die auch Übernachtungskosten nach sich ziehen werden“, sagt Trainerin Volz.

Spielergehälter sind kein Thema

Die Denkendorfer hoffen, dass sie durch den Aufstieg weitere Sponsoren ins Boot bekommen. Spielergehälter gibt es bei ihnen im Gegensatz zu anderen Vereinen übrigens nicht. „Es gibt sechs bis sieben Kegelclubs in Deutschland, die Geld in die Hand nehmen“, sagt Marcel Volz. Die Gehälter bewegen sich meist im vierstelligen Bereich pro Spieler – allerdings pro Saison, was im Vergleich zu anderen Sportarten natürlich eher wie ein Nasenwasser wirkt. Für die Denkendorfer ist das trotzdem kein Thema. „Wir wollten noch nie ein Verein sein, der aus eingekauften Spielern besteht“, stellt Christina Volz klar. Man setze voll auf den eigenen Nachwuchs: „Wir wollen unsere eigene Jugend voranbringen“, bestätigt Marcel Volz.

Zwar sei man für die kommende Saison mit zwei potenziellen Zugängen für das Bundesligateam im Gespräch, die seien aber von selbst gekommen. „Wir waren noch nicht aktiv auf der Suche nach Spielern“, sagt Marcel Volz. Gerne gesehen wären indes mehr Jugendspieler, weswegen die Denkendorfer Sportkegler auch beim örtlichen Sommerferienprogramm mitmischen und eine intensive Kooperation mit den Grundschulen pflegen. Freuen würden sie sich auch über viel Support am Samstag beim Heimspieltag gegen Kipfenberg. Der Eintritt ist frei. Gespielt wird direkt neben der Sportsbar „Didi’s Ersatzbank“ am Stadion.

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