Sportler des Jahres in Esslingen Stolz und neue Erkenntnisse
Anni Bantel vom TSV Berkheim, Moritz Silberhorn vom TV Hegensberg und die weiblichen U-18-Judoka des KSV Esslingen sind Esslinger Sportlerin, Sportler und Team des Jahres 2025.
Anni Bantel vom TSV Berkheim, Moritz Silberhorn vom TV Hegensberg und die weiblichen U-18-Judoka des KSV Esslingen sind Esslinger Sportlerin, Sportler und Team des Jahres 2025.
Während vor ihnen der Esslinger Sportler und die Mannschaft des Jahres 2025 geehrt wurden, hatten sich Nives Podvorec und Anni Bantel, im hinteren Teil der Bühne auf einem Sprungkasten sitzend, einiges zu erzählen. Die beiden 15-Jährigen waren mal zusammen in einer Schulklasse – und landeten bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres auf den Plätzen drei uns eins. „Ich dachte, dass Nives gewinnt, sie hätte es auch verdient“, sagte Turnerin Bantel vom TSV Berkheim später über die Karateka von Shotokan Esslingen, freute sich aber sehr über ihre bereits zweite Wahl nach 2023.
Die Auszeichnung der Besten der Besten des vergangenen Sportjahres war der Höhepunkt eines Ehrungsmarathons. 258 Sportlerinnen und Sportler wurden ausgezeichnet, wobei einige wenige fehlten, weil sie andernorts schon wieder um neue Bestleistungen und Titel kämpfen. ARD-Moderator Tom Bartels führte gewohnt kompetent und launig durch das Programm und Kurzinterviews. Eröffnet wurde der Abend mit dem ebenfalls schon traditionellen Sport-Talk, bei dem sich die Sportgymnastin Margarita Kolosov, die Turnerin Meolie Jauch und EZ-Sportchef Sigor Paesler über das Verhältnis zwischen Sport und Medien unterhielten.
Die Olympia-Vierte Kolosov begeisterte später mit einer Kostprobe ihres Könnens. Den Abschluss bildeten Tänzerinnen und Turnerinnen des TSV Berkheim mit einer ebenfalls beeindruckenden Vorführung.
Bei der Wahl der Sportlerin, des Sportlers und der Mannschaft des Jahres entschied sich die Jury bestehend aus Vertretern der Stadt, des Sportverbandes Esslingens und der Eßlinger Zeitung für viel Nachwuchs. Bantel wurde zum Abschluss ihrer turnerischen Jugendzeit – mit 16 Jahren gehört man hier schon zu den Erwachsenen – nicht nur in 2025 deutsche Jugendmeisterin am Stufenbarren, sie hatte zuvor in jeder Altersklasse diesen Titel gewonnen. Im Moment kämpft sie sich nach einem Bänderriss im rechten Fuß zurück ins Training, wird ihrem Berkheimer Team aber mindestens beim Zweitligaauftakt Ende Mai fehlen.
Zweite wurde Cross-Triathlon-Weltmeisterin und Vorjahressiegerin Alexandra Rudl, auch bei den Männer wurde der Erste des vergangenen Jahres, der Rollstuhlfechter Serhii Shavkun, 3. der Weltmeisterschaften mit dem Degen, Zweiter. Sportler des Jahres wurde der deutsche Enduro-Mountenbike-Meister Moritz Silberhorn vom TV Hegensberg. Auch er war erfreut und überrascht: „Ich dachte nicht, dass ich es werde.“ Als ihn Bartels zuvor bei der „normalen“ Ehrung für seinen Titel ausführlich interviewte, dämmerte ihm aber, dass es zumindest zu einem der ersten drei Plätze reichen könnte.
Bei den Mannschaften setzte sich die weibliche U 18 des KSV Esslingen durch, die überraschend deutscher Judo-Meister geworden war. Gut zwei Jahre nach dem Rückzug des Bundesligateams des KSV ist das für das stolze Vorstandsmitglied Harald Lupp „eine Genugtuung. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir es auch ohne Bundesliga schaffen, Sportler nach vorne zu bringen“. Als zusätzliche Belohnung erhielten die drei Erstplatzierten jeweils 500 Euro von der Erika-Salzmann-Kern-Stiftung, wie deren Vorstandsmitglied Ulrich Fehrlen verkündete.
Der unterhaltsame Abend im Sportpark Weil brachte derweil einige interessante Erkenntnisse. Etwa, dass Esslingen im Karnevalstanz besser ist als Köln, dass Top-Judoka Julian Maier einen Comicladen betreibt, dass man im Motorboot-Sport beide Gehirnhälften braucht, dass Esslingen mittlerweile auch eine Cricket-Hochburg ist, dass die Wassertemperaturen im Merkel’schen Hallenbad einen durchaus auf einen Wettkampf im 13 Grad kalten Freiwasser vorbereiten können, dass OB Matthias Klopfer nach dem Ende seiner Amtszeit mit dem Cross-Triathlon liebäugelt – und dass sich eine junge Shotokan-Karateka wohl noch lange an den Abend erinnern wird, weil sie auf dem Weg zur Bühne einen Milchzahn verlor. Und auch Anni Bantel nahm mehr mit nach Hause als ihre Auszeichnung.
Frauen
1. Anni Bantel (TSV Berkheim/Turnen) , 2. Alexandra Rudl (Nonplusultra Esslingen/Cross-Triathlon), 3. Nives Podvorec (Turnerschaft Esslingen/Karate)
Männer
1. Moritz Silberhorn (TV Hegensberg/Mountainbike), 2. Serhii Shavkun (SV 1845 Esslingen/Fechten), 3. Dominic Schneider (TSV Berkheim/Schwimmen)
Teams
1. KSV Esslingen U18 (Judo), 2. RC Oberesslingen U23 (Radball), 3. SV 1845 Esslingen (Cricket)
Nachwuchs
Tim Stiner (Motor Yacht Club Esslingen)