Sportlerehrung Akrobatik und überraschende Erkenntnisse

Das Duo Jim und John von den Cosmic Artists begeistert das Publikum. Foto: Andreas Gorr
Das Duo Jim und John von den Cosmic Artists begeistert das Publikum. Foto: Andreas Gorr

Die Cosmic Artists aus Berlin begeistern das Publikum in der Stadthalle. OB Schuler verspürt keinen Wehmut bei seiner letzten Sportlerehrung. Das Geheimnis der Wahl zum Sportler des Jahres ist gelüftet.

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Leonberg - Mit leichter Verspätung hat am Mittwochabend die Sportlergala in der Leonberger Stadthalle begonnen. Wegen des großen Zuschauerandrangs mussten die fleißigen Helfer schnell noch zusätzliche Stühle aufstellen. Doch ruhig sitzen konnten die wenigsten Besucher, denn gleich zu Beginn zeigte eine Rock n’Roll-Formation des MTV Stuttgart unter anderem zu „Everybody needs somebody to love“ aus dem Film „Blues Brothers“ ihr Können und brachte das Publikum zum rhythmischen Klatschen.

Abschied ohne Wehmut Zum 24. und letzten Mal überreichte Leonbergs Oberbürgermeister Bernhard Schuler Medaillen und Urkunden an erfolgreiche Sportler. Ob er nicht ein wenig Wehmut empfinde, fragte Nathalie Mainka, Sportredakteurin unserer Zeitung und zusammen mit dem Kollegen Andreas Klingbeil das Moderatoren-Duo der Sportlergala. „Überhaupt nicht“, antwortete der Schultes, „das liegt am Arbeitspensum, das ich noch vor mir habe“. Andreas Klingbeil hatte ausgerechnet, dass Schuler in den 24 Jahren rund 3000 Hände geschüttelt habe. „Was bleibt davon übrig, außer Schwielen an den Händen?“, wollte er wissen. Schuler meinte, dass ihn stets das hohe Niveau, auf dem sich die Sportler bewegen, beeindruckt habe. „Dazu bedarf es der Disziplin und desFleißes sowie eines Umfeldes, das die Sportler trägt“, weiß der Oberbürgermeister nur zu gut. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm ein junger Judoka, der auf die Frage nach seinen sportlichen Zielen ohne Umschweife „Olympia“ geantwortet habe. „Der hatte noch Ziele“, sagte Bernhard Schuler. Auch ein Interview mit dem Boxer Jürgen Wiedemann ist ihm noch im Gedächtnis: „Er hat erzählt, dass Boxen und Golf den Schwung aus dem ganzen Körper als Gemeinsamkeit haben“, erzählte Schuler. Die Sportlerehrungen seien tolle Veranstaltungen gewesen, bei denen er sich stets sehr wohl gefühlt habe. Als auf einer Leinwand Bilder seiner ersten Sportlerehrung aus dem Jahr 1994 gezeigt wurden, kommentierte Schuler dies mit den Worten: „Ich bin weiser und gewichtiger geworden“, um gleich darauf an die Zuschauer gewandt hinzuzufügen: „Wenn Sie diese Bilder sehen, wissen Sie, warum ich aufhöre.“

Ehrung Traditionell wird im Rahmen der Sportlergala auch ein Ehrenamtlicher für besondere Verdienste im Sport ausgezeichnet. Diesmal wurde Jürgen Gairing vom SV Gebersheim diese Ehre zuteil. Er habe als Kassenprüfer angefangen und anschließend eine Funktion nach der anderen bis zum Vorsitzenden in dem Mehrspartenverein bekleidet, begründete Schuler die Auszeichnung. Damit sei er in bester Familientradition in die Fußstapfen seines Vaters getreten, der ebenfalls sehr aktiv im Verein gewesen sei. Als Fußballtorwart habe es Jürgen Gairing sogar bis in die Landesliga geschafft. „Sie haben viel Arbeit und Energie in den Verein gesteckt“, lobte Schuler den mittlerweile stellvertretenden Vorsitzenden. Zudem seien unter seiner Führung neue Kooperationen mit dem TSV Eltingen eingegangen worden.

Akrobatik mit Besen und Rad Für ungläubiges Staunen sorgte das Duo Jim und John von den Cosmic Artists aus Berlin, das mit einer Boden- und Partner-Akrobatik beeindruckte und dabei auch noch Besen zum Einsatz brachte. „Da könnte man sich glatt Anregungen für die schwäbische Kehrwoche holen“, meinte Moderatorin Nathalie Mainka. Akrobatik mit dem BMX-Rad bot Chris Böhm, der einen Guinessbuch-Weltrekord für die schnellsten Drehungen auf dem BMX-Rad hält.

Überraschendes zu Badminton Wer Badminton bisher mit Federball gleichgesetzt hatte, wurde bei der Sportlerehrung eines Besseren belehrt. Philipp Espenschied und Matthias Mühleisen aus dem Baden-Württembergligateam der SG Feuerbach/Korntal demonstrierten die verschiedenen Schlagarten Clear, Drive, Drop und Smash. Mit welcher Intensität Badminton gespielt wird, verdeutlichen ein paar Vergleichszahlen mit dem Tennis: Während Boris Becker und Kevin Curren beim Wimbledon-Finale 1985 rund 3,2 Kilometer zurücklegten, liefen Han Jian und Morten Frost 1985 beim WM-Finale im Badminton 6,4 Kilometer. Pro Ballwechsel gab es beim Tennis 3,4 Berührungen, beim Badminton 13,5. Den 1004 Schlägen beim Tennis standen 1972 beim Badminton gegenüber. Die reine Spielzeit betrug beim Tennis (Gesamtdauer 3:18 Stunden) 18 Minuten, was neun Prozent entspricht, beim Badminton (Gesamtdauer 1:16 Stunden) 37 Minuten und somit 48 Prozent. Abteilungsleiter Volker Heß von der TSG Leonberg lud Interessierte ein, zu Schnupperstunden vorbeizuschauen. Man habe inzwischen wieder ausreichend Hallenkapazitäten.




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