InterviewSportlicher Leiter der U 21 im Interview Was sich Michael Gentner vom VfB Stuttgart II für 2020 wünscht

Von Jürgen Frey 

Der VfB Stuttgart II kämpft um den Aufstieg in die Regionalliga. Der Sportliche Leiter Michael Gentner sagt im Interview, was besser werden muss, um das Ziel zu erreichen und gibt Einblicke in mögliche Kaderveränderungen.

Haben den Unterbau des VfB fest im Blick: Der Sportliche Leiter Michael Gentner (re.) und Nachwuchs-Chef Thomas Krücken. Foto: Baumann
Haben den Unterbau des VfB fest im Blick: Der Sportliche Leiter Michael Gentner (re.) und Nachwuchs-Chef Thomas Krücken. Foto: Baumann

Stuttgart - Der VfB Stuttgart II hat eine sehr gute Ausgangsposition im Rennen um den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga. Dennoch ist Michael Genter mit der Hinrunde in der Oberliga nicht ganz zufrieden: „Wir werden uns weiter steigern müssen, um am Ende ganz oben zu stehen“, sagt der Sportliche Leiter.

Herr Gentner, der VfB II überwintert nur auf Platz drei. Wie sehr ärgert Sie im Nachhinein der Spielausfall beim FC Nöttingen?

Wir hätten gerne gespielt, gar keine Frage. Zumal wir gut in Form waren. Und wir hätten gerne auch als Tabellenführer überwintert. Aber da wir nicht spielen konnten, mussten wir damit rechnen, dass die Stuttgarter Kickers ihre Hausaufgaben machen und uns mit einem Heimsieg gegen den FV Ravensburg überholen werden. Etwas überraschend kam der Auswärtssieg des 1. Göppinger Sportverein beim FC 08 Villingen. Doch zum Glück läuft uns das Spiel in Nöttingen ja nicht weg. Wenn wir da punkten, ziehen wir wieder vorbei.

Wann wird das Spiel nachgeholt?

Am 22. Februar 2020 um 14 Uhr. So hat es der WFV festgelegt.

Wie wirkt sich der frühere Punktspielstart 2020 auf die Vorbereitung aus?

Nicht entscheidend. Wir beginnen wie vorgesehen am 16. Januar mit dem Training. Statt wie ursprünglich geplant am 22. Februar gegen die SpVgg Greuther Fürth II zu testen, treten wir nun eben schon zum ersten Punktspiel in Nöttingen an.

Wie fällt Ihr Zwischenfazit nach 18 von 34 Spielen aus?

Wir sind nicht ganz zufrieden, aber im Laufe der Hinserie haben wir uns gesteigert. Wir werden uns aber weiter strecken und auch noch steigern müssen, um am Ende ganz oben zu stehen.

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Wo liegt das größte Verbesserungspotenzial?

Gegen robuste Teams aus dem oberen Tabellendrittel taten wir uns schwer. Das zeigten zum Beispiel die Niederlagen beim 1. Göppinger Sportverein (0:2) und bei den Stuttgarter Kickers (0:3). Insgesamt müssen wir auswärts einen Zahn zulegen, auch auf nicht ganz so guten Plätzen das Spieltempo und den Druck hochhalten. Der dritte Punkt ist, dass wir öfter zu Null spielen sollten. Das wurde im Laufe der Zeit besser.

Ein Blick auf das Torverhältnis zeigt aber …

...die zu hohe Diskrepanz zwischen erzielten Toren und Gegentoren. Wir haben trotz eines Spiels weniger zehn Tore mehr geschossen, als die Kickers und 17 Tore mehr als Göppingen. Das spricht für unsere Offensive. Doch unsere 23 kassierten Tore sind einfach zu viel. Daran wollen und müssen wir arbeiten.

Auffallend ist die Wertschätzung für die U21 im Verein. Da gab es schon andere Zeiten.

Wir sind sehr froh über diese Wertschätzung, sie wirkt sich auch positiv aufs Team aus. Es herrscht eine andere Wahrnehmung für die Spieler in der zweiten Mannschaft. Immer wieder dürfen Akteure wie zum Beispiel Nick Bätzner, Florian Kleinhansl, Nikos Zografakis oder David Tomic auch am Profitraining teilnehmen.

Auf der anderen Seite wird das Oberligateam mit Spielern von oben verstärkt.

Wir sind froh über diesen Qualitätsgewinn. Roberto Massimo, Tanguy Coulibaly oder Mateo Klimowicz tun unserer Mannschaft sehr gut. Dieser Austausch in beide Richtungen funktioniert hervorragend.

Liegt dies auch an Rainer Widmayer, dem sogenannten Schnittstellen-Coach und Co-Trainer der Profis?

Ja, er trägt absolut seinen Teil dazu bei. Rainer ist genau der richtige Mann für diese Aufgabe. Er ist lange im Geschäft, hat ein Gespür für Talente und weiß, worauf es bei der Nachwuchsausbildung ankommt.

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Wird der tschechische Nationalspieler Jan Kliment weiter im Kader des VfB II bleiben?

Das ist noch nicht entschieden.

Wird es sonst noch Abgänge im Kader geben? Bei Tim Schwaiger etwa wird immer wieder eine Rückkehr zum Ligakonkurrenten SSV Reutlingen kolportiert.

Tim war lange verletzt. Bei ihm ist, ähnlich wie bei Jan, noch keine Entscheidung gefallen.

Der aktuelle Spitzenreiter Stuttgarter Kickers hat sich mit dem erfahrenen Stürmer David Braig verstärkt. Denken auch Sie über Winter-Neuzugänge nach?

Grundsätzlich vertrauen wir unserem Team. Aber ganz ausschließen kann man im Fußball bekanntlich nichts.

Winterfahrplan des VfB II

16. Januar: Trainingsauftakt

22. Januar (19.30 Uhr): Testspiel VfB II – SV Bonlanden (Platz 1 auf dem VfB-Clubgelände)

25. Januar (14 Uhr): Testspiel FC Normania Gmünd – VfB II

29. Januar (19 Uhr): Calcio Leinfelden-Echterdingen – VfB II

1. bis 8. Februar: Trainingslager in Huelva/Spanien mit Testspiel am 5. Februar (20 Uhr) gegen CD Cartaya

15. Februar (12 Uhr): Testspiel SV Oberachern – VfB II

22. Februar (14 Uhr): Oberliga-Nachholspiel FC Nöttingen – VfB II

29. Februar (14 Uhr): Erstes Oberliga-Heimspiel 2020 VfB II – TSV Ilshofen