Im Osten von Ludwigsburg plant die Stadt einen Sportpark – vor Jahren angestoßen, kommt jetzt langsam Bewegung in das Vorhaben. Eine Lösung für ganz unterschiedliche Interessen ist nicht ganz einfach.

Wie wird der Sportpark Ost beim Ludwig-Jahn-Stadion entwickelt? Dieser Frage geht derzeit die Stadt Ludwigsburg nach. Eine generelle Planung war schon vor Jahren angestoßen worden. Nun soll es zumindest teilweise konkret werden. Der Grund: Fürs gegenüber entstehende Wohngebiet Fuchshof und auch für die Sportler ist laut dem städtischen Mobilitätskonzept ein Parkhaus angedacht – wofür jedoch ein rege genutzter Sportplatz weichen müsste. Wie ist das zu kompensieren?

Eine Lösung, mit der die ansässigen Sportvereine MTV und Hockey-Club (HCL) – die beiden größten der Stadt – gut leben könnten, sieht so aus: Der Sportplatz entlang der Fuchshofstraße weicht auf der nördlichen Hälfte einem Parkhaus. Auf der südlichen Hälfte des heutigen Platzes entstehen Beachvolleyballfelder und ein mittelgroßes Kunstrasenfeld, das für Fußball und Hockey geeignet ist. Gebaut wird es als Kaltsporthalle mit Fotovoltaik auf dem Dach. Die Überdachung finanzieren die zwei Vereine, bezuschusst von der Stadt. Der Skatepark hinter den Hockeyspielfeldern weicht zudem einem weiteren, kleinen Kunstrasenspielfeld für die Jugend. Der Skatepark wird dafür um wenige Meter versetzt und vergrößert.

Vereine signalisieren Zustimmung

Soweit das Vorhaben der Stadt, an dem der MTV und der HCL mitgeplant und für das sie Zustimmung signalisiert haben. Laut der Sport-Stadtverbandsvorsitzenden Petra Kutzschmar sehen die Vereine die Idee als „sehr zukunftsgerichtet“ an, die den Kindern und Jugendlichen gerecht werde. „Die Vereine haben viel Engagement reingesteckt. Wir sind dankbar für den offenen Dialog.“

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Allerdings: Die Stadträte des Bildungs- und Sozialausschusses zeigten sich am Mittwoch wenig überzeugt. Nach 45-minütiger Diskussion nahm die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz den Punkt von der Tagesordnung. „Wir werden uns intern noch mal beraten.“ Für Armin Klotz (CDU) kommt der vereinsungebundene Sport zu kurz, aus Sicht von Hermann Dengel (Freie Wähler) sollten nicht nur die beiden Vereine profitieren. Hubertus von Stackelberg (SPD) sieht darüber hinaus Flächenbedarf für Schulsport. „Diese Ungerechtigkeiten sollten wir heute nicht manifestieren.“ Raphael Dahler von der Stadt entgegnete, dass die Vergrößerung des Skateparks ein Signal an den nicht organisierten Sport und der Sportplatz auch an den Verein verpachtet sei. Von Stackelberg plädierte außerdem dafür, anstatt des Wasserkunstrasens für Hockey und Fußball einen günstigeren Tartanbelag zu wählen. Auch weil die Bewässerung des Rasens, die ihm den Namen gibt, in einer Halle unökologisch sei.

Grüne-Rätin spricht sich gegen Parkhaus aus

Elfriede Steinwand-Hebenstreit (Grüne) sieht schon das Parkhaus als überflüssig an. „Es muss anders gehen, das Mobilitätsverhalten muss sich ändern.“ Sie sieht es auch als Aufgabe der Vereine an, ihre Mitglieder zu sensibilisieren, nicht allein mit dem Auto zu kommen. Gerade von FDP-Rat Johann Heer, der dies „blau- beziehungsweise grünäugig“ nannte, bekam sie Gegenwind. Eine Sporttasche passe nicht immer auf den Gepäckträger, am Wochenende kämen viele Auswärtige und angeboten würde auch Behindertensport.

Auch für den Mobilitäts- und Umweltausschuss, der das Thema eigentlich am 17.  März behandelt hätte, ist der Tagesordnungspunkt erst mal gestrichen.