Sportplatzmangel in Sindelfingen Darmsheimer Kicker erkämpfen einen politischen Sieg

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Der TV Darmsheim bekommt weitere Sportplätze – nach Jahren des Mangels. Wann die Spielfelder eröffnet werden, bleibt offen.

Das Sportgelände bedarf ohnehin einer Erneuerung. Foto: factum/Simon Granville
Das Sportgelände bedarf ohnehin einer Erneuerung. Foto: factum/Simon Granville

Sindelfingen - Sportlich lief es für die Fußballer des TV Darmsheim zuletzt ähnlich wie beim VfB Stuttgart. Beim Tabellendritten TV Holzhausen gingen die Landesliga-Kicker mit einer 0:7-Klatsche vom Platz. Damit stehen auch sie am Rand des Abstiegs, allerdings mit deutlich besseren Chancen als der VfB.

Politisch ist dem Verein aus dem kleinsten Stadtteil Sindelfingens hingegen ein Durchbruch gelungen – nach zähem Kampf. Der Darmsheimer Sportplatz, das Sportgelände Eichelberg, wird ausgebaut. Der Gemeinderat hat die Investition ohne Gegenstimme beschlossen. Allerdings sah sich die Freie Wählerin Ingrid Balzer genötigt zu fragen: „Ich möchte mal wissen, was zeitnah heißt.“ Was sich nicht nur darauf bezog, dass für den Beginn der Bauarbeiten kein Termin angepeilt ist, sondern auch auf die Bearbeitungszeit im Rathaus.

Der TV Darmsheim leidet gleichsam an seinem Erfolg

Der TV Darmsheim leidet gleichsam an seinem Erfolg. Die Jugendarbeit des Vereins lockte eine bemerkenswerte Zahl von Nachwuchsspielern. Von der A-Jugend bis hinunter zu den Bambini schicken die Darmsheimer sieben Nachwuchsmannschaften aufs Feld. Hinzu kommen bei den Aktiven eine zweite, eine dritte und eine AH-Mannschaft. Für den Club aus einem Stadtteil mit 4100 Einwohnern ist die Liste bemerkenswert. „Im Jugendbereich ist der Ansturm groß“, sagt auch der Sportamtsleiter Christian Keipert.

Vor Jahren hatten die Verantwortlichen im Rathaus erklärt, dass ihr Sportgelände schlicht zu klein geworden war, um den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten. Bis zum Beschluss „war es ein langer Weg über viele Hindernisse“, sagt der Darmsheimer Ortschaftsrat Hasso Bubolz. Allein bis ein Gutachten zur Beschaffenheit des Untergrunds vorlag, verging ein Jahr.

Die Stadt will rund 2,1 Millionen in den Ausbau investieren

Rund 2,1 Millionen Euro will die Stadt in den Ausbau investieren. Den Preis hat eben der felsige Untergrund um rund 120 000 Euro in die Höhe getrieben. Er erfordert eine spezielle Entwässerung. Gutachten auf mögliche Bombenfunde und den Artenschutz blieben hingegen ohne Hindernisse. Am Ende sollen dem Verein drei Spielfelder zur Verfügung stehen, zwei Rasenplätze und ein Kunststoffrasenplatz. Bisher sind es zwei, einer davon ist mit Eigenarbeit angelegt und für den Spielbetrieb untauglich. Wann der Verein seine neuen Felder bespielen kann, beantwortet der Sportamtsleiter mit „zeitnah“. Was laut dem Bürgermeister Christian Gangl mit „so bald wie möglich“ zu übersetzen ist. Zunächst müssen noch Genehmigungen beantragt werden, eben für das Entwässerungskonzept und eine Freigabe zum Bau in unmittelbarer Nähe des Waldes.