Sportplatzsanierung Kunstrasen soll Tennenplätze ersetzen

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Die Sportverwaltung der Stadt Stuttgart stellt drei Sportanlagen in Büsnau, Möhringen und auf dem Fasanenhof auf ihre Dringlichkeitsliste. Der Gemeinderat entscheidet allerdings erst Ende des Jahres, welche Projekte umgesetzt werden.

Der Hartplatz des 1. SV Fasanenhof  könnte ebenso wie die Plätze des TSV Jahn Büsnau und des Vereins Arces durch einen Kunstrasenplatz ersetzt werden. Foto: Sandra Hintermayr
Der Hartplatz des 1. SV Fasanenhof könnte ebenso wie die Plätze des TSV Jahn Büsnau und des Vereins Arces durch einen Kunstrasenplatz ersetzt werden. Foto: Sandra Hintermayr

Filder - Seit 1980 ist der 1. SV Fasanenhof auf dem Gelände am Logauweg 21 beheimatet, und genauso lange gibt es dort den Tennenplatz. Die 35 Jahre sind an dem Sportplatz nicht spurlos vorübergegangen. Etliche Male war er beschädigt und wurde repariert, dennoch lässt der Zustand zu wünschen übrig. „Wenn es geregnet hat, ist der Platz kaum bespielbar“, sagt Hans-Joachim Spranger, der Vorsitzende des 1. SV Fasanenhof. Zudem sei die Verletzungsgefahr auf dem aus Granulat bestehenden Sportplatz recht hoch. Die Folge: es wird kaum noch darauf gespielt.

Der Sportverein hat deswegen einen Antrag auf Erneuerung seines Platzes gestellt. Die Sportverwaltung hat den Tennenplatz nun auf seine Dringlichkeitsliste im Hinblick auf die Beratungen zum Doppelhaushalt 2016/2017 aufgenommen. Unter dem Punkt „Sanierung Tennenplätze“ sollen einige der bestehenden Stuttgarter Tennenplätze durch Kunststoffrasenplätze ersetzt werden. Schon 2017 könnte im Fasanenhof Baubeginn sein, im selben Jahr Inbetriebnahme.

Der Gemeinderat berät im Herbst

Voraussetzung dafür ist allerdings erst einmal die Zustimmung des Gemeinderats zu den Vorschlägen der Sportverwaltung. Die Haushaltsberatungen beginnen im Herbst dieses Jahres, im Dezember werden die Ausgaben dann beschlossen. Laut Pressestelle der Stadt Stuttgart lässt sich allerdings nicht abschätzen, wie sich der Gemeinderat entscheiden wird. „Das steht völlig offen. Es könnte sein, der Gemeinderat winkt alle Vorschläge durch, sucht sich einzelne heraus oder verschiebt die ganze Liste“, sagt der Pressesprecher Sven Matis.

„Es wäre schön, wenn das jetzt so schnell gehen würde“, sagt Hans-Joachim Spranger, der nicht mit einer raschen Umsetzung gerechnet hat. Für seinen Verein sei das ein wichtiger Schritt. Zwar sei der 1. SV Fasanenhof mit rund 240 Mitgliedern ein recht kleiner Sportverein, doch er feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Spranger betont die besondere Vereinsaufstellung: „Wir haben viele Mitglieder mit Migrationshintergrund, wir leisten damit einen wichtigen Beitrag in Sachen Integration auf dem Fasanenhof.“

Der Platz ist in keinem guten Zustand

Der 1. SV Fasanenhof hat es auf Platz acht der Dringlichkeitsliste der Sportverwaltung in Sachen „Sanierungsprogramm Tennenplätze“ geschafft. Eine Platz davor steht der Tennenplatz des TSV Jahn Büsnau. Auch dieser könnte schon 2017 durch einen Kunstrasenplatz ersetzt werden, sollte sich der Gemeinderat bei seinen Haushaltsberatungen für die Umsetzung entscheiden. „Wir haben bereits vor mehr als zehn Jahren einen Antrag auf einen Kunstrasenplatz gestellt“, sagt der TSV-Vorsitzende Heinz-Werner Maden. „Leider wurden wir immer wieder nach hinten durchgereicht. Wir hoffen, dass wir jetzt endlich auch dran sind.“ Der Tennenplatz sei in keinem besonders guten Zustand, der Rasenplatz in Büsnau sei zudem oft nicht bespielbar, weil er im Schatten der Bäume liegt und nach Regen oft schlammig ist. „Es kommen immer weniger Kinder zu uns, weil sie auf dem Rasen nicht spielen können und auf dem Hartplatz nicht spielen wollen“, sagt Maden. Er hoffe, die Stadt entscheide sich nun für eine Erneuerung des Platzes, denn auch die Schüler der Steinbachschule nutzten das Sportgelände des TSV Jahn Büsnau. „Es wäre schön, wenn wir auch den Schülern einen guten Platz anbieten könnten.“

Einen neuen Sportplatz wünschen sich auch die Bürger: Sie haben die Umwandlung des Hartplatzes auf dem Fasanenhof in den Bürgerhaushalt gewählt. Der Vorschlag erreichte Platz 1700 bei insgesamt 3122 Vorschlägen auf der Liste. Der Vorschlag zur Erneuerung des Sportplatzes des TSV Jahn Büsnau schaffte es auf Platz 1539.

Ein Bereich für Fußball, einer für Boccia und Boule

Die Spvgg Möhringen und der italienische Sport- und Kulturverein Arces finden sich ebenfalls in der Dringlichkeitsliste der Sportverwaltung. Dort soll ein Kunstrasen-Kompaktspielfeld gebaut werden, mit einer Möglichkeit zum Boule und Boccia spielen, außerdem ein neuer Spielplatz und ein erweiterter Parkplatz. „Unser Sportplatz ist recht groß, wir würden ihn dann mit dem SV Möhringen teilen“, sagt Domenico De Palma, der Vorsitzende von Arces. Man habe sich Anfang des Jahres mit dem Sportamt zusammengesetzt und gute Gespräche geführt, sagt der Spvgg-Vorsitzende Karl-Heinz Kulow. Die Möhringer verfügen bereits über einen Kunstrasenplatz und über einen Naturrasenplatz. Letzterer sei allerdings bei schlechtem Wetter kaum bespielbar. „Ein funktionstüchtiger Platz ist für 20 Fußballmannschaften schlicht zu wenig“, so Kulow. Weil Arces seinen Hartplatz selten nutzt, soll die Spvgg die Möglichkeit bekommen, ihre Mannschaften dort auflaufen zu lassen. „Es wird dann einen Bereich für den Fußball und einen Bereich für Boule und Boccia geben“, sagt De Palma. „Das ist eine dreifache Win-win-Situation“, sagt Kulow, denn neben den Vereinen nutzen auch die umliegenden Schulen und Kindergärten die Sportplätze an der Lohäckerstraße. So werde für alle ein Mehrwert geschaffen. Im Idealfall soll der Hartplatz noch durch einen Kunstrasenplatz ersetzt werden. Die Detailplanung allerdings stehe noch aus, sagt Karl-Heinz Kulow.

Zusätzlich zum Sportplatz soll der Spielplatz des Italienischen Vereins erneuert und die momentan recht prekäre Parkplatzsituation gelöst werden. „Bislang haben wir schlichtweg zu wenige Parkmöglichkeiten“, sagt der Arces-Vorsitzende.

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