Sportschule in Ostfildern-Ruit Sportschützen weihen ihr Schaufenster ein

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Der Württembergische Schützenverband bezieht sein neues Domizil auf dem Campus der Sportschule Ruit. Das Projekt mit Investitionskosten von rund 7,5 Millionen Euro wurde in Kooperation mit dem Württembergischen Landessportbund umgesetzt.

Das Schulungszentrum des Württembergischen Schützenverbands ist markant und gleichzeitig funktional. Foto: Horst Rudel
Das Schulungszentrum des Württembergischen Schützenverbands ist markant und gleichzeitig funktional. Foto: Horst Rudel

Ostfildern - Wir haben unser Ziel erreicht.“ In diesen Worten gleich zu Beginn der Rede von Hannelore Lange, der Landesoberschützenmeisterin des Württembergischen Schützenverbands (WSV), schwang am Freitag eine ordentliche Portion Stolz mit. Denn der Verband hat an dem Abend sein neues WSV-Schulungszentrum in der Sportschule im Ostfilderner Stadtteil Ruit eingeweiht. Ihm und seinen aktuell 89 500 Mitgliedern ist es nach vielen Jahren der Standortsuche und der Planung sowie in einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren gelungen, das ehrgeizige Projekt mit einer Investitionssumme von 7,5 Millionen Euro umzusetzen.

Teurer Hallenboden

Die ursprünglich anvisierten Baukosten von 6,5 Millionen Euro „konnten wir nicht ganz halten“, räumt die WSV-Chefin Hannelore Lange im Gespräch mit unserer Zeitung ein. Unter anderem habe der Boden in der Multifunktionshalle, die künftig auch von Athleten anderer Sportarten genutzt wird, die Gesamtsumme erhöht. Für Sportschützen dürfe der Untergrund nicht federn, und für Turner beispielsweise müsse er Stöße absorbieren. „Einen solchen Boden zu finden, war schwer und zudem teurer als geplant“, erklärt Hannelore Lange.

Das Ergebnis der Mühen kann sich sehen lassen. Das markante und zudem funktionale Gebäude fügt sich gut in den Campus der Sportschule Ruit ein. Es bietet den Schießsportlern 40 Bahnen für das Training mit Luftgewehr und -pistole, 20 Stände für das Kleinkaliberschießen auf die 25- und 50-Meter-Distanz und bis zu 16 Bahnen für die Bogenschützen.

Ein Großteil der Anlage ist von außen nicht zu sehen, weil die Bahnen unterirdisch verlaufen. Alle Schießstände sind mit modernster Technik ausgestattet worden und barrierefrei zu erreichen, wodurch sie auch von Sportlern mit Handicap genutzt werden können. Ein Seminarraum, der 25 Personen Platz bietet, vervollständigt das Konzept des für den Trainings- und Wettkampfbetrieb bestens gerüsteten Schützenzentrums. Für Zuschauer hat es ebenfalls einiges zu bieten, denn durch die offene Bauweise mit breiter Glasfront und Videoübertragung ist das Sportgeschehen auch vom Foyer aus gut zu beobachten.

Viel Lob für das Projekt

Damit hat der größte der drei Sportschützenverbände in Baden-Württemberg ein „Schaufenster für das Sportschießen“ eingerichtet, wie er sein neues Domizil selbst bezeichnet. Und er hat jetzt neben dem gemeinsam mit dem badischen und mit dem südbadischen Sportschützenverband genutzten Landesleistungszentrum in Pforzheim einen weiteren Standort für die Förderung seiner Talente und die Schulung seiner Mitglieder geschaffen.

Entsprechend lang war die Gäste- und Rednerliste bei der Einweihungsfeier am Freitag. Vertreter aus Politik und Sport lobten einhellig das in Kooperation mit dem Württembergischen Landessportbund (WLSB) entstandene Projekt, das die Sportschützen in Württemberg zukunftsfähig mache und gleichzeitig der Sportschule Ruit eine weitere Trainingsstätte für andere Sportarten biete.

Zwei Millionen Euro steuert der WLSB bei

Mitglieder
Der Württembergische Schützenverband (WSV) zählt aktuell 89 500 Mitglieder. Im Jahr 2005 waren es noch 95 000 gewesen. Im badischen und im südbadischen Sportschützenverband betreiben jeweils rund 35 000 Menschen Schießsport.

Nachwuchs
Laut der Landesoberschützenmeisterin Hannelore Lange freut sich der WSV über „sehr viele Nachwuchssportler“. Diese würden in Talentzentren in den Vereinsschützenhäusern und nachfolgend landes- und bundesweit in Kadern gefördert.

Finanzierung
Der WSV bringt zur Finanzierung des rund 7,5 Millionen teuren Schulungszentrums 1,3 Millionen Euro an Eigenkapital auf. Zwei Millionen Euro steuert der WLSB bei, und weiteres Geld stammt aus einem 3,5-Millionen-Euro-Kredit und Spenden.