Neben Siegen und Niederlagen gibt es in der Welt des Sports auch reichlich absurdes, seltsames und lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: Ex-Tennisspieler und Geburtstagskind Andre Agassi.

Sport: Dominik Ignée (doi)

Stuttgart - Wenn jetzt schon Andre Agassi an diesem Mittwoch seinen 50. Geburtstag feiert, kann man nur kopfschüttelnd feststellen: Herrje, wo ist die Zeit geblieben!? Ist doch noch gar nicht so lange her, dass der Ami mit seinen langen Haaren, die aussahen, als sei er soeben aus dem Bett gefallen, die spießige Tennis-Szene aufmischte wie kein anderer. Dazu trug er so bunte Klamotten, dass Gegenspieler wie der Leimener Architektensohn Boris Becker sich provoziert fühlten in ihrer von harter Arbeit und Disziplin geprägten Sicht auf die Welt. „Ich konnte deine zerrissenen Jeans, deine langen gefärbten Haare und deine Ohrringe nicht ernst nehmen“, schrieb das „Bobele“ jetzt erstaunlich offen in der „Bild am Sonntag“: „Du hast dein Image gepflegt und agiert, als sei dir wichtiger, wie du bei den anderen ankommst, und nicht, wie du wirklich bist. Das war mir suspekt.“

Schwierige Lebensphase

Aus dem bunten Vogel Agassi wurde einer der erfolgreichsten Tennisspieler der Historie, der 60 Turniere gewann, acht davon mit Grand-Slam-Status. Agassi, auch das war an ihm zu bewundern, stürzte nach einer Handverletzung und Sinnkrise ab, überstand eine Drogen-Phase aber und rappelte sich wieder auf. Dann fand er 1999 sein Glück: Steffi Graf, mit der er zwei Kinder hat und auch heute noch verheiratet ist. Trotz kleinerer Krisengerüchte sind die beiden zusammen und führen das, was man wohl eine vorbildliche Ehe nennen würde. Ein skandal- und schlagzeilenfreies Leben haben die beiden bis heute vermittelt – und damit auch das Glück einer heilen Welt. Dagegen sind einem die Beziehungskisten von Boris Becker bei genauer Betrachtung nur eines: ziemlich suspekt.