Sportsfreundin des Tages Livia Leichner – die Frau mit dem eigenen Fußballstadion

Von sem 

Mercedes-Benz-Arena, Allianz-Arena oder Rudolf-Harbig-Stadion – die Fußball-Arenen des Landes tragen in der Regel Firmen- oder Männernamen. Nicht so in Wanne-Eickel: Der Bürgermeister der Stadt kaufte kurzerhand die Namensrechte und benannte das Stadion nach seiner Frau Livia Leichner – unsere Sportsfreundin des Tages.

Livia Leichner (links) bekam von ihrem Mann, dem Oberbürgermeister der Stadt, den Stadionnamen zum 60. Geburtstag geschenkt. Foto: dpa
Livia Leichner (links) bekam von ihrem Mann, dem Oberbürgermeister der Stadt, den Stadionnamen zum 60. Geburtstag geschenkt. Foto: dpa

Stuttgart - Vor seiner Amtszeit als Bundespräsident hatte Johannes Rau noch Zeit, sich zu den wirklich wichtigen Themen des Lebens zu äußern, der Fußball lag dem ehemaligen Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens dabei besonders am Herzen – und damit auch die Verteidigung der, sagen wir, eher traditionellen Werte. Auf die Frage, ob Fußballstadien nicht auch einmal nach Frauen benannt werden sollen, soll Rau einst entgegnet haben: „Und wie sollen wir das denn nennen? Dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion?“ Längst ist klar: Die Lebenspartnerin der Legende des FC Schalke kam um den speziellen Titel umhin – nun aber haben sich die Dinge gedreht im Pott. Denn in der Bezirksliga Herne gibt es nun einen neuen Stadionnamen. Die Sportfreunde Wanne-Eickel laufen künftig im „Livia-Leichner-Stadion“ auf – und Ortskundige wissen nun, dass das irgendwie mit dem Ersten Bürgermeister der Stadt Herne zu tun haben muss.

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Der heißt Erich Leichner – und hat doch tatsächlich die Rechte für den Stadionnamen erworben und seiner Frau ihr neues Stadion zum 60. Geburtstag geschenkt. Die weiß nun noch nicht so recht, wie sie mit den Blumen umgehen soll. „Ich schwanke zwischen ‚Da hatte mein Mann wohl keine Lust, sich was Vernünftiges auszudenken’ und ‚So kann ich wenigstens was Gutes tun‘“, sagt dem Erich Leichner seine Frau und meint mit dem Guten, dass ihr Mann die Aufmerksamkeit der Sponsoren auf die Jugend- und Integrationsarbeit im Verein lenken will. Eine pfiffige Sache ist das mitten im Ruhrgebiet. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der prominenteste Neuzugang eines Nachbarvereins nicht inspirieren lässt.

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Denn in die Cathy-Hummels-Arena würden nicht mal mehr die hartgesottensten Anhänger von Borussia Dortmund pilgern.