Sportsfreundin des Tages Olga Korbut – Jubilarin mit rettendem Einfall

Von Jürgen Frey 

In der Welt des Sports gibt es auch in diesen schwierigen Tagen reichlich absurdes, seltsames und lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: Olga Korbut.

Eine lebende Turn-Legende: Die gebürtige Weißrussin Olga Korbut. Foto: imago//Vladimir Gerdo
Eine lebende Turn-Legende: Die gebürtige Weißrussin Olga Korbut. Foto: imago//Vladimir Gerdo

Stuttgart - Namen tun ja jetzt nicht zwingend etwas zur Sache. Aber es gibt genüg prominente Sportler, die während ihrer Karriere Millionen scheffelten, doch lange noch nicht ausgesorgt hatten. Im Gegenteil: Bei den einen floppten Investitionen in windige Immobiliengeschäfte, andere ruinierten sich durch Alkohol- und Drogenexzesse, horrende Unterhaltskosten und/oder ihren Luxus-Lebensstil mit weißen Tigern und kiloschwerden Goldketten.

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Von solchen Extrem-Eskapaden ist Olga Korbut sehr weit entfernt. Doch auch die lebende Kunstturn-Legende hatte ein paar private Rückschläge zu verkraften: Zwei Ehen gingen in die Brüche, ihr einziger Sohn saß wegen Geldfälscherei dreieinhalb Jahre lang im Knast und mit ihrer in Sottsdale/USA gegründeten privaten Turnschule geriet sie in eine finanzielle Schieflage. Daraufhin versteigerte sie 2017 fünf ihrer sechs Olympiamedaillen und weitere Trophäen ihrer Karriere – und sackte damit mehr als 300 000 Euro ein. Vor ihrem 65. Geburtstag an diesem Samstag sagt die gebürtige Weißrussin: „Es war die richtige Entscheidung.“

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Wie recht sie doch hat. Wahrscheinlich hat eine solche Versteigerung mindestens genauso viel Charme, wie die Aktion vom früheren Bremer Fußball-Kugelblitz Ailton, der einst seine Torjägerkanone bei ebay anbot. Ganz sicher aber ist diese Art von Gelderwerb weit weniger blamabel als peinliche Auftritte bei Supermarkteröffnungen oder das irre Tingeln durch Trash-TV-Sendungen wie das Dschungelcamp. Namen tun nichts zur Sache.