Sportstadt Stuttgart Wenig Licht, viel Schatten

Fabian Hambüchen Foto: dpa
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Um die ehemalige deutsche Sporthauptstadt Stuttgart ist es deutlich ruhiger geworden. Zwar gibt es in der Landeshauptstadt immer noch Spitzensport – aber längst nicht mehr so viel, wie noch vor ein paar Jahren.

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Erwin Teufel allein im Daimler­stadion – diese Szene galt als symptomatisch für die Stuttgarter Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012. Im Vorstellungsvideo sah man den einsamen Ministerpräsidenten in der leeren Arena sitzen, was alle so interpretierten: tote Hose in Stuttgart. Es wurde dann ja auch nichts mit Olympia, im April 2003 wurde die Stadt im nationalen Vorausscheid Letzter.

Doch es ist nicht alles schief gegangen im Spitzensport seit 1993. 2006 zeigte die Sportstadt Stuttgart während der Fußball-WM noch mal ihre Schokoladenseite; vor allem die Feier vor und nach dem Spiel um Platz drei bleibt unvergessen. 2007 folgt in Stuttgart die Turn-WM – und auch Spiele der Handball-WM wurden in der Porsche-Arena ausgetragen. Turbulent war die Rad-WM 2007, etwa mit dem gedopten Stefan Schumacher auf Platz drei. Auch Europas beste Tischtennisspieler kamen nach Stuttgart (EM 2009). 2002 wurde bei der Volleyball-WM der Frauen aufgeschlagen.

Verloren hat die Stadt in den zurückliegenden Jahren Veranstaltungen wie das Leichtathletikmeeting in der Schleyerhalle, das Sechstagerennen oder das Tennis-Masters (1996 bis 2001), das nun in Madrid gastiert. Der Deutschland-Cup im Eishockey verließ 1996 nach fast zehn Jahren Stuttgart. In den populären Mannschaftssportarten sind neben dem VfB Stuttgart nur noch die Volleyballfrauen von Allianz Stuttgart erstklassig. Wer Basketball, Handball oder Eishockey auf höchstem Niveau sehen möchte, muss ins Umland.

Häufig fehlt das Geld

Versuche, in Stuttgart mit der dafür prädestinierten Porsche-Arena einen Handball-Bundesligisten zu etablieren, scheiterten kläglich, etwa das Projekt mit dem VfL Pfullingen-Stuttgart, das 2006 in der Insolvenz endete. Oftmals fehlte es in der Stadt auch an vergleichsweise wenig Geld. Der SV Cannstatt etwa musste als amtierender Wasserballmeister 2006 zurückziehen, 150 000 Euro fehlten. Auch der Hockeyclub HTC Stuttgarter Kickers, Meister 2005 und Europapokalsieger 2006, stieg 2008 wegen finanzieller Probleme ab.

An jährlichen Großveranstaltungen gibt es unter anderem noch das Reitturnier in der Schleyerhalle oder den Mercedes-Cup und das Porsche-Turnier im Tennis.

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