Sportvereine in Stuttgart-Vaihingen Hallenbadschließung trifft vor allem Kinder

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Wegen Sanierungsarbeiten bleibt das Hallenbad im Rosental in Stuttgart-Vaihingen neun Monate lang zu. Die Vereine suchen nach Alternativen. Doch insbesondere bei Schwimmkursen für Kinder ist das schwierig.

Wo sollen Kinder schwimmen lernen und aktive Sportler trainieren? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Vereine nach Pfingsten bei einem runden Tisch. Foto: dpa
Wo sollen Kinder schwimmen lernen und aktive Sportler trainieren? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Vereine nach Pfingsten bei einem runden Tisch. Foto: dpa

Vaihingen - Alexander Wolff kennt das schon. Wann immer ein Hallenbad in Stuttgart wegen Sanierungsarbeiten vorübergehend schließen muss, ist der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft schwimmsporttreibender Vereine (AGS) gefordert. Dann sucht er zusammen mit den verschiedenen Schwimmabteilungen nach Ausweichmöglichkeiten. Wann und wo kann welcher Verein Hallenzeiten oder zumindest einzelne Bahnen zugewiesen bekommen? „Diesmal wird es besonders schwierig. Aus Sicht der Vereine haben wir bereits einen Notbetrieb“, sagt Wolff. Denn das Hallenbad Feuerbach hat derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Bis Februar 2019 soll alles fertig sein, so zumindest der Plan. Wolff hofft, dass der Termin gehalten werden kann, fürchtet aber, „dass es zu Überschneidungen kommt“. Denn bereits von Januar an sollen die Handwerker auch im Hallenbad Vaihingen im Einsatz sein. So lange Feuerbach geschlossen hat, ist es im Hallenbad Plieningen aber schon ziemlich eng, weil viele der Vereinsschwimmer aus dem Norden dort ihre Bahnen ziehen.

„Kein Vaihinger Verein wird die gleichen Zeiten bekommen können wie bisher, und so gut wie keiner wird etwas in einem Bad in seiner Nähe bekommen.“ Da ist Wolff sicher. Er hat die betroffenen Vereine aufgerufen zu überlegen, wie flexibel und mobil die Mitglieder sein können. Welche Zeiten in welchen Bädern kommen in Betracht, und was geht gar nicht? „Es ist die Frage, welche Trainingsgruppen man retten kann“, sagt Wolff. Nach den Pfingstferien setzt er sich mit den betroffenen Vereinen zusammen. „Dann geht es um Schadensbegrenzung“, sagt Wolff. Vor den Sommerferien, so schätzt er, wird ein Konzept stehen. „Dann wissen wir, wie groß die Auswirkungen wirklich sind.“ Vielleicht könne die ein oder andere Gruppe zumindest im Sommerhalbjahr auch auf eines der Freibäder ausweichen. Für Kinder, die das Schwimmen aber gerade erst lernen, sei das natürlich zu kalt. Ohnehin seien die Jungen immer die Leidtragenden, wenn ein Hallenbad vorübergehend schließe. Das betreffe sowohl den Vereins- als auch den Schulsport, sagt Wolff. Denn Kinder könnten nur die Möglichkeiten vor Ort nutzen, Erwachsene hingegen auch mal ein paar Kilometer fahren.

Aktive Sportler sind es gewohnt, in anderen Bädern zu trainieren

Diese Erfahrung hat auch Bernd Pfeiffer gemacht. Etwa 100 Mädchen und Jungen lernen beim Polizeisportverein (PSV) das Schwimmen, schätzt der Vorsitzende. „Diese Schwimmstunden können wir nicht adäquat ersetzen“, da ist Pfeiffer sicher. Für den Verein ist das aus zwei Gründen schwierig: Zum einen, weil ihm die Nachwuchsarbeit wichtig ist, und es für die Schwimmkurse lange Wartelisten gibt. „Die werden nicht kürzer“, sagt Pfeiffer. Zum anderen, weil der mit den Gebühren aus den Schwimmkursen seine Leistungsträger zumindest teilweise finanziert. Die erste Mannschaft des PSV spielt beim Wasserball in der zweiten Bundesliga. Das ist nicht billig. „So lang wir wegen der Hallenbadsanierung auf Schwimmkurse verzichten müssen, müssen wir von unserer Substanz zehren“, sagt Pfeiffer. Die aktiven Sportler sind flexibler, so seine Erfahrung. Sie seien es gewohnt, in anderen Schwimmbädern zu trainieren und zu spielen. „Wir haben mittlerweile auch zahlreiche Kooperationen mit anderen Vereinen und auf dieses Weise vorgearbeitet“, sagt der Vereinschef.

Optimistisch stimmt ihn die gute Arbeit der AGS. Die habe die Sache im Blick und sei bemüht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. „Es wird keine Eins-zu-eins-Lösungen geben. Aber dass das Hallenbad saniert wird, lässt sich nicht ändern, und wir werden Kompromisse finden“, lautet sein Fazit. Auch die Schwimmabteilung des SV Vaihingen überlegt bereits, wie die Durststrecke zu bewältigen ist. „Wir werden versuchen, so weit wie möglich Ersatzzeiten in umliegenden Bädern zu nutzen; die Planungen laufen“, sagt Tim Zander, der Leiter der Schwimmabteilung beim SVV.

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