Porsche im Kreis Ludwigsburg Sportwagenbauer will künftig bei Sachsenheim produzieren

Von Julian Illi 

Porsche plant, im interkommunalen Gewerbepark bei Sachsenheim kräftig zu erweitern und künftig dort Vorserienmodelle seiner Sportwagen zu bauen. Dafür müsste das Gewerbegebiet stark wachsen – was vor Ort längst nicht allen gefällt.

Der Gewerbepark Eichwald soll in Richtung Westen (Bildvordergrund) wachsen. Porsche will dort künftig Autos bauen. Foto: Kuhnle/Archiv
Der Gewerbepark Eichwald soll in Richtung Westen (Bildvordergrund) wachsen. Porsche will dort künftig Autos bauen. Foto: Kuhnle/Archiv

Sachsenheim - Wenn Arbeiter in einigen Jahren an Prototypen von Porsche schrauben, wiegen sich neben der Werkshalle 30 Meter hohe Bäume im Wind. So oder so ähnlich sehen es die aktuellen Pläne des Sportwagenherstellers vor. Konkret hat das Unternehmen vor, im Gewerbepark Eichwald, der zwischen den Städten Sachsenheim, Oberriexingen und Bietigheim-Bissingen sowie die Gemeinde Sersheim am Rande eines Waldgebiets liegt, die Montage von Vorserien-Modellen unterzubringen. Dafür muss das Areal deutlich wachsen – was nicht allen gefällt.

Was ist die Ausgangslage?

Bisher werden die Prototypen von künftigen Porsche-Modellen vor allem in Zuffenhausen hergestellt. Durch die Entscheidung, den Taycan, den ersten rein elektrischen Sportwagen, am Stammsitz zu bauen, ist dort allerdings einiges im Umbruch. Die Montage der Vorserienmodelle soll daher in den Kreis Ludwigsburg verlagert werden. Bisher ist das zentrale Ersatzteillager von Porsche im Eichwald beheimatet, insgesamt arbeiten an dem Standort zurzeit rund 650 Mitarbeiter. Sowohl was die Größe des Standortes, als auch die Zahl der Beschäftigten angehe, wolle man deutlich wachsen, erklärt ein Firmensprecher. Konkrete Zahlen nennt er nicht.

Was plant Porsche?

Künftig sollen neben den Lager- auch Produktionshallen stehen. Synergien erhofft sich der Konzern vor allem dadurch, dass einige Bauteile bereits vor Ort gelagert werden und künftig nicht mehr durch die Region transportiert werden müssten. Zudem hat sich mit Dräxlmaier ein Unternehmen im Eichwald angesiedelt, das Bauteile für E-Autos (und deren Prototypen) herstellt, zum Beispiel Batterien. Geplant sind nicht nur Werkshallen, sondern auch Verwaltungsgebäude und Parkplätze.

Wie soll erweitert werden?

Porsche hat sich vor Jahren die Option für ein rund zehn Hektar großes Gelände am Rand des Gewerbegebiets gesichert, das direkt an das bestehende Lager angrenzt. Es soll nach und nach bebaut werden. Von der Landesstraße zwischen Sersheim und Sachsenheim soll eine kurze Stichstraße das Gebiet erschließen. Am Montag hat die Zweckverbandsversammlung beschlossen, dass ein Bebauungsplan für das Areal aufgestellt wird, die sogenannte Westerweiterung. Aus den vier Kommunen, die gemeinsam den Zweckverband Eichwald bilden, kommt allerdings auch Kritik.

Was wird bemängelt?

Seine Gemeinderäte seien teils erschrocken darüber, dass in dem Entwurf des Bebauungsplans Gebäude mit einer Höhe bis zu 30 Metern erlaubt seien, sagt der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz. Einige Räte würden sich die Montagehallen kleiner wünschen. Auch die Anbindung des Gewerbegebiets, das fernab der Ortszentren liegt, an den öffentlichen Nahverkehr sei verbesserungsbedürftig, meint Scholz. „Es soll nicht jeder Mitarbeiter einzeln mit dem Auto dort hochfahren.“ Der Oberriexinger Bürgermeister Frank Wittendorfer erklärt, seine Stadt profitiere zwar von dem Gewerbegebiet. Allerdings befürchtet auch er, dass durch den geplanten Ausbau mehr Verkehr durch die Ortsmitte rollt. Im Gemeinderat der Stadt Sachsenheim gab es mehrere Gegenstimmen zur Erweiterung.

Wie geht es weiter?

Der Geschäftsführer des Gewerbeparks, Steffen Schurr, erklärt, man werde während des anstehenden Bebauungsplan-Verfahrens über die Kritikpunkte sprechen. Die Höhe der Gebäude sei zum Beispiel nicht endgültig festgelegt. Bis Ende 2019 soll der Bebauungsplan verabschiedet werden. „Wir wollen, dass Porsche möglichst schnell Klarheit bekommt.“




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