Der Porsche-Vorstand strebt in Verhandlungen über ein neues Zukunftspaket massive Einsparungen vor allem an den Standorten Zuffenhausen und Weissach an. Eine unserer Zeitung vorliegende Auflistung enthält die Forderung nach weitgehenden Zugeständnissen der Belegschaft. Demnach wird unter anderem die Auslagerung ganzer Betriebsteile und Fahrzeuge in den Raum gestellt. Noch bis Ende Juli 2030 gilt die Beschäftigungssicherung; danach sind betriebsbedingte Kündigungen möglich.
Auf der Liste stehen brisante Punkte wie die Streichung von Einmalzahlungen und Jubiläumsleistungen. Auch bei der Altersvorsorge soll gekürzt werden. Dezidiert werden ein „Personalabbau im Angestelltenbereich“ oder eine „Externe Verlagerung von Dienstleistungsumfängen“ genannt, zudem die „Reduzierung Azubi-Zahlen und bedingte Übernahmegarantie“. Besonders heikel ist die Drohkulisse für den Entwicklungsstandort Weissach: „Personalabbau und Verlagerung der Entwicklung in Niedriglohnländer“ lautet ein Punkt. Ferner soll es „Anpassungen“ bei Homeoffice und der Arbeitszeit sowie eine „Erhöhung der Flexibilität“ geben.
„Erhebliche Kostenoptimierungen zwingend erforderlich“
Mit welchem Einsparvolumen die Forderungen verbunden sind, bleibt vorerst offen – ebenso wie lange die Verhandlungen dauern könnten. Ein Unternehmenssprecher erläuterte auf Anfrage: „Die Automobilindustrie steht vor immensen Herausforderungen, und unsere Wettbewerbsfähigkeit entscheidet über die Zukunft von Porsche – dafür müssen wir in allen Bereichen anpacken.“ Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen seien „erhebliche Kostenoptimierungen zwingend erforderlich“. Darüber „sprechen wir mit der Arbeitnehmerseite im Rahmen eines zweiten Zukunftspakets – weiterhin vertraulich und auf Augenhöhe“.
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ibrahim Aslan bestätigte auf Anfrage: „Gesamtbetriebsrat und IG Metall sind in Gesprächen mit dem Vorstand über ein Zukunftspaket, um Porsche und Belegschaft gut für die Zukunft aufzustellen.“ Aktuell befinde man sich „in der Informationsphase, erst danach werden wir in Verhandlungen eintreten“.
„Brauchen eine Beschäftigungssicherung mindestens bis 2035“
Am nächsten Dienstag „werden wir auf unserer Betriebsversammlung über die Forderungen des Arbeitgebers und die Gespräche ums Zukunftspaket detailliert informieren“. Der Standpunkt des Betriebsrats sei klar: „Wir brauchen eine Beschäftigungssicherung mindestens bis 2035 und erwarten ein klares Bekenntnis des Vorstands zu unseren deutschen Porsche-Standorten.“
Erst im Februar hatten Vorstand und Betriebsrat ein Sparpaket verkündet, wonach 1900 Jobs bis 2029 gestrichen werden – wegen der Beschäftigungssicherung sozialverträglich. Im Juli kündigte Vorstandschef Oliver Blume, der den Posten zum Jahresende aufgibt, intern ein weiteres Sparpaket an.