Sportwagenhersteller Porsche ist von der Erfolgsspur abgekommen

Oliver Blume hat derzeit Arbeit für zwei – schließlich ist er Chef zweier Dax-Unternehmen. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Nach einem langjährigen Höhenflug häufen sich die Probleme. Kann Blume sie wirklich alle in Teilzeit managen?, fragt Klaus Köster.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau : Klaus Köster (kö)

Über viele Jahre verwandelte der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche alles, was er anfasste, in Gold. Der Marsch ins Segment der Luxus-Reiselimousinen? Ein Glücksgriff. Die Ausweitung der Modellpalette zu einem luxuriösen Mini-Geländewagen? Die Kundschaft gierte danach. Der frühe Einstieg in die vollelektrische Mobilität im Jahr 2019? Als hätte der Meister des röhrenden Verbrenners nie etwas anderes gebaut.

 

Die Häufung schlechter Nachrichten wirkt vor diesem Hintergrund verstörend. Ein Teil davon ist dem Umstand geschuldet, dass viele Modelle derzeit erneuert werden, was den Absatz dämpft, weil Käufer auf die Nachfolger warten. Doch manche Probleme liegen tiefer.

  • Die Schwäche des Taycan, dessen Produktion nun auf geringere Stückzahlen umgestellt wird, ist mehr als nur eine zyklische Schwankung – zeigt sich in ihr doch, wie schwierig es heute selbst für Porsche ist, der Krise zu trotzen, nachdem die wohlhabende, krisenresiliente Kundschaft dem Stuttgarter Autobauer jahrelang eine Sonderkonjunktur verschafft hatte.
  • Und bei der Entscheidung, den Macan in Europa nur noch als E-Auto auf den Markt zu bringen, spielt das Unternehmen mit hohem Einsatz – und das bei einer der volumenstärksten Baureihen.
  • Die Gewinnwarnung wegen des zeitweisen Ausfalls eines Zulieferers hat da gerade noch gefehlt.

Als Porsche-Chef Oliver Blume sich entschied, zusätzlich Chef von VW zu werden, war der Sportwagenbauer noch ein Selbstläufer. Doch die Voraussetzungen haben sich geändert – heute braucht auch dieses Unternehmen die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Porsche-Vize Lutz Meschke und Oliver Blume beim Porsche-Börsengang im Jahr 2022. Foto: dpa/Boris Roessler

Porsches Erfolg ist maßgeblich auf Oliver Blume zurückzuführen – doch er ist kein Sonnenkönig, der keine starken Führungskräfte neben sich zulässt. Deshalb ist er auch nicht der einzige, dem die Führung von Porsche zuzutrauen ist, die sein Vize Lutz Meschke schon heute faktisch mit ausübt.

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