SSB sagt Nein Abfuhr für Bärenschlössle-Shuttle

Beliebt bei Alt und Jung: das Bärenschlössle. Gehbehinderte Menschen können das Ausflugziel im Rotwildpark jedoch kaum erreichen. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky
Beliebt bei Alt und Jung: das Bärenschlössle. Gehbehinderte Menschen können das Ausflugziel im Rotwildpark jedoch kaum erreichen. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Aus Sicht der Stuttgarter Straßenbahnen AG rechnet sich der von vielen Bürgern gewünschte Zubringerdienst für Gehbehinderte nicht. Ein privater Betreiber könnte es richten.

Lokales: Jan Sellner (jan)

Stuttgart - Sollte ein Zubringerdienst eingerichtet werden, der gehbehinderten Menschen die Möglichkeit gibt, das Bärenschlössle im Rotwildpark zu besuchen? Viele Leserinnen und Leser finden, Ja. An einer Unterschriftensammlung des Privatmanns und Bärenschlössle-Fans Peter Gernbacher haben sich bisher mehr als 1600 Personen beteiligt.

Für die Stuttgarter Straßen Bahnen AG (SSB) als möglicher Betreiber eines solchen Shuttles ist das Thema jedoch vom Tisch. In einem Antwortschreiben an die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag, die sich für einen Zubringerdienst starkmacht, lässt Sabine Haaks, Kaufmännischer Vorstand der SSB, mitteilen: „Die SSB hat sich bewusst entschieden, sich nicht als Betreiberin eines Shuttles-Dienstes zum Bärenschlössle zu engagieren.“ Als städtisches Verkehrsunternehmen müsse man möglichst vielen Menschen in Stuttgart Zugang zu Mobilität bieten. „Dies können wir aber nur gewährleisten, wenn wir uns auf die Aufgaben konzen­trieren, bei denen den Kosten ein entsprechender Nutzen gegenübersteht.“ Fahrten mit Spezialfahrzeugen könne die SSB „nur schwer wirtschaftlich tragfähig anbieten“. Im Klartext: Ein Shuttle für Gehbehinderte ist der SSB zu teuer. Erledigt hat sich demnach auch die Idee, die von der SSB jüngst als Pilotprojekt vorgestellten Flex-Sammeltaxis für diesen Zweck einzusetzen. Ein Gedanke, den Gernbacher aufgebracht hatte.

Die Vorschläge reichen von Pferdekutschen bis zur Schmalspurbahn

Als Betreiber für einen Zubringerdienst schlägt Haaks in dem Schreiben an die Bundestagsabgeordnete vielmehr einen privaten Anbieter vor. „Ein möglicher Anbieter wäre aus unserer Sicht der Betreiber des Bärenschlössle selbst. Er dürfte ein großes Interesse daran haben, dass potenzielle Kunden sein Restaurant und Ausflugziel erreichen.“

Tatsächlich war es der langjährige Bärenschlössle-Pächter Jürgen Unmüßig selbst gewesen, von dem die Shuttle-Idee stammte. Die Absicht, das Motiv für den Vorschlag, auf wirtschaftliche Interessen des Pächters zu reduzieren, verkennt allerdings die Stimmungslage. Befördert wird der Shuttle-Gedanke von Älteren, die das Bärenschlössle, das ihnen seit Jahren vertraut ist, aufgrund körperlicher Einschränkungen so gut wie nicht mehr erreichen können. „Wie schnell kann es einen treffen, dass man gesundheitlich gezeichnet ist. Dann möchte man trotzdem am Leben teilhaben und schöne Plätze besuchen und genießen können“, meint etwa Günter Schneider aus Gerlingen.

Aus diesem von vielen geteilten Wunsch speisten sich eine Fülle von Vorschlägen – vom Comeback der Pferdekutschen über elektrische Golf-Carts bis hin zum Bau einer Schmalspurbahn. Letztere Idee stieß allerdings auch bei Shuttle-Befürwortern auf Bedenken. Immerhin: die SSB ist nach eigener Auskunft bereit, „einem potenziellen privaten Anbieter im Genehmigungsverfahren die Zustimmung zu erteilen“. Noch ist ein solcher allerdings nicht in Sicht.




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