Staatsanwaltschaft ermittelte 14 Monate lang Todesursache von schwangerer Frau ungeklärt

Bevor sie ohnmächtig wurde und starb, war die Schwangere    in der Siloah-Klinik in Pforzheim gewesen.  Die Frau hatte das Krankenhaus verlassen, obwohl die Ärzte ihr einen stationären Aufenthalt nahe gelegt hatten. Foto: dpa
Bevor sie ohnmächtig wurde und starb, war die Schwangere in der Siloah-Klinik in Pforzheim gewesen. Die Frau hatte das Krankenhaus verlassen, obwohl die Ärzte ihr einen stationären Aufenthalt nahe gelegt hatten. Foto: dpa

Eine 42-jährige Hochschwangere kam mit ihrem Mann in die Pforzheimer Siloah-Klinik und verließ sie wieder. Auf dem Heimweg wurde sie ohnmächtig und starb. Jetzt sind die Ermittlungen beendet.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Pforzheim - Fast auf den Tag genau 14 Monate nach dem Tod einer 42 Jahre alten, hochschwangeren Frau steht nun fest, dass die Todesursache nicht endgültig geklärt werden konnte. Vielmehr müsse man von einem „tragischen, schicksalhaften Verlauf“ ausgehen. Das hat die Staatsanwaltschaft Pforzheim auf Anfrage der StZ nun mitgeteilt. Entsetzen und Trauer waren damals groß in der rund 3500 Einwohner zählenden Gemeinde Gondelsheim im Kreis Karlsruhe. Die 42-Jährige war Pächterin des Vereinsheims des örtlichen Tennisclubs. Die Mutter von zwei damals vier und fünfzehn Jahren alten Kindern führte das Lokal mit ihrem Mann, sie galt als „Seele“ des Vereinsheims.

Die Frau hatte am 12. Dezember 2013 das Siloah Klinikum St. Trudpert in Pforzheim aufgesucht und war auf dem Nachhauseweg ohnmächtig geworden. Ihr Mann steuerte die Rechbergklinik in Bretten (Kreis Karlsruhe) an. Dort konnte nur noch ihr Tod festgestellt werden, das Baby überlebte schwerstbehindert, wie man inzwischen weiß. Die Anteilnahme im Ort war groß, viele folgten dem Spendenaufruf des Bürgermeisters. Der Mann habe mit den drei Kindern Gondelsheim jedoch sehr schnell verlassen, sagt Bürgermeister Markus Rupp. Offensichtlich hat er Hilfe bei Verwandten erhalten.

Der frühere OB von Bretten hatte der Klinik Vorwürfe gemacht

Auf die dramatischen Umstände des Todes der Frau hatte der frühere Oberbürgermeister Paul Metzger aufmerksam gemacht: Die Frauen müssten nach der Schließung der Geburtsabteilung in Bretten weite Wege auf sich nehmen. Als Kreisrat und Sprecher der Bürgerinitiative Rechbergklinik sah er seine Befürchtungen durch den „schockierenden Vorfall“ in schlimmster Weise bestätigt.

Seine Vorwürfe gegenüber der Pforzheimer Klinik indes, die viel Aufmerksamkeit erregten, wiederholte Metzger nicht mehr. Der Direktor des Klinikums hatte damals gegenüber der Stuttgarter Zeitung gesagt, die Frau sei keineswegs weggeschickt, sondern von einem Oberarzt und einer Hebamme untersucht worden. Es habe keine Indikationen für eine Geburtseinleitung gegeben, gleichwohl sei ihr ein stationärer Aufenthalt empfohlen worden. Das Ehepaar habe jedoch die Klinik ohne Rückmeldung verlassen.

Die Staatsanwaltschaft Pforzheim nahm ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren auf. Doch weder bei der Obduktion noch durch vier Gutachten habe die Todesursache letztlich geklärt werden können, sagte der Leitende Staatsanwalt Bernd Ebinger. Dass die Ermittlungen 14 Monate gedauert hatten, begründete er damit, dass alles getan werden sollte, um diesen tragischen Tod aufzuklären.

So folgte Gutachten auf Gutachten, unter anderem chemisch-toxikologische sowie aufwendige feinstgewebliche Untersuchungen an der Rechtsmedizin der Universität Heidelberg. Zudem musste in den Kliniken geprüft werden, ob alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt worden waren, sagte Ebinger. Es habe keinerlei Anhaltspunkte für Komplikationen gegeben.

Unsere Empfehlung für Sie