Staatsgalerie Stuttgart Pressechefin geht schon wieder

Helga Huskamp verlässt die Staatsgalerie wieder. Foto: Staatsgalerie Stuttgart/Oliver Kröning
Helga Huskamp verlässt die Staatsgalerie wieder. Foto: Staatsgalerie Stuttgart/Oliver Kröning

Sie hat in der Staatsgalerie Stuttgart in kurzer Zeit viel auf den Weg gebracht. Trotzdem geht Helga Huskamp schon wieder. Sie hatte zuvor bereits die Stiftung Bauhaus verlassen – wegen eines abgesagten Punkkonzerts.

Kultur: Adrienne Braun (adr)
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Stuttgart - Helga Huskamp wird geschäftsführendes Vorstandsmitglied am Zentrum und für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe. Sie folgt auf Christiane Riedel, die das ZKM im vergangenen Jahr auf eigenen Wunsch verlassen hatte. Damit gibt Helga Huskamp nach nur eineinhalb Jahren ihre Tätigkeit an der Staatsgalerie Stuttgart wieder auf. Sie war seit September 2019 Leiterin der Abteilung Kommunikation und Vermittlung und hat in dem Museum zahlreiche Neuerung mit auf den Weg gebracht – wie Podcasts oder das neue Museumsmagazin „Stirling“.

Der Pressesprecherin wurde die Schuld zugeschoben

Die 1968 geborene Huskamp ist promovierte Kunsthistorikerin. Sie war viele Jahre in der Wirtschaft und an Hochschulen tätig, bevor sie in den Kulturbetrieb zurückkehrte und zunächst stellvertretende Geschäftsführerin des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München wurde und danach Pressesprecherin der Stiftung Bauhaus Dessau war. In dieser Position geriet sie 2018 allerdings ins Kreuzfeuer. Die Stiftung Bauhaus hatte ein ZDF-Konzert mit der Punkband Feine Sahne Fischfilet abgelehnt, nachdem rechte Gruppierungen gegen den Auftritt protestiert hatten. Die Absage wurde von Kulturschaffenden scharf kritisiert mit dem Argument, man sei vor der rechten Szene eingeknickt. Claudia Perren, der Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, erklärte schließlich, dass man das Konzert nur abgesagt habe, um Rechtsextremen dabei keine Kulisse für Proteste zu liefern. Das allerdings sei schlecht kommuniziert worden, so Perren, die damit der Pressesprecherin die Schuld zuwies. Deshalb wurde Helga Huskamp von ihren Aufgaben freigestellt, was etwa die Grünen-Politikerin Cornelia Lüddemann als „Bauernopfer“ bezeichnete.

In Karlsruhe will die Kunsthistorikerin das ZKM weiterentwickeln

In Karlsruhe wird Helga Huskamp nun gemeinsam mit Peter Weibel, dem wissenschaftlich-künstlerischen Vorstand, das ZKM leiten. Sie wolle die strategische Weiterentwicklung des ZKM vorantreiben, sagte Huskamp zu ihrer Ernennung.




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