Der Gemeinderat der Stadt im Kreis Ludwigsburg kürzt querbeet Mittel für Bücherei, Schulen und in der Kultur. Doch es wird noch schlimmer kommen.
Das Landratsamt sitzt der Stadt Marbach im Nacken. Zeigt die tief in den roten Zahlen steckende Kommune jetzt keinen Sparwillen, wird das Kreishaus ihr harte Bandagen anlegen. Das machte Verena Weinreuter aus der Marbacher Kämmerei nun im Gemeinderat deutlich. „Wenn der Haushalt 2026 so aussieht wie der für 2025, werden keine Kreditermächtigungen mehr genehmigt. Das heißt, wir könnten keinerlei Investitionen finanzieren“, betonte sie. Denn der Kassenbestand gehe rapide zur Neige, sodass man für Projekte auf Fremdkapital angewiesen sei. Doch so weit dürfte es nicht kommen. Der Gemeinderat hat in der Sitzung ein erstes dickes Sparpaket geschnürt.
Kulturamt muss mit Hälfte der Mittel auskommen
Ungeschoren kommt dabei kaum ein Bereich davon. Beispielsweise wird das Budget der Schulen um 30 Prozent gekürzt, das der Kindergärten um 20. Auch das Kulturamt muss mit weniger Geld sein Programm auf die Beine stellen. Nur noch 22.500 Euro und damit die Hälfte der bisherigen Mittel werden hier bereitgestellt. Auf Eis gelegt wird zudem der Bau eines neuen Hallenbads. Zuschüsse für Schullandheime fallen ebenso flach wie die Neubürgerbegrüßung.
Die Grünen und die Gruppe Puls kämpften zwar darum, einzelne Positionen wie den Etat der Bücherei, des Kulturamts oder für den Tourismus von der Streichorgie ganz oder teilweise auszuklammern. Doch die Mehrheit der Runde vertrat die Auffassung, den von einer Sparkommission hinter verschlossenen Türen mühsam ausgehandelten Kompromiss nicht wieder aufzuschnüren und schweren Herzens alle ein bisschen bluten zu lassen. Sollte sich die Lage wieder entspannen, könne man die Kürzungen auch wieder rückgängig machen, betonte die CDU-Fraktionsvorsitzende Heike Breitenbücher.
Ausnahme für die Vereine
Eine Ausnahme machte das Gremium lediglich für die Vereine. Hier sollte die Förderung ursprünglich um 40 Prozent zurückgefahren werden. Heinz Reichert (SPD) hob jedoch hervor, dass die Vereine seit diesem Jahr erstmals Gebühren für die Hallennutzung zahlen müssten, also doppelt betroffen wären. Er regte deshalb an, die Zuschüsse nur um 20 Prozent zu reduzieren, womit eine Mehrheit mitgehen konnte.
Alles in allem könne der Ergebnishaushalt, in dem Aufwendungen und Erträge gegenübergestellt werden, im Jahr 2026 nun um rund eine Million Euro entlastet werden, erklärte Verena Weinreuter. Die Frau aus der Kämmerei stellte jedoch klar, dass das bei Weitem nicht reichen werde. Ein zweites Sparpaket sei bereits in Vorbereitung. Mit im Boot ist dabei ein externer Verwaltungsfachmann als Berater, um strukturelle Möglichkeiten einer Konsolidierung aufzuzeigen. Ein Schritt, den vor allem die Grünen gefordert haben, die finden, die Rathausmannschaft müsse sich effizienter aufstellen. Nur so könnten substanzielle Einsparerfolge gelingen.