Stadt nimmt an „Wattbewerb“ teil So will Waiblingen mehr Sonnenstrom erzeugen

Mehr Hausbesitzer sollen Anlagen auf ihre Dächer Foto: dpa/Patrick Seeger
Mehr Hausbesitzer sollen Anlagen auf ihre Dächer Foto: dpa/Patrick Seeger

In Waiblingen wird nur ein kleiner Teil der geeigneten Flächen für Fotovoltaikanlagen genutzt. Die Stadt plant nun mehrere Aktionen, um mehr Hausbesitzer zur Installation zu animieren.

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Waiblingen - In Waiblingen sind rund 900 000 Quadratmeter der Dachflächen sehr gut oder gut für eine Belegung mit Fotovoltaikanlagen geeignet, tatsächlich wird derzeit aber nur ein Zehntel dieser Flächen für die Erzeugung regenerativer Energie genutzt. „Unser Potenzial ist deutlich nicht ausgeschöpft“, sagt Klaus Läpple, der Leiter des Fachbereichs Umwelt. Gerade einmal vier Prozent des Strombedarfs in Waiblingen werden laut Läpple aktuell durch Fotovoltaikanlagen erzeugt. Mit Fotovoltaik auf geeigneten Gebäuden ließen sich 35 Prozent des Stromverbrauchs erzeugen, Anlagen auf Freiflächen entlang der Bahnanlagen könnten weitere sieben Prozent liefern.

Einen Schub in Sachen Ausbau der Fotovoltaik erhoffen sich Verwaltung und Gemeinderäte nun von der Teilnahme an einem bundesweiten Wettbewerb zwischen Kommunen, Neudeutsch: Städtechallenge. „Wattbewerb“ nennt sich die Idee, die Fossil Free Karlsruhe gemeinsam mit den Umweltbewegungen Parents for Future und Fridays for Future ausgelobt hat. Das Ziel dabei ist es, dass in einer Stadt möglichst viele Dächer mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden.

100 000 Euro aus städtischem Förderprogramm

Der Wettbewerb endet, sobald die erste Großstadt – eine Kommune mit mehr als 100 000 Einwohnern – ihre installierte Fotovoltaikleistung verdoppelt hat. Gewinner ist die Kommune, die bis zu diesem Zeitpunkt den größten Zuwachs an Fotovoltaikanlagen erreicht hat.

Der „Wattbewerb“ soll vor allem mehr Fotovoltaik auf private Dächer bringen, aber auch Betriebe anspornen. Momentan verzeichnen die Stadtwerke Waiblingen 941 Fotovoltaikanlagen, die rund 11 500 Kilowattpeak (KWp) liefern. 35 dieser Anlagen sind im Eigentum der Stadt, die übrigen gehören privaten Eigentümern.

Um Hausbesitzer zur Installation von Fotovoltaikanlagen zu animieren, will man von städtischer Seite Beratungen anbieten, außerdem sollen all jene, die Anlagen einrichten, Geld aus einem „Förderprogramm Fotovoltaik“ beantragen können. Das jährliche Budget liegt bei zunächst 100 000 Euro, Anträge können beim Umweltamt gestellt werden. Für die Planung und Errichtung von Fotovoltaikanlagen auf Wohngebäuden können Hausbesitzer bis zu 1000 Euro erhalten, wer Stromspeicher für ältere Fotovoltaikanlagen einrichtet, kann dafür eine Förderung von bis zu 800 Euro bekommen.

Klimaschutzmanager lässt noch auf sich warten

Die Waiblinger Gemeinderäte begrüßen den Ausbau der Fotovoltaik, sie sprachen sich einstimmig für die Teilnahme am Wettbewerb aus. Urs Abelein (SPD) wies darauf hin, dass die Stadt mit ihrem Förderprogramm nicht die Anschaffung von Anlagen an sich, sondern deren Planung und Aufbau fördern sollte – andernfalls bestehe die Gefahr, dass Hausbesitzern Fördergelder vonseiten des Landes oder Bundes entgehen könnten. Iris Förster von der Fraktion Grüne, Natur- und Tierfreunde (Grünt) und Tierschutzpartei merkte an, dass die Summe im Fördertopf eigentlich für die neue Stelle eines Klimaschutzmanagers oder einer Klimaschutzmanagerin gedacht gewesen sei, die bisher noch nicht ausgeschrieben wurde.

Eine Mehrheit des Gemeinderats hatte im Zuge der Haushaltsberatungen für das Jahr 2021 beschlossen, die Stadt solle sich für das „Förderprogramm des Landes zur klimaneutralen Verwaltung“ bewerben, mit Geldern daraus könnte die Stelle finanziert werden. Bislang gab es jedoch noch keine Entscheidung, ob der Förderantrag bewilligt wird – daher wurde die Stelle bislang weder ausgeschrieben noch besetzt. Allerdings hatte der Gemeinderat zudem beschlossen, dass die Stadt im Falle einer Ablehnung des Förderantrags die Stelle aus eigenen Mitteln finanziert.




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