Etwa sechs Kilometer lang ist die Strecke, auf der die geplante Stadtbahn Lucie auf Ludwigsburger Gemarkung unterwegs sein soll – inklusive der Innenstadtlinie und dem Abzweig ins Schlösslesfeld. Insgesamt soll die Stadtbahn, wenn alle Teilstrecken umgesetzt werden, von Markgröningen und Schwieberdingen bis Remseck-Pattonville, auf 20 Kilometern Schienen unterwegs sein.
Dennoch zahlt die Stadt Ludwigsburg für Planung und Bau mehr als die Anrainerkommunen Markgröningen, Möglingen, Schwieberdingen und Remseck sowie der Zweckverband Pattonville zusammen – nach der aktuellen Kostenschätzung sind das für den ersten Teilabschnitt zwischen Markgröningen und Ludwigsburg 6,3 Millionen Euro. Das verwundert einige Ludwigsburger, die mit dem Busverkehr in ihrer Stadt, wenn er nicht durch Baustellen und Streiks behindert wird, durchaus zufrieden sind und die Vorteile einer Stadtbahn eher für die Pendler aus den umliegenden Kommunen als für sich selbst sehen.
Wie Andreas Fritz, Sprecher des Landratsamts, mitteilt, haben die Zweckverbandskommunen für die Kosten, die nicht durch Fördergeld von Land und Bund gedeckt werden, den Verteilerschlüssel untereinander ausgehandelt und diesen auch in der Zweckverbandssatzung festgelegt. „In die Berechnung der prozentualen Anteile gehen Einwohnerzahlen, Streckenlänge und Zahl der Haltestellen auf dem jeweiligen Gemarkungsgebiet ein, wobei die Streckenlänge am stärksten gewichtet wurde“, erklärt Fritz.
Die Streckenlänge spielt die größte Rolle
Gewichtet werde dabei so: Einwohnerzahl 20 Prozent, Zahl der Haltestellen 20 Prozent, Länge der Strecke 60 Prozent. Auf die Stadt Ludwigsburg entfallen 25,71 Prozent, auf Markgröningen 8,93 Prozent, auf Möglingen 4,54 Prozent, auf Remseck 4,62 Prozent, auf den Zweckverband Pattonville mit Remseck und Kornwestheim 2,98 Prozent und auf Schwieberdingen 3,22 Prozent. Den Rest übernimmt der Landkreis.
Der Kostenschlüssel, der aufgestellt wurde, gelte zunächst für die Planungsphase, teilt der Sprecher des Landratsamts mit und ergänzt: „Falls einzelne Teilabschnitte nicht realisiert werden, ist es grundsätzlich möglich, dass in der Zweckverbandsversammlung Gespräche über die Kostenverteilung geführt werden.“
Stadtbahn soll nicht im Stau stehen
Im Übrigen, versichert Fritz, sei der Nutzen einer Stadtbahn auch für Ludwigsburg groß: „Die Pendler kommen zum Arbeitsplatz, die Kunden zu den Geschäften und Lokalen. Auch innerhalb Ludwigsburgs verkürzen sich die Fahrzeiten, da die Stadtbahn nicht im Stau steht. Außerdem verringert Lucie den CO2 - und Feinstaub-Anteil in der Luft, indem die für den Vorlaufbetrieb täglich mehr als 10 000 prognostizieren Fahrgäste auf der Markgröninger Bahn zum überwiegenden Teil auf das Auto verzichten – alles Vorteile, von denen die Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen profitieren.“