Stadtbahn in Leinfelden-Echterdingen Bei der U5 soll alles anders werden

Von Thomas Krämer 

Die Planungen für die Verlängerung der U 5 zur Markomannenstraße in Echterdingen wurden komplett über den Haufen geschmissen. Die neue Lösung ist deutlich teurer als noch 2011 geschätzt, aber erheblich günstiger als die 2016 angedachte Variante.

Bislang endet die U 5 am Bahnhof in Leinfelden, das soll sich ändern. Foto: Thomas Krämer
Bislang endet die U 5 am Bahnhof in Leinfelden, das soll sich ändern. Foto: Thomas Krämer

Leinfelden - Die Verlängerung der Stadtbahnlinie U 5 über die momentane Endhaltestelle am Bahnhof Leinfelden bis nach Echterdingen wird in der Filderkommune als ein wichtiges Vorhaben gesehen. Es gilt die vor allem im Berufsverkehr verstopften Straßen zu entlasten. Als erster Schritt soll die Schienenstrecke weiter in Richtung Neuer Markt rücken und damit das Zentrum des Ortes erschließen.

4,4 Millionen Euro würde die Verlängerung inklusive der Planung kosten, so eine Schätzung aus dem Jahr 2011. Nun haben die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) noch einmal nachgerechnet. „Ich bin beim Ergebnis auch selbst erst einmal erschrocken“, bekannte SSB-Chefplaner Volker Christiani am Dienstagabend im Technischen Ausschuss (TA). Denn gegenüber 2011 haben sich die geschätzten Kosten mehr als verdreifacht.

15,3 Millionen Euro würde die Umsetzung der bisherigen Planung kosten, die gegenüber der von 2011 erheblich verändert worden war. Denn allein mit den in den vergangenen Jahren gestiegenen Bau- und Planungskosten käme man auf eine – immer noch erkleckliche – Summe von zusätzlich 7,5 Millionen Euro. Kostentreiber sind jedoch mit insgesamt 7,8 Millionen Euro die Unterführung an der Geranienstraße und an der Markomannenstraße sowie eine Stützmauer an der Abgrenzung zum Neubaugebiet Schelmenäcker auf der Nordseite der Trasse.

Auf die Unterführungen wird verzichtet

Alles in allem viel, zu viel Geld „und auch keine gute Lösung“, sagte Christiani gegenüber den Mitgliedern des TA. Die Planung wurde daher komplett über Bord geworfen, in Abstimmung mit der Stadt wurden neue Entwürfe entwickelt: Die Gleise sollen nun auf einem Niveau mit dem sogenannten Quartiersplatz im Südwesten der Schelmenäcker liegen. Dadurch spart man sich die Stützmauer und kommt mit einer grünen Böschung aus. Wegfallen kann dadurch auch die Unterführung der Markomannenstraße.

Die Gleise der Stadtbahn soll man dort ebenerdig als „Z-Überweg“ überqueren können, was alleine vier Millionen Euro spart. Auch die Unterführung der S-Bahngleise in der Verlängerung der Geranienstraße soll nicht fortgeführt werden. Dort sollen Fußgänger die Stadtbahngleise ebenerdig überqueren, was 1,5 Millionen Euro günstiger ist. Die Haltestelle – die bis zu einer möglichen Weiterführung nach Echterdingen auch Endhalt würde – könnte östlich der S-Bahn-Unterführung Markomannenstraße gebaut werden. Die Gleise selbst würden ein Stück weiter enden, womit die Züge für die Rückfahrt in Richtung Stuttgart per Weiche auf das andere Gleis fahren könnten. Rund zehn Millionen Euro soll diese Variante nach Berechnungen der SSB kosten. „Davon müssten der Landkreis und die Stadt rund 4,5 Millionen Euro übernehmen“, sagte Christiani.

Auch im Schelmenäcker wird nachjustiert

Einstimmig begrüßten die Fraktionen den neuen Vorschlag, über den der Gemeinderat am kommenden Dienstag entscheiden wird. „Die Planung hat gewonnen“, sagte Grünen-Fraktionssprecherin Ingrid Grischtschenko. Wolfgang Haug (L.E. Bürger/FDP) dankte allen Beteiligten für die erfolgreiche Optimierung. SPD-Fraktionschef Erich Klauser freute sich über „einen Schritt in die richtige Richtung“ und hofft, dass nun alle technischen Probleme ausgeräumt seien.

Nachjustiert werden wird wohl auch noch im Neubaugebiet Schelmenäcker, wo durch das überarbeitete Konzept das Jugendzentrum und die Kindertageseinrichtung näher an die Max-Lang-Straße herangerückt wurden. Mitglieder des Jugendgemeinderats haben beklagt, dass das in Richtung der Gleise ausgerichtete „Rückzugsgebiet“ für die Jugendlichen von den Zügen einsehbar sei. Auch Stadtrat Walter Vohl (Freie Wähler) findet, dass der neue Treffpunkt für die Jugendlichen „reingequetscht“ wirken würde. Über dieses Thema soll bei der nächsten TA-Sitzung diskutiert werden.