Stadtbahn in Stuttgart SPD will Gleise im Süden teils unter die Erde legen

Von  

Die SPD im Stuttgarter Süden schlägt vor, die Stadtbahn vom Marienplatz bis nach Kaltental unter die Erde zu verlegen. Für die Böblinger Straße wäre dies ein enormer Gewinn. Bislang würden bei den Planern die Bedürfnisse der Menschen im Süden zu wenig beachtet.

Auf der Böblinger Straße kommt die Bahn aus dem Untergrund. Foto: Kathrin Wesely
Auf der Böblinger Straße kommt die Bahn aus dem Untergrund. Foto: Kathrin Wesely

S-Süd - Der Stuttgarter Süden wird zweifach zersägt – an seinem vorderen Ende von der B 14 und am hinteren von den Stadtbahngleisen. An der Autostraße sind die Stadtplaner dran und suchen nach Möglichkeiten, deren negative Wirkungen durch bauliche Eingriffe abzumildern. Die Gleistrasse aber scheint bis in alle Ewigkeit gesetzt.

Eingeschränkte Lebensqualität

Dagegen wehrt sich nun die SPD-Fraktion im Bezirk und fordert, dass zumindest geprüft werden soll, ob die Schienen nicht unter die Erde gelegt werden könnten. Die Bahn führte dann vom Marienplatz bis nach Kaltental unterirdisch. Für den Stadtbezirk und insbesondere für die Böblinger Straße, der die Trasse zu Beginn der 1970er beschert wurde, wäre dies ein enormer Gewinn, finden die Genossen. Denn, „was die Lebensqualität der Bevölkerung nach wie vor einschränkt, die Funktionalität der verschiedenen Plätze begrenzt und darüber hinaus die sich verändernde Mobilität einschränkt, ist die Trassenführung der Stadtbahn“. Sie bringe etwa in der Polizeisiedlung ständig Probleme und erfordere „gefährliche Querungen an Plätzen und Straßen“.

Mit den 80-Meter-Zügen wachsen die Probleme

Die Situation dürfte sich verschärfen, wenn später auch noch 80-Meter-Züge durch den Bezirk rollen, warnt die SPD-Fraktion in ihrem Antrag, den sie im Bezirksbeirat vorstellen wird. Man begrüße den geplanten Ausbau der Transportkapazität zwar grundsätzlich. Allerdings würden die langen Züge die „Zerteilung sowohl optisch als auch tatsächlich“ noch verstärken. Insbesondere im Hinblick auf die geförderte Stadterneuerung in Kaltental wäre das bedenklich: Sei es doch eines der Ziele, die beiden Talseiten besser zu verzahnen. „Die jetzige Planung“, schlussfolgern die Genossen, habe „lediglich die Funktionalität der Stadtbahnen im Blick“. In der nächsten Sitzung des Bezirksbeirates am kommenden Dienstag darf man eine lebhafte Diskussion zu dem Antrag der SPD zu erwarten.

Auf der Tagesordnung stehen außerdem ein Zwischenbericht der Verwaltung über die Sanierung des Schwabtunnels sowie ein Ausblick auf die künftige Verkehrsführung dort, ferner ein Antrag der Grünen, die sich eine Fahrradreparatursäule auf dem Südheimer Platz wünschen, sowie diverse Anträge zu Festivitäten im Freien.

Sonderthemen