Stadtbahnlinie U12 in Stuttgart Helle Haltestelle mit Edelstahl-Ambiente

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Der Ausbau der Stadtbahnlinie U 12 zwischen Hallschlag und Aubrücke geht weiter. Die Rohbauarbeiten im Tunnel sind so gut wie fertig – auch die Pläne für die Haltestelle Bottroper Straße nehmen Gestalt an . Im Frühjahr beginnt der Gleisausbau.

In der Wandverkleidung aus Edelstahl   in  der Haltestelle Bottroper Straße sollen sich später die Wohnhäuser nebenan spiegeln. Foto: Emch + Berger 6 Bilder
In der Wandverkleidung aus Edelstahl in der Haltestelle Bottroper Straße sollen sich später die Wohnhäuser nebenan spiegeln. Foto: Emch + Berger

Stuttgart - Die Trasse der Stadtbahnlinie U 12 zwischen der bisherigen Endstation Hallschlag und der Aubrücke in Münster nimmt Konturen an. Die rund 500 Meter Tunnel auf dem 1,1 Kilometer langen Streckenabschnitt sind im Rohbau fertig. „Nun müssen wir die beiden in offener Bauweise erstellten Abschnitte noch mit der bergmännisch vorgetriebenen Röhre verbinden“, sagt der Ingenieur Konrad Fuchs vom Tiefbauamt. Demnächst werden Bankette für Kabel eingebaut und die Sohle für das Gleisbett hergestellt. Im Herbst sollen die in offener Bauweise erstellten Tunnelabschnitte mit Erde abgedeckt werden. Dann könne an einem Wochenende im Oktober die von der Löwentor- zur Bottroper Straße führende Behelfsbrücke abgebrochen werden.

Von der Haltestelle Hallschlag führt der Streckenabschnitt in einem immer tiefer liegenden 450 Meter langen Trog entlang der Löwentorstraße bis zu der terrassenförmig angelegten Haltestelle Bottroper Straße. „Auch diese ist bereits im Rohbau fertiggestellt“, erläutert der SSB-Ingenieur Markus Zwick beim Rundgang über die Stadtbahnbaustelle. Später wird es neben der Stadtbahnstrecke einen Radweg geben. „Jetzt brauchen wir diesen Platz allerdings noch als Baustraße“, informiert Fuchs. Auf der Seite der Wohnhäuser gestalte man die Böschung aber bis Ende des Jahres mit Natursteinen.

Haltestelle soll offenes und lichtes Ambiente bekommen

Die bis zu 6,5 Meter unter dem Straßenniveau liegende Haltestelle wird mit Travertin und Edelstahl verkleidet. Die wellenförmige Wand gegenüber der Terrasse erhält ebenfalls ein Kleid aus Edelstahl. „Darin spiegeln sich dann der Himmel und die gegenüberliegenden Häuser“, erläutert Zwick. Das gebe dem tiefer gelegten Halt ein offenes und lichtes Ambiente.

Das unterhalb der Haltestelle stehende dunkle Betriebsgebäude soll bald nahezu unsichtbar sein. „Davon ist später kaum noch etwas zu sehen, weil es im Lärmschutzwall verschwindet“, erklärt Fuchs. Der Zweckbau enthält neben der Stromversorgung und Notstromaggregat auch die Signaltechnik für die Stadtbahn und den Einspeisepunkt für die Löschwasserleitungen im Tunnel. „Der Innenausbau hat bereits begonnen“, so Fuchs.

Der Gleisbau beginnt im März 2016

„Zur Zeit bereiten wir die Ausschreibung für den Gleisbau vor“, ergänzt Zwick. Es gebe zwei Baulose, damit ab März 2016 an zwei Stellen gleichzeitig gearbeitet werden könne. „Etwa ein halbes Jahr später können wir dann die Masten für die Oberleitung aufstellen“, erklärt Zwick den geplanten Baufortschritt.

Bei der laufenden Sanierung der Stadtbahnlinie 14 in Münster wird auch für das U-12-Projekt gearbeitet. „Wir bereiten bei der Aubrücke den Untergrund für den Einbau der Weichen vor“, so Zwick. Dort schwenken von Mitte 2017 an die U-12-Bahnen auf die Strecke der U 14 nach Remseck ein. Bei den Arbeiten müssen die Brückenränder wegen der höheren Belastung verstärkt werden. Da die SSB auf der neuen Linie zwischen Dürrlewang und Remseck von Mitte 2017 an 80 Meter lange Doppelzüge einsetzen, müssen die Haltestellen Hofen und Hornbach längere Bahnsteige erhalten. Die Stationen Wagrainäcker, Max-Eyth-See und Auwiesen sind schon fertig. Die Kosten von 120 Millionen Euro für die U-12-Trasse vom Europaviertel zur Aubrücke sollen trotz der um sechs Monate späteren Fertigstellung stabil bleiben.

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