Stadtbild Waiblingen Mehr Grün: Bei Neugestaltung Alter Postplatz dürfen Bürger mitreden

Den Alten Postplatz finden viele Waiblinger trist. Sie wünschen sich mehr Grün. Foto: Gottfried Stoppel

Von der Betonwüste zum grünen Drehkreuz: Diese Ideen haben Landschaftsarchitekten für den Alten Postplatz in Waiblingen. Auch die Bürger dürfen bei der Neugestaltung mitreden.

Asphaltwüste, Hitzeinsel, Glutofen – wenn vom Alten Postplatz in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) die Rede ist, dann klingt das meist wenig einladend. Das soll sich bald ändern. Die Stadtverwaltung hat Experten beauftragt, sich Gedanken zu machen, wie der Platz grüner und einladender gestaltet werden könnte. Moritz Greiner vom Landschaftsarchitekturbüro Luz aus Stuttgart hat diese Woche erste Ergebnisse dazu im Planungssausschuss vorgestellt. Aber auch die Ideen der Waiblingerinnen und Waiblinger sind gefragt, daher plant die Stadt zusätzlich eine Bürgerbeteiligung.

 

„Ich bin froh, dass wir da einen Anfang machen“, sagte der CDU-Stadtrat Hans-Ingo von Pollern: „Die Aufenthaltsqualität auf dem Alten Postplatz geht im Sommer gegen Null.“ Während die Neugestaltung des Postplatzes wohl erst im kommenden Jahr abgeschlossen werden kann, tut sich in der Nachbarschaft schon etwas. Die Querspange soll bis zum Sommer ebenfalls grüner und mit einem Belag aus Klimastein-Pflaster versehen werden. Derzeit wird der dortige Rewe-Markt modernisiert und um die Fläche einer Passage vergrößert, die dauerhaft geschlossen wird.

Der Bereich des Treppenaufgangs wird mit Gräsern und Stauden begrünt, außerdem säumen künftig Beete die Seiten der Fahrbahn. Noch mehr Grün, etwa größere Bäume, seien nicht möglich, weil die Last auf das unter der Querspange liegende Brückenbauwerk, das derzeit saniert wird, nicht zu hoch werden dürfe, erklärte der Baubürgermeister Dieter Schienmann auf Nachfrage. Laut der Stadtverwaltung liegt die Belastungsgrenze der Querspange bei 500 Kilogramm pro Quadratmeter.

Postplatz: Klimastein-Pflaster mit Kühlungseffekt

Der Blick vom Postplatz auf die Querspange, die ebenfalls begrünt wird. Foto: Gottfried Stoppel

Bei der Neugestaltung des Postplatzes sei viel Fingerspitzengefühl nötig, sagte Moritz Greiner im Hinblick auf das „rege Treiben“ in diesem Bereich. Über den Platz führen viele Wege, die von Fußgängern, Radfahrern und Autos genutzt werden. Unter dem Platz verlaufen zahlreiche Leitungen, außerdem gibt es eine Tiefgarage. All das müsse berücksichtigt werden, erklärte Moritz Greiner. Die „krasse Architektursprache“ des Platzes mit seinen drei kubischen Gebäudeblöcken ließe sich nach den Vorstellungen des Büros Luz beispielsweise mit ovalen, etwas höher liegenden bepflanzten Inseln auflockern. Sie sollen auch dazu dienen, die Fußgängerbereiche vom restlichen Verkehr abzuschirmen.

Den Postplatz stellt sich das Büro Luz als „grünes Drehkreuz“ und Treffpunkt vor und plant unter anderem Pflasterflächen für die Zufahrt zur Tiefgarage Querspange, um den Autoverkehr zu verlangsamen. Gehölze sollen die Zufahrt zum Gehweg abgrenzen. Der Bereich um die große Platane, die vor dem Rewe-Markt steht, könnte entsiegelt, begrünt und mit einer Sitzgelegenheit ausgestattet werden. Vor der Bäckerei wäre eine bewachsene Pergola als Schattenspender denkbar, als weiteres vertikales Grün schlägt das Büro Luz begrünte Mauern und mehrere Bäume vor.

Geeignet wäre beispielsweise eine spezielle Ulmenart in Säulenform, die eher kleinwüchsig ist, erläuterte Greiner. Auch gut geeignet, da robust, sei der Eisenholzbaum, der mit seiner schirmförmigen Krone für Schatten sorge. Im Fußgängerbereich sollen wie an der Querspange versickerungsfähige Betonpflastersteine verlegt werden. Diese speichern Regenwasser, was gerade im Hinblick auf Starkregen wichtig ist. Denn bei solchen Ereignissen fließt das Wasser von der Mayenner Straße direkt auf den Postplatz. Ein weiterer positiver Aspekt des Klimastein-Pflasters ist, dass bei der Verdunstung des gespeicherten Wassers ein Kühlungseffekt eintritt. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass es sich künftig auch im Sommer auf dem Alten Postplatz in Waiblingen aushalten lässt.

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