Stadtentwicklung Baustart am Österreichischen Platz

Von Hildegund Oßwald 

Die Bauarbeiten beginnen: Der große Büro- und Geschäftskomplex am Österreichischen Platz wird das Stadtbild nachhaltig verändern.

Österreichischer Platz Foto: Achim Zweygarth 3 Bilder
Österreichischer Platz Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die große Baugrube am Österreichischen Platz ist bereits seit gut einem Jahr ausgehoben, nur getan hat sich auf dem ehemaligen Areal der WGV-Hauptverwaltung bisher nichts. Das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Nachdem sich nach langer Suche erste Mieter für den von der Hochtief Projektentwicklung geplanten Büro- und Geschäftskomplex gefunden haben, wird jetzt mit den Bauarbeiten begonnen.

"Wir haben die erforderliche Vorvermietung erreicht und starten", bestätigte die Pressesprecherin des Unternehmens, Gabriele Stegers, auf Anfrage. Von den rund 12.000 Quadratmetern für Büros und Gewerbe gehen demnach 4000 Quadratmeter an ein Fitnessstudio. Auch die neun größeren Wohnungen, die auf Drängen des Gemeinderats in den oberen Stockwerken entstehen, sind laut Hochtief vergeben. Und zwar an ein Unternehmen, das Wohnraum für Beschäftigte vermiete, die mit ihrer Familie nach Stuttgart kommen.

Bis Mitte 2013 soll der große Komplex, der das ganze Dreieck zwischen Paulinenbrücke, Tübinger Straße und Feinstraße ausfüllt und einen Innenhof erhält, fertig werden. Danach wird am Österreichischen Platz nichts mehr so sein wie es war. Der Neubau wird das Stadtbild an dem Verkehrsknoten zwischen den Bezirken Mitte, Süd und West nachhaltig verändern und aufgrund seiner Masse und Optik großstädtisch aussehen lassen - zusammen mit dem Einkaufszentrum Gerber, das nur wenige Meter entfernt auf der anderen Seite der Paulinenbrücke dem ganzen Quartier einen neuen Stempel aufdrücken wird.

Marienkirche soll nicht in den Schatten gestellt werden

Vor allem die schiere Größe und die Höhe des Caleido genannten Neubaus von Hochtief hatten anfangs zu so großen Widerständen in den Bezirksbeiräten von Mitte und Süd geführt, dass sich das Bebauungsplanverfahren lange hinzog. Die katholische Kirche sah ihre Marienkirche regelrecht in den Schatten gestellt und konnte am Ende der Debatte wenigstens einen Punktsieg verbuchen.

Hochtief musste die Höhe des Gebäudes an der Tübinger Straße um zwei Meter auf jetzt 21 Meter abspecken und die Fassade zurücksetzen. Größeren Abstrichen stand die Tatsache im Weg, dass die Stadt Jahre zuvor eine Grünanlage dem Bauareal zugeschlagen und verkauft hatt, und zwar mit der Maßgabe eines großen Bauvolumens, um einen höheren Preis zu erzielen. Auch um Bäume und Stellplatzzahl war heftig gerungen worden, bis der Bebauungsplan stand. Hochtief hatte dann das Baurecht, fand aber zunächst keine Mieter, um starten zu können. Auch die Hoffnung, ein Ministerium als Mieter zu bekommen, hat sich bisher nicht erfüllt.




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