Stadtentwicklung Ein Strategiepapier für Ditzingen

Ditzingen will  von den Bürgern wissen, wo sich die Stadt hinentwickeln soll, die eng verflochten ist  mit Kommunen im Landkreis.Foto: Simon Granville Foto: S/S
Ditzingen will von den Bürgern wissen, wo sich die Stadt hinentwickeln soll, die eng verflochten ist mit Kommunen im Landkreis. Foto: Simon Granville

Es klingt nach viel Theorie, letztlich aber soll das Integrierte Stadtentwicklungs- und Klimaanpassungskonzept Überlegungen zur Zukunft der Stadt Ditzingen bündeln.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)
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Ditzingen - Wo soll sich die Stadt hinentwickeln? Wie sollen die Themen Verkehr, Mobilität, Nahversorgung, Wohnen, Betreuung sinnvoll kombiniert werden? Vor allem aber: Wie stellen sich die Ditzinger ihre Stadt vor? Was fehlt, was wird gewünscht, was soll verändert werden? Auf all das soll ein „Integriertes Stadtentwicklungs- und Klimaanpassungskonzept“ Antworten geben. Der sperrige Name umfasst eine Idee davon, wohin sich die Große Kreisstadt entwickeln soll. Nach dem Fachausschuss befasst sich am kommenden Dienstag der Gemeinderat mit dem Thema.

Um was geht es? Stadtentwicklungs-und Klimaanpassungskonzepte, auch Integrierte Stadtentwicklungskonzepte – kurz: ISEK – genannt, sind ein inzwischen immer wieder genutztes Instrument in der Planung von Städten und Gemeinden. Letztlich geht es dabei darum, getroffene Entscheidungen, vorliegende Konzepte zu Teilbereichen der kommunalen Planung sowie die Bürgermeinung zu kombinieren. Wie das auch in Coronazeiten gelingen kann, hat die Stadträte im Ausschuss für Technik und Umwelt beschäftigt.

Kernaussagen zu verschiedenen Themen werden erwartet

Wer begleitet das Projekt? Der Gemeinderat hat auf Vorschlag der Verwaltung das Büro Internationales Stadtbauatelier mit der Organisation des ISEK beauftragt. Das Büro hat inzwischen die Stadt in vielen Bereichen analysiert, die Untersuchung des Status quo bildet die Grundlage des Konzepts.

Aussagen darüber – etwa über die Lärmbelastung oder die Nahversorgung – werden zu jedem einzelnen Stadtteil gemacht. Die Analyse „aus verschiedenen Quellen“ bildeten zusammengenommen „sehr gute Grundlagen für jedes Thema“, heißt es aus dem Büro Stadtbauatelier.

Die Quellen bestehen aus Untersuchungen, welche die Stadt bereits zu einem früheren Zeitpunkt unabhängig voneinander etwa zum Verkehr in Auftrag gegeben hatte. Kernaussagen sollen in den Bereichen demografische Entwicklung, Wohnen, Nahversorgung, Nutzungsverteilung, Mobilität und Verkehr, Klimaschutz und Anpassung, Stadtstruktur und Stadtbild sowie zum Thema Digitalisierung gemacht werden.  

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Was sagen die Stadträte? In der Aussprache über die Analyse stellten die Stadträte zwar einige Lücken in der Bestandsaufnahme fest, etwa nicht aufgeführte Ladengeschäfte – was nun nachgearbeitet werden soll. Aber grundsätzlich waren sie positiv gestimmt.

Herbert Hoffmann (SPD) etwa zeigte sich beeindruckt von der Menge an zusammengetragenen Informationen, die eine „zutreffende Beschreibung von Stärken und Schwächen“ seien, in der aber auch „relativ heftige Defizite“ ausgemacht würden. Das wiederum mache es spannend.

Während sich Horst Kirschner (Freie Wähler) mit der aus seiner Sicht massiven Kritik konkret am Stadtteil Hirschlanden schwer tat, lenkte Horst Ludewig (FDP) den Blick auf die sich jetzt anschießende Bürgerbeteiligung. Ihm stelle sich die Frage, so der Heimerdinger, ob eine Bürgerbeteiligung online richtig sei, zumal sich ja auch ältere Bürger daran beteiligten.

Der Grünen-Stadtrat Ulrich Steller sprach von den zwei Seelen, die in seiner Brust wohnten. „Sehr vieles“ sei „sehr allgemein auf abstrakter Stufe“ gehalten, wie etwa das Thema Radwege. Andererseits seien die Themen „sehr spannend“. Er wollte wissen, ob sich die Stadträte auch außerhalb der Ratsarbeit einbringen könnten – was die Organisatoren als Signal in die Bevölkerung hinein ausdrücklich begrüßten.

Die Stadtverwaltung legte zudem als Antwort auf Ludewig dar, dass eine Mischung an verschiedenen Beteiligungsformen geplant sei. Es reiche schon wegen Corona nicht aus, in eine Halle zur Präsenzveranstaltung einzuladen. Und sich nur auf die klassischen Beteiligungsformen zu konzentrieren, sehe er kritisch, wenn man Jüngere erreichen wolle, sagte Stadtbauamtsleiter Markus Beutner.

Als erstes sollen Bürger online befragt werden

Was folgt als Nächstes? Eine erste Onlinebeteiligung soll laut der Stadt Mitte dieses Monats beginnen. Die offizielle Auftaktveranstaltung in der Stadthalle ist dann Anfang Dezember in Präsenz vorgesehen.




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