Stadtentwicklung in Bernhausen Stadt will Weichen für Bildungsquartier stellen

Auf diesem Parkplatz hinter dem Drogeriemarkt Rossmann  entsteht das neue Schulungszentrum Foto: Götz Schultheiss
Auf diesem Parkplatz hinter dem Drogeriemarkt Rossmann entsteht das neue Schulungszentrum Foto: Götz Schultheiss

Ein Investor möchte neben der Stadtbibliothek in Bernhausen ein Schulungszentrum errichten. Es soll auf dem Parkplatz an der Friedensstraße hinter dem Drogeriemarkt Rossmann entstehen. Der selbe Investor will auf dem Anbau am Drogeriemarkt drei Stockwerke mit Wohnungen und Büros aufbauen. Der Gemeinderat soll am Montag, 4. April, für die Bebauungspläne grünes Licht geben.

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Bernhausen - Eine „Bereicherung in der Stadtentwicklung“ verspricht Baubürgermeister Reinhard Molt den Filder­städter Bürgern. Am Montag, 4. April, stellt der Gemeinderat dafür die Weichen. In der Sitzung geht es um die Weiterentwicklung des Areals an der Ecke der Volmarstraße und Filderbahnstraße. Auf den Schotterparkplätzen an der Friedensstraße hinter dem Gebäudekomplex, in dem die Stadtbibliothek, Arztpraxen, Geschäfte und Büros untergebracht sind. Der 1234 Quadratmeter große Bauplatz gehört zum 2015 vom Gemeinderat festgelegten Sanierungsgebiet Innenstadt.

Derselbe Investor ist es auch, der auf dem flachen Anbau, der dem Drogeriemarkt Rossmann gegenwärtig als Lager dient, drei Etagen für Wohnungen und Büros errichten will. In ästhetischer Hinsicht soll sich dieses neue Gebäude der Stadtbibliothek anpassen. Ein Einzelhändler im Erdgeschoss soll außerdem nach dem Willen der Stadt die Entwicklung einer innerstädtischen Einkaufsmeile an der Volmar­straße und an der Ecke der Volmarstraße/ Filderbahnstraße unterstützen. Durch die Aufstockung mit vermarktbaren Geschäftsräumen in zentraler Lage beabsichtigt die Stadt, örtlichen Unternehmen Entwicklungsspielräume zu bieten. In seiner Sitzung Anfang nächster Woche soll der Gemeinderat für die beiden Bebauungspläne grünes Licht geben.

Mit dem Investor ist Stillschweigen vereinbart

Namentlich will Reinhard Molt den Investor noch nicht nennen, obwohl seinen Namen in Bernhausen schon die Spatzen von den Dächern pfeifen. Diesem Gezwitscher nach soll es sich um die Hotelierfamilie Schumacher/Holzwarth handeln, die im neuen Quartier Grundstücke besitzt.

„Mit dem Investor ist bezüglich der Details noch Stillschweigen vereinbart. Aber in das neue Schulungszentrum mit gastronomischer Nutzung im Erdgeschoss kommt eine Bildungseinrichtung, die in Filderstadt schon existiert“, sagt Reinhard Molt. In einem späteren Schritt wolle die Stadt das Thema Bildungsquartier in Richtung der Aicher Straße vor allem für kommunale Einrichtungen fortsetzen. Dabei werde vor allem an die Volkshochschule gedacht, die am gegenwärtigen Standort an der Schulstraße in Plattenhardt Probleme mit der Barrierefreiheit habe.

Schulungszentrum soll lokale Wirtschaft ankurbeln

„Mit einem Neubau im Bildungsquartier wäre nicht nur die Anbindung an die benachbarte Stadtbibliothek, sondern auch an die nahe gelegene S-Bahn gegeben“, sagt Molt. Ein Zeithorizont für dieses Zukunftsprojekt sei allerdings noch nicht absehbar. „Wegen der hohen Kosten für die Flüchtlingsunterbringung müssen wir mit unseren Finanzen vorsichtig umgehen“, sagt der Bürgermeister. Schneller vorangehen wird es aber mit dem Schulungszentrum. Davon versprechen sich die Stadtplaner zusätzliche Besucher in der Innenstadt. „Diese können sich – mit entsprechender Kaufkraft ausgestattet – positiv auf die Nachfrage im Einzelhandel auswirken“, heißt es in einer Sitzungsvorlage für die Stadträte. Außerdem, schwelgen die Stadtplaner, werde wegen der mehrtägigen Seminare eine Steigerung der Nachfrage im Gastronomie- und Hotelierbereich erwartet. Als ersten Ansatz zur Berücksichtigung sozialer Belange werten die Planer die Unterbringung der Gastronomie in das Bildungszentrum.

Beide Vorhaben, das Schulungszentrum und die Aufstockung des Anbaus an die Bibliothek, sind Beispiele für Innenentwicklungsprojekte. Dabei geht es um Umweltschutz: Wenn freie Flächen in der Stadt bebaut oder bestehende Gebäude aufgestockt werden, muss am Stadtrand keine Wiese unter Asphalt und Beton verschwinden.




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