Stadtentwicklung in Herrenberg Areal an der Bahnlinie wird neu gestaltet

Von gig 

Der ortsansässige Projektentwickler Marquardt will 14 Millionen Euro investieren, um ein Gebäudeensemble mit Gastronomie, Einzelhandel, Büros und Wohnungen zu errichten. Im Sommer oder Herbst 2018 sollen die Bagger anrollen.

Seit dem Jahr 2000 ist  ein 3600 Quadratmeter großes Gelände in  Herrenberg  Brachland – nicht weit  von der Altstadt und der Stiftskirche entfernt.Foto:factum/Granville Foto:  
Seit dem Jahr 2000 ist ein 3600 Quadratmeter großes Gelände in Herrenberg Brachland – nicht weit von der Altstadt und der Stiftskirche entfernt. Foto:factum/Granville

Herrenberg - Was lange währt, soll nun endlich gut werden. Wo einst die Herrenberger Stadtbibliothek stand und abgerissen wurde, weil sie in die Jahre gekommen war, soll ein neues, architektonisches Ausrufezeichen gesetzt werden. Das 3600 Quadratmeter große Areal an der Bahnhofstraße ist eines der letzten Filetgrundstücke, die in Herrenberg auf die Bebauung warten. Noch dazu in zentraler Lage. „Stadteingänge wie diese sind eine Visitenkarte, die wir angemessen gestalten möchten“, sagt der Baubürgermeister Tobias Meigel. Dem Vernehmen nach hat sich der Projektentwickler Marquardt selbst bei der Stadt gemeldet und sein Interesse bekundet, das städtische Gelände zu erwerben und zu bebauen. Die Stadt betrachtet das Ansinnen als Glücksfall. „Marquardt hat bereits sehr ansehnliche und renommierte Projekte vorzuweisen“, verlautet aus der Stadtverwaltung. Mit dem Büro will die Stadt nun ins Geschäft kommen.

Projektentwickler will selbst einziehen

„Die Besucher, die sich am Bahnhof in Richtung Altstadt orientieren, sollen gleich unsere Schokoladenseite zu sehen bekommen“, sagt Meigel. Joachim Marquardt, der Geschäftsführer des gleichnamigen Planungsbüros, hat selbst Interesse daran, dass etwas Hochwertiges entsteht. Bisher befindet sich sein Büro in der Spitalgasse in engen Verhältnissen. Er will expandieren und selbst mit seiner Firma in das Gebäudeensemble einziehen.

Auf dem Flugfeld von Böblingen und Sindelfingen hatte er vor Jahren das Medicum errichtet, ein schmuckes Ärztehaus. Und derzeit entsteht am Listplatz in Böblingen das neue City-Quartier mit Einzelhandel, einem Café, Büros und Wohnungen, das Marquardt zusammen mit dem Siedlungswerk errichten lässt. Ähnliches plant er nun auch in seiner Heimatstadt. 14 Millionen Euro will er investieren, über den Kaufpreis des Grundstücks schweigen sich die Stadtverwaltung und er aus. Nur so viel verrät der Investor: Er möchte seine Bürofläche enorm vergrößern und sich auch etwas Wohnfläche für den Eigenbedarf sichern.

Sechs Wohnungen und Büros

Mit im Boot hat er einmal wieder seinen Freund Traugott Lieb, der in Freudenstadt ein Architekturbüro führt. Mit Lieb hat er auch das Böblinger City-Quartier in die Tat umgesetzt. Als herausragende Referenz kann Lieb auch auf das Abgeordnetenhaus des Deutschen Bundestages in Berlin verweisen. In Herrenberg ist das aktuelle Vorhaben des Tandems Marquardt und Lieb etwas kleiner dimensioniert. Sechs Wohnungen mit einer Fläche von insgesamt 680 Quadratmetern sind in dem vierteiligen Gebäude geplant, das drei- bis viergeschossig werden soll. Sie liegen jeweils in der obersten Etage. In den unteren Geschossen sind Büros vorgesehen, die bisher kalkulierte Gesamtfläche liegt bei 2170 Quadratmetern. Interessant für die breite Bevölkerung dürfte die Planung mit Einzelhandel und Gastronomie werden Denn im Erdgeschoss sollen ein Lebensmittelhändler mit einer Verkaufsfläche von 680 Quadratmeter und ein Café einziehen. Im Gastrobereich, der sich auch auf einen kleinen Platz vor dem Gebäude erstrecken soll, sind innen 220 Quadratmeter vorgesehen.

Noch vor der Sommerpause soll der Startschuss für die konkrete Planung fallen. Darüber entscheidet der Gemeinderat voraussichtlich am 18. Juli. Auch die Bürger sollen anschließend mitreden dürfen, zum Beispiel auch, wenn es um die Autostellplätze geht. 51 sind bisher in einer Tiefgarage geplant, acht davon überirdisch. Mit dem Bau könnte in zwölf bis 15 Monaten begonnen werden. Als Bauzeit, so schätzt Joachim Marquardt, werde man weitere 15 bis 18 Monate benötigen.




Veranstaltungen