Stadtentwicklung in S-Mitte Diskussion um die Leonhardsvorstadt ist eröffnet

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Die Initiative zur Wiedervereinigung der Altstadt lädt zum ersten Bürgergespräch ein. Dabei soll auch die Gründung eines Vereins in Mittelpunkt stehen.

Für die Initiative ist das Züblin-Parkhaus ein Keil, der das Quartier trennt. Foto: Lg/Piechowski
Für die Initiative ist das Züblin-Parkhaus ein Keil, der das Quartier trennt. Foto: Lg/Piechowski

Stuttgart - Bohnenviertel und Leonhardsviertel sollen wiedervereint werden – zur historischen Leonhardsvorstadt. So zumindest will es eine Initiative aus ansässigen Vereinen, Bezirkbeiratsmitgliedern und engagierter Bürger, die zuletzt auch die Rückendeckung der Stadtverwaltung gewinnen konnten. Am 2. Februar lädt die Initiative um 19 Uhr zu einem Informations- und Ausspracheabend ins Stadtteilhaus-Mitte an der Christophstraße 34 ein – und löst damit das Versprechen ein, Bürger früh an den Prozessen zu beteiligen.

Im Vordergrund sollen dabei konkret das Züblin-Parkhaus, dessen Fläche nach dem Abriss als Bindeglied der beiden Viertel dienen soll, und die Gründung eines Vereins stehen. Eingeladen sind Anwohner, bereits aktive Bürger oder einfach Interessierte. Caroline zur Brügge, die stellvertretende Leiterin des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung, wird über die städtebaulichen Planungen für die beiden Quartiere berichten. Die Moderation übernimmt Irene Armbruster, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Stuttgart.

Zugriff von Investoren verhindern

Die Bürgerinitiative, die die Viertel wieder in den Zustand versetzen möchte, wie er einst bei Stuttgarts erster Stadterweiterung herrschte, erhoffen sich eine bessere Außenwirkung für die Altstadt, wenn sie sich zusammentun. Das Züblin-Parkhaus ist aus ihrer Sicht ein Keil, der künstlich zwischen die Viertel getrieben wurde. „Wir wollen, dass das Areal so nachgenutzt wird, dass es für die Bürger ein Gewinn ist“, sagt SPD-Bezirksbeirat Heinrich-Hermann Huth, einer der Initiatoren.

Bis es soweit kommt, werden noch einige Jahre ins Land gehen. Erst 2023 soll das Parkhaus abgerissen werden. Dennoch sieht die Bürgerallianz nicht, dass man zu früh dran sei: Die Bemühungen, Bürger zu beteiligen, soll auch verhindern, dass Investoren zuschlagen, sich das Areal unter den Nagel reißen und es rein kommerziell nutzen. „Das wollen wir unbedingt verhindern“, sagt Huth. Für die Veranstaltung erhofft er sich, anhand des Vortrags vom Stadtplanungsamt festzustellen, „welche Planungen feststehen, welche Eingaben aus der Bürgerschaft erforderlich und auch möglich sind.“ Und wie das mit einem Bürgerverein organisiert werden kann: „Natürlich möchten wir engagierte Menschen kennenlernen.“ .

Auch kritische Stimmen

Ein weiteres verbindendes Element der beiden Viertel soll die Weberstraße sein – die einst entlang der Stadtmauer verlaufen und heute weniger als durchgängige Straße wahrnehmbar ist denn als mehrere Gässchen, die sich vom Wilhelmsplatz bis zum Charlottenplatz ziehen. Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle könnte sich sogar vorstellen, Straßen umzubenennen, um das Projekt zu unterstreichen.

Aber es wurden bei dem Vorhaben auch kritische Stimmen laut. Einige Einzelhändler des Bohnenviertels befürchten, dass die Gegend durch die Angliederung des Leonhardsviertels, das wirtschaftlich und sozial schwächer ist, abgewertet werden könnte. Wie groß diese Gruppe ist, dürfte bei dem Infoabend deutlich werden.

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