Stadtentwicklung in Stuttgart Europahaus bekommt ein neues Gesicht

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Nach dem Willen der Stadt soll aus der bislang unscheinbaren Ecke hinter dem Rathaus auch durch das neue Hotel an der Nadlerstraße eine attraktive Gegend werden.

Aus dem unscheinbaren Gebäude hinter dem Rathaus soll ein hochpreisiges, designorientiertes Hotel werden. Foto: Aldinger und Wolf
Aus dem unscheinbaren Gebäude hinter dem Rathaus soll ein hochpreisiges, designorientiertes Hotel werden. Foto: Aldinger und Wolf

Stuttgart - Ein einladender Eingangsbereich, Einzelhandel oder Gastronomie im Erdgeschoss und ein von Grund auf saniertes Hotel im gehobenen Segment mit rund 90 Zimmern. Das sind die Pläne für das Europahaus an der Nadlerstraße. Nun wurde am Freitag der Architektenwettbewerb entschieden, wie die Fassade des Gebäudes in Zukunft gestaltet werden soll. Sieger ist das Stuttgarter Büro Blocher, Blocher Partners mit Sitz am Herdweg.

„Wir haben uns Gedanken gemacht, wie ein Gast die Stadt erleben möchte“, sagte Stuttgarts Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) nach der Sitzung des Preisgerichts. Der Siegerentwurf zeichne sich durch die größten Fenster und sogar durch kleine Balkone aus, wodurch die Hotelgäste in die Innenstadt einbezogen würden, so Pätzold.

Da sich rund um das Stuttgarter Rathaus derzeit viel verändert, sei die Stadtverwaltung gezwungen, den öffentlichen Raum entsprechend aufzuwerten, sagte der Baubürgermeister. Als Beispiel für die anstehenden Veränderungen nannte Pätzold neben dem neuen Hotel zudem die Neubebauung auf dem bisherigen Areal der Rathausgarage oder die Veränderungen am Marktplatz, beispielsweise die neue Nutzung im ehemaligen Haufler-Haus.

Umbau in Designhotel soll 2017 beginnen

Der Investor, der hinter dem Hotelprojekt steht, ist der Makler Michael Bräutigam und die Hotel Nadlerstraße Stuttgart GmbH. Nach Angaben des Investors soll der Umbau des Europahauses in das neue Designhotel im ersten Quartal 2017 beginnen. Die Arbeiten werden rund ein Jahr dauern. Angesprochen auf das Investitionsvolumen wollte Bräutigam keine genauen Zahlen nennen. Nur so viel: zusammen mit dem Kaufpreis für den größten Teil des Gebäudes von etwas mehr als 6 Millionen Euro werden die Investitionen am Ende bei einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag liegen.

Der bereits verkaufte Teil der Immobilie wurde von der Stadt an den Investor veräußert. Der noch fehlende Teil des Grundstücks gehört einer Erbengemeinschaft. „Wir stehen dazu gerade in Verhandlungen“, erklärte Bräutigam am Freitag.

Zum geplanten Zuwachs am Stuttgarter Hotelmarkt erklärte der Tourismuschef der Region, Armin Dellnitz: „Es geht darum, wie die Innenstadt touristischer werden kann.“ Daher sie die Aufwertung einer bislang recht unscheinbaren Ecke, wie der hinter dem Rathaus, ein Gewinn für die Stadt. Da dieses Hotel in seiner Größe begrenzt sei, rechne er damit, dass es sich im schicken, sehr gehobenen Segment bewegen wird, so Dellnitz. Michael Bräutigam wollte zwar noch keinen Betreiber nennen, sagte aber: „Es wird sicherlich keine große Kette sein, die es in jeder Stadt gibt.“

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