Die Fläche in Waldenbuch lag lange im Dornröschenschlaf. Wach geküsst zeigt sie sich nun in frischem Gewand.

Manche Orte verschwinden nicht wirklich – sie werden nur übersehen. So ging es lange dem Alten Friedhof an der Echterdinger Straße in Waldenbuch. Noch 1994 wurde der Ort als verwunschene, stille Anlage beschrieben, die nun eine bemerkenswerte Wandlung erfahren hat.

 

Den Löwenanteil der Kosten schultert der Bund

Am 27. März 2026 wurde dieser Ort nun feierlich als neuer Stadtpark „Alter Friedhof“ eröffnet bei strahlendem Sonnenschein der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Ziel ist unter anderem die Schaffung einer sogenannten Kaltluftschneise, die gerade in den Sommermonaten für eine bessere Luftzirkulation in der Altstadt sorgen soll. Wie Stuttgart liegt auch Waldenbuch in einer Kessellage – ein Umstand, der die Bedeutung solcher klimatischen Maßnahmen unterstreicht. Dadurch konnte ein Großteil der Kosten von rund 950 000 Euro durch Bundesfördermittel gedeckt werden. Rund 100 000 Euro entfielen auf die Stadt Waldenbuch.

Andrang und großes öffentliches Interesse bei der Eröffnungsfeier Foto: Stadt Waldenbuch

Bürgermeister Chris Nathan betonte in seiner Eröffnungsrede die besondere Herausforderung, Geschichte und Gegenwart miteinander zu verbinden. Der Charakter des Alten Friedhofs sollte erhalten bleiben, während zugleich ein Ort geschaffen wurde, der heutigen Anforderungen gerecht wird und vielfältige Nutzungen eröffnet.

Der Stadtbauamtsleiter Heiko Böttcher erinnerte erinnerte an ein komplexes Projekt. Erste Überlegungen reichen mehr als 14 Jahre zurück, danach folgten konkrete Planungen. Nach Machbarkeitsstudien und intensiven Abstimmungen fiel 2023 schließlich der Beschluss zur Realisierung.

Im Vorfeld der Bauarbeiten wurden umfangreiche ökologische und bauliche Untersuchungen durchgeführt: Eidechsen, Fledermäuse und Haselmäuse wurden erfasst und geschützt, Bäume vermessen sowie historische Grabsteine dokumentiert. Zusätzlich erfolgten Standsicherheitsprüfungen an Hängen und Mauern. Auch die enge Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt spielte eine zentrale Rolle, um den historischen Charakter des ehemaligen Friedhofs zu bewahren. Von Beginn an setzte die Stadt auf eine enge Einbindung der Bürgerschaft.