Stadtgarten in Leonberg In der City rollen bald die Bagger

Noch liegt auf der 6000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Layher-Areal und Pomeranzengarten alles brach. Foto: Stadtverwaltung Leonberg

Liegewiese, Spielplatz, Boulderwand – der Bau des Stadtgartens zwischen Altstadt und neuer Mitte soll in den nächsten Wochen beginnen. Am Samstag gibt es Informationen aus erster Hand.

Noch liegt das rund 6000 Quadratmeter große Dreieck zwischen Layher-Areal und Pomeranzengarten mitten in Leonberg brach. „Doch schon bald rollen die Bagger an, heben Gruben aus und verwandeln die Fläche in eine grüne Oase: den Stadtgarten“, verspricht die Stadt.

 

Geplant sind neben einer großen Liegewiese, einer Boulderwand zum Klettern und einem Spielplatz auch ein Boulefeld und eine kleine Calisthenics-Anlage, also Klettergeräte für ein spezielles Körpertraining.

Gerade für ältere Menschen oder Behinderte soll der Stadtgarten ein willkommenes Fleckchen sein. Denn die Grünanlage ist von allen Seiten barrierefrei zugänglich –außer vom Eltinger Fußweg aus. Breite Gehwege, so ist es geplant, schlängeln sich durch die terrassenförmig angelegte Anlage.

Damit der Stadtgarten insbesondere auch in den Sommermonaten für alle attraktiv bleibt, will die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro bhm aus Bruchsal viele Bäume als Schattenspender pflanzen. Ein Trinkbrunnen soll für Erfrischung sorgen.

Apropos Wasser: Bei der Planung des Projekts hat Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle gespielt, sagt die Stadt. So soll Regenwasser ganz automatisch zur Bewässerung verwendet werden, indem eine Zisterne das Wasser aus Teilen des benachbarten Postareals aufnimmt und erst dann ablässt, wenn die Pflanzen es benötigen. Neben der Bewässerungsfunktion dient die Zisterne auch als Entwässerungselement für das Postareal.

Der Stadtgarten kostet rund 2,8 Millionen Euro

Außerdem wird nur Grün gepflanzt, das mit den veränderten Witterungsbedingungen zurechtkomme, heißt es seitens der Stadt. Die Firma Strabag beteiligt sich an der Nutzung der Zisterne und übernimmt Teile der Kosten. Ebenso trägt das Bauunternehmen anteilig Kosten für den Bau des Spielplatzes. Der Stadtgarten kostet insgesamt rund 2,8 Millionen Euro. 60 Prozent werden mit Förderzuschüssen aus dem Stadtumbauprojekt „Stadtumbau Leonberg-Mitte“ realisiert.

Der Weg zu dem neuen grünen Dreieck im Zentrum war – wie so oft in Leonberg – lang und kompliziert. Vor knapp fünf Jahren blieb nach der Fertigstellung des Layher-Quartiers unterhalb der Altstadt eine hässliche Brache mit Geröll und groben Steinklötzen.

Als diese vom Besigheimer Wohnungsbau-Unternehmen Layher endlich abgetragen wurden, kam die Idee des Stadtgartens auf: eine dreiecksförmige Fläche als grüne Oase mitten im Zentrum, für alle gut erreichbar. Ursprünglich waren die Kosten mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

Doch die anfängliche Vorfreude, die durchaus auch im Gemeinderat vorherrschte, wich einer nicht unbeträchtlichen Skepsis, als die Kosten vor einem Jahr auf 2,5 Millionen Euro hochschnellten. Baubürgermeister Klaus Brenner erklärte dies damals unter anderem mit der Inflation sowie mit einer Baukostensteigerung. „Wir schauen natürlich, dass wir die Kosten so gut wie möglich in den Griff bekommen.“

Unter Bauchschmerzen gab der Gemeinderat schließlich mehrheitlich den Weg frei , auch um die hohe Förderung des Landes nicht zu riskieren. Denn Stuttgart übernimmt immerhin 60 Prozent der Kosten, die mittlerweile bei 2,8 Millionen Euro liegen. Damit der satte Zuschuss fließt, müssen die Arbeiten allerdings in diesem Jahr beginnen , was ja nun der Fall sein wird.

Wo passiert was – ein Rundgang mit Baubürgermeister Brenner

Was genau geschehen wird, darüber können sich die Menschen am diesem Samstag 4. Mai, informieren. Anlässlich des „Tages der Städtebauförderung“ lädt die die Stadt zu einem rund zweistündigen, kostenlosen Rundgang mit Baubürgermeister Klaus Brenner über alle Flächen, die zwischen Altstadt und Leo-Center umgebaut werden, ein. „Der Rundgang gibt einen guten Überblick, was sich in der Innenstadt alles tut und noch tun wird“, erklärt Brenner. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Marktplatz.

Die Tour führt von dort aus Richtung Eltinger Fußweg. Hier erläutert Brenner, wie die Stadt sich den Brückenschlag zwischen Altstadt und Postareal vorstellt und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt. Im Anschluss geht es weiter zum Postareal, dessen Umgestaltung zum Kreis der Internationalen Bauausstellung zählt. Die Firma Strabag Real Estate ordnet vor Ort ein, wie die Fläche nach dem Abriss einmal aussehen soll.

Nach einem Zwischenstopp im Layher-Areal steht der Stadtgarten im Mittelpunkt: Der Baubürgermeister und die Planer vom Architekturbüro bhm geben Antworten auf Fragen wie: Wo entsteht die Liegewiese? An welchem Ort wird die Boulderwand stehen? Und wie verlaufen die Wege?

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