Stadtgestaltung in Stuttgart Flammt die Parkplatz-Debatte wieder auf?

Auch Stellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen sollen reduziert werden, fordert die ökosoziale Mehrheit im Gemeinderat. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Lichtgut/Leif Piechowski
Auch Stellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen sollen reduziert werden, fordert die ökosoziale Mehrheit im Gemeinderat. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Lichtgut/Leif Piechowski

Die sich abzeichnende breite Zustimmung im Gemeinderat zum Konzept Lebenswerte Innenstadt könnte schon bald wieder Makulatur sein. Die ökosoziale Ratsmehrheit fordert auch die Reduzierung von Stellplätzen in Parkgaragen rund um den Cityring. Dem bürgerlichen Lager dürfte das kaum gefallen.

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Stuttgart - Die ökosoziale Ratsmehrheit drückt bei der Umsetzung des Konzepts Lebenswerte Innenstadt aufs Tempo und will nachschärfen. Grüne, SPD sowie das Linksbündnis und die Puls-Fraktionsgemeinschaft fordern in einem gemeinsamen Antrag die Verwaltung auf, das Konzept – von wenigen Ausnahmen abgesehen – bereits bis zum Jahr 2025 vollständig umzusetzen.

Die Stuttgarter City soll zur Fußgänger- und Radfahrerzone werden

2017 hatte besagte Ratsmehrheit die grundlegende Umgestaltung der Stuttgarter City zu einer weitgehend autofreien Zone beschlossen, der Stufenplan war in der vergangenen Woche im Rathaus präsentiert worden. Unter anderem sollen 350 oberirdische Parkplätze innerhalb des Cityrings entfallen, der Autoverkehr über speziell ausgeschilderte Schleifen in die angrenzenden Parkhäuser gelenkt werden. Mit Ausnahme der Planie soll zudem innerhalb des Cityrings künftig eine Tempobegrenzung von 20 Kilometern pro Stunde gelten. Dem Konzept zufolge werden einzelne Straßen schrittweise zurückgebaut, für den Autoverkehr gesperrt und zur Fußgängerzone oder Fahrradstraße umgewidmet.

Antrag: Verkehrskonzept und Umbau soll bis 2025 abgeschlossen sein

Die Fraktionen fordern nun, das Verkehrskonzept unverzüglich anzugehen. So soll bereits im kommenden Doppelhaushalt Geld für die Umgestaltung der Lautenschlager Straße, der Bolzstraße und der Stauffenbergstraße zu Fahrradstraßen bereit gestellt und die Schmale Straße zur Fußgängerzone umgebaut werden. Aber auch die Parkhausplätze sollten nach Ansicht des ökosozialen Lagers schrittweise reduziert werden. Deren Erhalt – wie im Konzept vorgesehen - war ein ausschlaggebender Faktor, der dem bürgerlichen Lager im Gemeinderat die Zustimmung zum Konzept Lebenswerte Innenstadt erleichtert hat. Nun droht neuer politischer Streit: Schon am Dienstag debattiert der Stadtentwicklungsausschuss über die Pläne.




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