Stadthalle Leonberg Nur mit einem attraktiven Haus lässt sich Geld machen

Von Arnold Einholz 

Die Stadthalle wird für 780 000 Euro modernisiert. Die Anforderungen der Kunden sind gestiegen.

Die Saalbeleuchtung in der Stadthalle  wurde auf  LED umgestellt. Foto: factum/Bach
Die Saalbeleuchtung in der Stadthalle wurde auf LED umgestellt. Foto: factum/Bach

Leonberg - Die Stadthalle ist mehr als nur ein Ort für eigene Kulturveranstaltungen. Die weitaus wichtigere Einnahmequelle ist die Vermietung für Vorträge, Schulungen, Firmenveranstaltungen. Um den Ansprüchen dieser Kundschaft gerecht zu werden, ist eine Modernisierung der 1984 eröffneten Halle für rund 780 000 Euro in die Wege geleitet worden. Die steht nun kurz vor der Vollendung.

„Wir sind in hohem Maße auf die Kunden aus der Wirtschaft angewiesen und weil auch im Betrieb der Stadthalle wirtschaftliches Denken groß geschrieben wird, galt es den Bereich attraktiver zu machen, der richtig Umsatz generiert“, begründet Christina Ossowski die Investition. Die Kulturamtsleiterin ist davon überzeugt, dass stimmige Rahmenbedingungen für Firmenveranstaltungen ein wichtiger Beitrag für die lokale Wirtschaftsförderung sind.

Generalsanierung? „Davon kann keine Rede sein“

Nur mit einem attraktiven Haus könne der starken Konkurrenz der Veranstaltungshallen im Großraum Stuttgart Paroli geboten werden. „Obwohl das viel Geld ist, wurde nur das gemacht, was unabdingbar war. Von einer Generalsanierung kann dabei keine Rede sein“, sagt Ossowski. Der größte finanzielle Brocken mit mehr als 300 000 Euro war der Einbau der neuen Saalkühlung. „Die Tagungskunden sind uns weggelaufen, weil wir im Sommer mehr als 35 Grad Celsius im Saal hatten“, weiß Robert Leckelt, der Technische Leiter der Stadthalle. Bisher wurde die Halle nur belüftet, also Frischluft von außen angesogen. Da habe es auch nichts geholfen, dass die Halle mit geöffneten Fenstern und Türen nachts heruntergekühlt wurde. „Weil der Luftinhalt einer Halle viermal in der Stunde ausgetauscht werden muss, haben wir die warme Luft wieder hinein gepumpt“, schildert Leckelt.

Ausgetauscht wurde auch die Beleuchtung des großen Saales, von Halogen-Strahlern auf LED. Das verringert nicht nur den Stromverbrauch von 20 000 auf 4000 Watt, sondern es erlaubt auch warmes oder künstliches Tageslicht zu erzeugen. „Das ist bei Seminaren und Tagungen wichtig“, weiß der Hallen- und Belichtungsmeister. Besonders freut er sich über die neue Leinwand und den dazugehörigen Beamer. Deren Leistung sei von Teilnehmern einer Bosch-Tagung gelobt worden, so Leckelt.

Mehr Plätze für Rollstuhlfahrer

Zufrieden ist der technische Leiter der Stadthalle auch, weil endlich mehr Plätze für Rollstuhlfahrer geschaffen werden konnten. Bisher waren nur vier in der letzten Saalreihe zugelassen. Nun wurde eine Treppe an der Südseite der Halle in eine Rampe umgebaut, sodass an der Rand- Empore im großen Saal 17 Plätze für Rollstuhlfahrer geschaffen werden konnten. Wichtig für die Amtsleiterin ist auch, dass das Foyer ein modernes Erscheinungsbild und Möblierung aus einem Guss bekommen hat. Zu der festen Bedienungstheke kommt auch eine multifunktionale, mobile Theke dazu. Neu sind auch die Tische im Foyer.

In den kommenden Tagen werden noch die elektronischen Programmtafeln im Innenbereich der Halle aufgestellt. Und bis zum Jahresende wird auch noch die Bühnenbeleuchtung ausgetauscht.