Stadthalle Leonberg Tom Jones zum 80: Der Tiger ist in der Stadthalle los

Von Ute Jenschur 

Eine gelungene Zeitreise durch die Welthits der 60er Jahre. Der Sänger Tom Jones feiert in diesem Jahr runden Geburtstag.

Bei „Tom Jones“ fallen die weiblichen Fans reihenweise in Ohnmacht. Foto: factum/Jürgen Bach
Bei „Tom Jones“ fallen die weiblichen Fans reihenweise in Ohnmacht. Foto: factum/Jürgen Bach

Leonberg - Tolle Show“, so die einhellige Meinung des begeisterten Publikums, Standing Ovations zum Finale mit dem „Puppenspieler von Mexico“ und – wie könnte es anders sein – dem Top Hit „Sex Bomb“. Tom Jones’ Ohrwürmer sind gnadenlos. Wer „She’s a Lady“ hört, „“Pussycat“ oder „Sex Bomb“, bekommt sie für den Rest des Abends nicht mehr aus dem Kopf. Der walisische Sänger wird in diesem Jahr 80 Jahre alt, und ihm zu Ehren tourt die Musical-Show „Sex-Bomb“ mit seinen größten Hits durch Deutschland.

Alle Songs werden live gespielt und gesungen vom zehnköpfigen internationalen Ensemble, hervorragend begleitet von der „Tom-Jones Band“. Es ist eine Zeitreise durch die englischen Tanzlokale, Arbeiterklubs und Aufnahmestudios der 60er Jahre, wo seine Karriere begann.

Ausgefeilte Show

Während die Konzerte des echten Tom Jones meist ausverkauft waren, seine zumeist weiblichen Fans reihenweise in Ohnmacht fielen und Schlüpfer auf die Bühne warfen, fanden nur 120 Fans seiner Musik den Weg in die Leonberger Stadthalle. Die aber bekamen eine ausgefeilte Show zu sehen mit einem stimmgewaltigen „Tom Jones“, der gesanglich kaum vom Original zu unterscheiden war, bei geschlossenen Augen zumindest. Mit dem Sex-Appeal und dem markanten Hüftschwung des Originals kann der italienische Musical Darsteller Giampaolo Picucci in der Rolle des erwachsenen Tom Jones allerdings nicht mithalten, aber eine solche Forderung wäre auch müßig, einen Tom Jones gibt es eben nur einmal, zumindest im echten Leben.

Auf der Bühne gab es gleich zwei davon. Den Part des jungen Tom Jones, der sich durch die Clubs seiner Heimatstadt auf dem Weg zum ganz großen Erfolg singt, übernahm der Ungar Tomas Papp, der allerdings mehr mit seinem Komikertalent als seiner Stimmgewalt glänzte.

In kleinen Spielszenen wurde der Werdegang des Ausnahmekünstlers Thomas John Woodward musikalisch und tänzerisch nachgezeichnet, der am 7. Juni 1940 als Bergarbeiter-Sohn im walisischen Pontypridd geboren wird. Schon als kleiner Junge ist er Mitglied im örtlichen Kirchenchor. Das Leben des späteren „Tigers“ Tom Jones beginnt unspektakulär als Arbeiter in einer Papierfabrik und als Staubsaugervertreter.

Tommy Scott tourt durch die Clubs

Anfangs tourt er unter dem Künstlernamen Tommy Scott durch die örtlichen Clubs und kann als 16-Jähriger ohne Ausbildung Frau und Kind nicht viel Geld nach Hause bringen. Er lebt in den nächsten Jahren den Rock’n Roll der 60er Jahre voll aus, Alkohol und Frauen gehören dazu. Doch er will mehr, hat große Pläne. 1964 kommt es in einem Londoner Club zu einer entscheidenden Begegnung: Der Musikmanager Gordon Mills wird auf den jungen Waliser aufmerksam, nimmt ihn unter Vertrag und gibt ihm den Künstlernamen Tom Jones.

Schon die zweite Single „It’s Not Unusual“ stürmt in Großbritannien die Hitparaden und macht den Sänger mit einem Schlag weit über die Grenzen der Insel hinaus bekannt. 1965 singt er den Titelsong des James Bond-Films „Thunderball“. Es folgt Hit auf Hit. „Delilah“, „What’s New Pussycat“ oder „The Green, Green Grass Of Home“ werden zu Welterfolgen. 2006 wird er von Königin Elisabeth II. zum Knight Bachelor geschlagen und darf sich künftig „Sir“ nennen.

In den 1970ern beginnt für ihn eine künstlerische Durststrecke, bis ihm 1986 mit „Kiss“ ein Comeback gelingt. 1999 schließlich kann er mit „Sex Bomb“ den Hit landen, der dem Musical den Namen gab. In seiner Karriere hat Tom Jones über 100 Millionen Platten verkauft und schaffte es allein im Vereinigten Königreich mit seinen Hits 36 Mal in die Top 40.

Akrobatik an der Pole-Dance Stange.

Mit seinem Hit „You can leave your hat on“ als Background-Musik gelingt der Musicaltänzerin und Akrobatin Gloria Veit an der Pole Dance Stange ein absolutes Highlight des Musical-Abends. Zunächst im Trenchcoat, zeigt die Absolventin der Wiener Musicalschule einen der Stadthalle angemessenen züchtigen Striptease als Auftakt zu einer hochkarätigen Akrobatik-Show an der Pole-Dance Stange. Scheinbar mühelos zieht sie sich dank top-trainierter Bauchmuskeln an der Stange hoch, waghalsig schraubt sie sich mit dem Kopf nach unten an der Stange entlang, macht elegante Drehungen und versetzt die Zuschauer ins Staunen.




Unsere Empfehlung für Sie