Stadtkapelle Weil der Stadt 190 Jahre und kein bisschen leise

Von Marion Graeber 

Der Musikverein feiert Geburtstag. Dabei sind auch befreundete Musiker aus Holland.

Die Stadtkapelle Weil der Stadt feiert Geburtstag, die befreundeten Musiker aus Tavenu in den Niederlanden gratulieren mit einem Ständchen. Foto: factum/
Die Stadtkapelle Weil der Stadt feiert Geburtstag, die befreundeten Musiker aus Tavenu in den Niederlanden gratulieren mit einem Ständchen. Foto: factum/

Weil der Stadt - Mit einem kleinen Konzert und Festreden wurde der 190. Geburtstag der Stadtkapelle Weil der Stadt eingeläutet. „Wir sind der älteste Verein in Weil der Stadt. Das 190-jährige Bestehen ist nach dem Spatenstich für unser Haus der Blasmusik im Jahr 1994 ein weiterer großer Meilenstein für uns“, unterstrich der Vorsitzende, Klaus Walter. Der Verein verzeichnet heute unter der musikalischen Leitung von Stadtmusikdirektor Markus Eichler und Jugenddirigent Danilo Walter rund 470 Mitglieder, davon 130 Aktive. Die Stadtkapelle besitzt eine Bläserschule und pflegt eine Kooperation mit der städtischen Musikschule.

1829 wird eine Blaskapelle gebildet

So gibt es die Stadtkapelle also seit dem Jahre 1829. Bürgermeister Thilo Schreiber brachte dazu wichtige Informationen aus dem Amtsblatt des damaligen Oberamts Böblingen/Leonberg zum Festakt mit. Darin heißt es: Aus einer rein kirchlich organisierten Instrumentalgruppe, die insbesondere bei Prozessionen, dem Turmblasen, damals mitwirkte, wurde 1829 eine Blaskapelle gebildet, die nicht nur bei kirchlichen sondern dann auch bei weltlichen Anlässen spielte.

Die Kapelle führte damals den Namen „Gardekapelle Weil der Stadt“. Auf dieser Basis entwickelte sich der Verein stetig weiter. Selbst zwei Weltkriege konnten das Vereinsleben nicht zum Erliegen bringen. „Durch den Zugang von jungen musikbegeisterten Menschen, besonders aber – ich denke, das darf man heute erwähnen – durch den Beitritt einer großen Zahl von sehr in unserer Stadt engagierten Heimatvertriebenen war es möglich, einen sehr hohen Leistungsstand zu erreichen und das Orchester zu einem hervorragenden Klangkörper zu formen, welcher bis zum heutigen Tag Bestand hat“, erläuterte Thilo Schreiber. So leistete der Musikverein Stadtkapelle über all die Jahre einen kulturellen Beitrag zum Stadtleben und sei auf diese Weise kultureller Sympathieträger und Aushängeschild der Stadt.

Kirchliches und Weltliches im Programm

Dabei hat der Musikverein einige feste Veranstaltungen im Veranstaltungskalender. Zu nennen sind hier das Frühlingskonzert im Mai und das Kirchenkonzert im Dezember. Auch die Beteiligung der Musiker zu Himmelfahrt und Fronleichnam und an den Prozessionen sind zu nennen. An Heiligabend erklingt die Musik der Stadtkapelle vom Kirchturm und auch zur der Weiler Fasnet sind mehrere Gruppen mit von der Partie. Auch bei weiteren Umzügen und Veranstaltungen sind die Musiker aktiv dabei. Wechselnde Auftritte bei befreundeten Musikvereinen beleben die Beziehungen zu den Musikern aus nah und fern. „Traditionell haben kulturelle Beziehungen einen hohen Stellenwert in unserem Vereinsleben“, sagte Vereinschef Klaus Walter.

Auf Tour in Amerika

Bereits in den 1970er Jahren waren die Musiker aus Weil der Stadt beispielsweise auf einer großen Amerikareise. Weitere gern besuchte Länder der Stadtkapelle sind Schweden, Österreich, Ex-Jugoslawien, Tschechien, Ungarn und die Schweiz. Auch in den Partnerstädten von Weil der Stadt war die Stadtkapelle zu Gast. Seit der ersten Kontaktaufnahme im Jahr 1999 verbindet die Musiker aus Weil der Stadt außerdem eine freundschaftliche Beziehung zur Musikkapelle aus dem niederländischen Tavenu, aus dem Teilort Schoonhoven.

So eröffnete die Musikkapelle Tavenu am Samstag das Pfingstfest. Auch zum Frühschoppen am Sonntag spielten sie auf. „So können wir in diesem Jahr mit Stolz auch auf eine 20-jährige deutsch-niederländische Freundschaft zurückblicken“, freute sich der Vorsitzende der Stadtkapelle, Klaus Walter.