Stadtkind-Kolumne Bis einer tanzt

Im Zapata wird schon lange nicht mehr getanzt. Foto: Achim Zweygarth
Im Zapata wird schon lange nicht mehr getanzt. Foto: Achim Zweygarth

Partys, Urban Art und Subkultur. Was für Stadtkinder schon längst zu Stuttgart gehört, scheint langsam auch zur Politik durchzudringen.

Stuttgart - In Stuttgart einen Club zu eröffnen, ist eine feine Sache. Wenn man über ein streng geheimes Festgeldkonto in der Schweiz verfügt. Denn immer wieder scheitern neue Ideen an der Stellplatzverordnung und den hohen Kosten, die diese verursacht. Dank der Verordnung müssen Gastronomen Parkplätze vor ihrer Lokalität vorweisen. Das war früher praktisch, als man Resi noch mit dem Traktor abgeholt hat, um sie dann irgendwo in der städtischen Peripherie zum Tanztee auszuführen. In der Innenstadt aber sind Parkplätze heute bekanntermaßen spärlich gesät, vor den Clubs manchmal gar nicht erst vorhanden. In diesem Fall müssen die Gastronomen der Stadt imaginäre Parkplätze abkaufen. Klingt logisch.Und zwar so logisch, dass jetzt auch die Stadt erkannt hat, dass 2013 nicht 1986 ist. Die CDU etwa hat einen Antrag gestellt, den Gastronomen die Parkplatzablöse zu erleichtern. Bis dahin wird einfach heimlich getanzt, so wie am vergangenen Samstag, als im Rotlichtviertel eine neue Bar eröffnet wurde und das Publikum in aufrührerischer Weise sich irgendwann zur Musik bewegt hat.

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