Stadtkind-Kolumne Freud und Leid

Perkins Park: Schöne Mädchen, eine schöne Diskokugel und ordentlich gebügelte Hemden. Foto: StZ
Perkins Park: Schöne Mädchen, eine schöne Diskokugel und ordentlich gebügelte Hemden. Foto: StZ

Wir haben uns mal ganz investigativ im Perkins Park umgesehen - in der Kolumne steht was man dort und was man in den restlichen Clubs der Stadt an diesem Wochenende so erleben kann.

Stuttgart - Kürzlich ist an dieser Stelle über den Perkins Park geurteilt worden – ohne je dort gewesen zu sein! Völlig zu Recht wurde dieser Mangel an Ortskenntnis negativ angemerkt. Deshalb: Mittwoch, 5. Februar, Termin in ebenjenem Club am Killesberg. Zugegeben, bis in die Puppen ging’s nicht, aber doch so lange, dass man hier von ordentlichem Journalismus sprechen darf. Wunderbare Geschichten wurden uns erzählt. Etwa von einem Gast des Perkins Parks, der sich auf dem Weg zur Bahn nicht nur verirrt zu haben scheint, sondern sich auch seiner Kleidung entledigte, um anschließend auf dem Garagendach eines beschaulichen Einfamilienhauses am Killesberg weiter zu schwofen. Die Bewohner nahmen’s aber sportlich.

Dass der Gast für seine nudistischen Hüftschwünge den noblen Club verlassen hatte, ist indes kein Wunder: So bekleidet oder vielmehr nicht bekleidet hätte man ihn an der Tür sicherlich nicht passieren lassen. Dort achten nämlich Türsteher auf angemessene Kleidung: so sieht man drin tatsächlich schöne Mädchen und ordentlich gebügelte Hemden. Besonders aufs Schuhwerk wird geachtet, bekommen wir die Auskunft – und sind nach einem Blick auf das eigene froh über die Vorzüge eines Gästelistenplatzes („Das nächste Mal aber bitte...!“ „Ok.“). Aber wir sehen auch Damen in Sneakers rein huschen, in Vans und Ballerinas. Das ist doch sympathisch.

Wie Obelix vor dem Zauertrank

Angeblich hat sich auch wieder Kabel 1 angekündigt, erzählt uns der Betriebsleiter Bjoern Boltz. Der Sender hat schon mal einen tollen Beitrag gedreht. Besonders im Gedächtnis geblieben ist der Auftritt eines jungen Mannes, der es partout nicht einsehen wollte, dass er so (betrunken) halt nicht reinkommt. Mit immer neuen Ausreden kam er zu den Türstehern: die Freundin sei drin oder der Verein oder „Och menno“. Ein bisschen erinnerte er an den verzweifelten Obelix vor dem Zaubertrank. „Das glaubt mir keiner, dass das echt war“, sagt Boltz und lacht. Die Geschichte sei längst zum Running Gag geworden.

Fazit: der Perkins Park hat 33 Jahre auf dem Buckel und wird die nächsten 33 auch noch voll machen. Die Schlange reicht regelmäßig bis runter zur Straße. Wir machen uns da keine Sorgen.

Andere machen sich aber um andere Clubs erhebliche Sorgen. Allen voran der Verein Follow the white Rabbit. Nach einer Demonstration im vergangenen Jahr folgt nun der zweite Streich: eine Podiumsdiskussion. Am Donnerstag, 19 Uhr, treffen sich dazu die Vereinsmitglieder im Keller Klub am Rotebühlplatz. Eingeladen sind alle, die mitreden oder zuhören möchten.

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