Stadtkind Stuttgart

Stadtkind-Kolumne Schwäbische Kunst

Von Ina Schäfer 

Es ist eine gute Woche für junge Kunst in Stuttgart: Am Donnerstag eröffnet "Kunscht" im Amtsgericht Stuttgart, am Freitag folgt eine Gruppenausstellung von Outer Rim im Wintergarten.

Sechs Künstler, sechs unterschiedliche Ausdrucksformen: Kunscht ist bis Ende Februar im Amtsgericht zu sehen. Foto: Veranstalter
Sechs Künstler, sechs unterschiedliche Ausdrucksformen: "Kunscht" ist bis Ende Februar im Amtsgericht zu sehen. Foto: Veranstalter

Stuttgart - Ein Glück, dass nicht alle jungen Kreativen in größere und hippere Städte abhauen. Stuttgart wäre um einiges ärmer. Vor allem in dieser Woche bringen junge Künstler Schwung in die Bude. Sogar in die Bude Amtsgericht. Im Justizgebäude an der Hauffstraße wird am Donnerstag die 100. Ausstellung eröffnet – die Jubiläumsausgabe zeigt Arbeiten von jungen Stuttgarter Künstlern. Die Organisation hat die Truppe selbst in die Hand genommen, allen voran Tim Bengel. Der Künstler hat sich einer außergewöhnlichen Ausdrucksform angenommen und sich von konventionellem Werkzeug wie Pinsel und Farbe abgewendet. Viel zu langweilig. Stattdessen malt er mit Sand und Gold. Meist fertigt er mit seiner selbst entwickelten und streng geheimen Technik Porträts von anderen Stuttgartern und auch von Stars wie dem Torwart Timo Hildebrand und dem Rapper Max Herre. Diese haben im Anschluss stolz mit ihren Abbildern posiert, wie auf Tim Bengels Facebook-Seite zu sehen ist. Das Porträt, mit dem alles angefangen hat, zeigt seinen Vater.

Die anderen fünf Künstler der Schau mit Namen „Kunscht – Die Ausstellung für junge schwäbische Kunst“ unterscheiden sich grundlegend. Maximilian Kamps, Vince Voltage und Constantin Schiller finden ihre Motive mit der Fotokamera. Letzterer zeigt im sozialen Netzwerk Instagram am liebsten Architektur aus außergewöhnlichen Perspektiven. Peter Kosock hingegen ist Streetartist, und Viviana Troiano sticht als Tatooartistin Tinte unter die Haut. Ein bunter Mix also, den es in der Vernissage von 18.30 Uhr an und dann bis März zu sehen gibt. Richtig gefeiert wird natürlich auch. Mit einer Aftershowparty in der Dresden-Bar. Hier gibt es mehr Infos.

Auch im Wintergarten an der Theodor-Heuss-Straße wird seit einer ganzen Weile schon nicht nur gefeiert, sondern ausgestellt. Der Kunstverein Outer Rim hat die Zwischennutzung der Suite 212 schon mit diversen anderen Veranstaltungen geentert. Am Freitag folgt eine Gruppenausstellung mit zahlreichen Künstlern aus dem Outer-Rim-Kosmos. Seit es das „Vereinsheim“ an der Bebelstraße nicht mehr gibt, gastiert der Kunstverein in unterschiedlichen Locations. Was ganz neue Möglichkeiten bietet: Alle Beteiligten haben ihre Arbeiten an der Architektur des neuen Raums orientiert. Mehr Infos hier.