Stadtkind-Kolumne Unruhiges Wochenende

Die Mieter sind froh, wenigstens bis Ende Januar bleiben zu dürfen. Dem Filmhaus wirds aber nach bisherigem Stand trotzdem an den Kragen gehn. Foto: Achim Zweygarth
Die Mieter sind froh, wenigstens bis Ende Januar bleiben zu dürfen. Dem Filmhaus wird's aber nach bisherigem Stand trotzdem an den Kragen gehn. Foto: Achim Zweygarth

Ein Glück: das Rocker 33 ist zumindest bis Ende Januar 2014 gerettet. Grund genug dort am Wochenende mal wieder vorbeizuschauen. Wo ein Besuch sonst noch lohnenswert ist, steht in der Stadtkind-Kolumne.

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Stuttgart - Hinter den Mietern im Filmhaus liegt ein unruhiges Wochenende. Am Freitag flatterte die endgültige Kündigung des Mietvertrags ins Haus. Ein Schock für die Freiberufler, fürs Rocker 33 und für das Filmbüro Baden-Württemberg. Auch wenn das Ende allen bewusst war, nach mehrmahligem Nachhaken in der Hoffnung auf Verlängerung war die Frist von zwei Wochen ein Schock. Das Verständnis fehlte nicht nur aus persönlicher, sondern auch aus ganz allgemeiner Sicht. „Das Filmhaus ist einer der letzten Orte in der Innenstadt, an dem Raum für Kreative geschaffen wird. Die Erhaltung sollte in kommunalem Interesse sein“, sagte etwa Oliver Mahn, Vorstand des Filmbüros Baden-Württemberg am vergangenen Freitag. Zwar wird das Filmhaus wohl nicht mehr gerettet, doch immerhin: Zumindest zwei weitere Monate dürfen die Mieter bleiben. An der Tragik, wieder einen Ort für Kreative in der Innenstadt zu verlieren, ändert das unterm Strich aber nichts.

Aus gegebenem Anlass sollten wir dem Rocker 33 am Wochenende mal wieder einen Besuch abstatten. Gelegenheit dazu bietet sich beispielsweise am Freitag. Dann nämlich laden Leif Müller und Konstantin Sibold zu ihrer Veranstaltungsreihe „Common Sense People“. Letzterer ist Produzent, Stuttgarter und auf dem Weg, einer der ganz Großen zu werden. Zu hören gibt’s natürlich wie immer Elektronisches.

Ansonsten wird in den nächsten Tagen ganz schön viel geslamt. Am Donnerstag gibt’s im Zollamt in Bad Cannstatt zum ersten Mal den Philosophy Poetry Slam. Dort treten zehn Philosophen gegeneinander an, wer der Beste ist, entscheidet am Ende das Publikum. Einlass ist um 18 Uhr, neben dem Slam wird ausgestellt und musiziert. Am selben Abend findet im Club Zentral der ganz ursprüngliche Poetry Slam statt. Der „Slam auf der Couch“ startet um 20 Uhr. Im Merlin treten am Freitag, 20.30 Uhr, beim „Best of Songslam“ Singer-/Songwriter gegeneinander an.

Wem am Freitag mehr nach Electropop ist, der ist im Zwölfzehn gut aufgehoben. Die Reihe „Nothing but Electropop“ bringt die Sängerin Dida aus Schweden und die Band Say Yes Dog auf die Bühne des Clubs.

Und zum Wochenendausklang gibt’s natürlich auch was: Im Kulturlabor, Wiederholdstraße 15, S-Nord, wird auf dem großen Herbstflohmarkt allerhand Nippes verkauft – bei Glühwein und Musik. Der Markt geht von 12 bis 19 Uhr.

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