Stadtkind Stuttgart

Stadtkinder über ihre Stadt: Fotografin Senta van Fredericana "Rocker 33 wieder öffnen!"

Von Björn Springorum 

Stuttgart, für immer erste Liebe: In unserer Reihe erzählen Stadtkinder, was sie an ihrer City so lieben - und was sie so richtig nervt. Heute mit Senta van Fredericana, Fotografin, Tattoo-Junkie und Cupcake-Expertin mit Hang zu nackter Haut.

Selbstportrait der Künstlerin Senta van Fredericana. Achtung: Die Haarfarbe stimmt wahrscheinlich längst nicht mehr. Foto: Senta van Fredericana 4 Bilder
Selbstportrait der Künstlerin Senta van Fredericana. Achtung: Die Haarfarbe stimmt wahrscheinlich längst nicht mehr. Foto: Senta van Fredericana

Stuttgart - Senta van Fredericana ist Künstlerin und Kunstwerk in einem. Als Künstlerin ist sie hinter der Linse ihrer Kamera zuhause und widmet sich besonders gern textilarmen Körpern, die auch mal nicht unseren absurden Schönheitsidealen entsprechen. Als Kunstwerk ist sie die Leinwand einer wechselnden Meute von Tätowierern, die ihre Haut sukzessive unter bunten, prächtigen Kunstwerken verschwinden lassen.

Dieser Bezug zu Haut, zum Nacktsein zieht sich insbesondere durch ihre expliziten Bildbände, von denen mit „DirtyDirtyHarriet“ jetzt ein druckfrisches Exemplar voller nackter Tatsachen vorliegt. Am 7. Dezember stellt dieser „kreative Tausendsassa“, wie die Fotografin selbst über sich sagt, ihr neues Stück im Club Lehmann am Berliner Platz vor. Darin: Haufenweise freche, sexy Aktfotografie der explizit anderen Art, die nackte Haut angenehmerweise nicht überinszeniert oder ausschlachtet, sondern feiert. „Der Akt ist die einfachste und doch anspruchsvollste Form, Menschen abzulichten“, sagt sie dazu – und genießt die intime, vertrauensvolle Beziehung zwischen Fotografin und Model.

Im Alltag ein exzessiver Freigeist mit Hang zum Haarefärben, sucht die Künstlerin vor und hinter der Kamera eine neue Herausforderung nach der anderen – und wenn es manchmal nur ein Parkplatz in Stuttgart ist.

Wann und wo hast du dich in Stuttgart verliebt? Wirklich verliebt habe ich mich damals in die Wagenhallen.... einfach alles, was die Künstler damals drumherum gebaut hatten, war wundervoll und ein echter Geheimtipp.

Wo hängst du am liebsten rum? Im Moment ist es das Leonhardsviertel. Es gibt dort einfach zu viele gute Bars außerhalb des Rotlichtbezirks.

Wo ist Stuttgart am fotogensten? Überall wo Inspiration ist und Leute sich von Nacktheit nicht gestört fühlen.

Und wo am unfotogensten? Definitiv am Bahnhof.

Dein liebstes Stuttgart-Motiv? Alle nackigen Schwaben.

Wo würdest du gern mal shooten? In der Wilhelma.

Ein Daueraufreger in dieser Stadt ist…? Ernsthafte Frage? Die Baustellen!

Ein Geheimtipp, den du ausnahmsweise mit uns teilst: Die besten Cupcakes der ganzen Welt gibt es bei NomNomMeow. Auch bei meiner Ausstellung!

Dein Lieblingstätowierer? Da gibt es vier – und mit allen darf ich sogar zusammenarbeiten! Bold as Love Tattoo an der Dobelstraße – mit Willi, Sandra, Dominic und Kelu. Und alle vier sind noch nicht fertig mit meiner Haut.

Dein Lieblingsrestaurant? Die Nachtschicht in Obertürkheim. Die haben die beste Parmesan-Mayo der Welt!

Deine Lieblingskneipe? Oscars Uhu Bar. Einfach das gemütlichste Ambiente der Stadt.

Wo bist du am häufigsten abgestürzt? Im Keller Klub!

Wo gibt‘s die besten Konzerte? Im LKA.

Wo hängst du im Herbst am liebsten ab? Im Platzhirsch.

Was fehlt dieser Stadt am meisten? Ein entspannter Umgang der Stadt mit ihrer Gastronomie.

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? Das Rocker 33 wieder öffnen! Den Bahnhof oben lassen! Und mich entschuldigen, dass wir so viel Geld verplempert haben!

www.vanfredericana.com

Vernissage: am Donnerstag, 7. Dezember, 19 Uhr im Club Lehmann.