Stadtkirche Stuttgart-Unterkheim „Seid ein Haus der lebendigen Steine“

Martin Hug,  Stefan Glöckler,  Eckart Schultz-Berg,  Dagmar Wenzel, Architekt Hermann Gaenslen und Frank-Otfried July (v. li.) in der Stadtkirche. Foto: Fürstenberger
Martin Hug, Stefan Glöckler, Eckart Schultz-Berg, Dagmar Wenzel, Architekt Hermann Gaenslen und Frank-Otfried July (v. li.) in der Stadtkirche. Foto: Fürstenberger

Mit einem Gottesdienst wurde die renovierte Stadtkirche am heutigen Sonntag wieder eingeweiht. Festredner war Landesbischof Frank-Otfried July.

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Untertürkheim - Bei strahlendem Sonnenschein wurde gestern die Untertürkheimer Stadtkirche nach 18-monatiger Renovierung wieder eingeweiht. Hell war es draußen – und im Inneren. Die nun weiße Decke, helle Fenster und die neue Beleuchtung ließen die Kirche erstrahlen. Zur feierlichen Wiedereröffnung mit Landesbischof Frank-Otfried July war das Gotteshaus voll gefüllt. Die Untertürkheimer Kantorei und der Posaunenchor des CVJM umrahmten die Feier musikalisch.

Fußabdrücke aus farbigem Papier ausgeschnitten lagen auf dem Mittelgang zum Altar. Sie symbolisierten die vielen Schritte zur heutigen Stadtkirche: von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1289 bis zum Beginn der Renovierung 2017. Meilensteine waren die Erhebung zur eigenständigen Gemeinde 1478, die Zerstörung im Jahr 1634 und der anschließende Wiederaufbau sowie die Innenrenovierung in den Jahren 1969/1970.

Landesbischof Frank-Otfried July stellte seine Festpredigt unter das biblische Wort von den lebendigen Steinen aus dem ersten Petrusbrief. „Seid ein Haus der lebendigen Steine hier in Untertürkheim“, rief er den Gottesdienstbesuchern zu. Denn ein Kirchengebäude müsse mit Leben gefüllt werden. Der Bischof erwähnte kleine Steine wie die Kindergärten oder die Kinderbibeltage, mittelgroße Steine wie die Konfirmanden oder den CVJM, genauso wie die großen Steine: unter anderem der Besuchsdienst, der Posaunenchor, die Kantorei oder das Frauenfrühstück.

Das neue Zentrum im Ortskern

Stefan Glöckler, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats, erinnerte an die Situation vor der Renovierung: „Die Heizung hat nicht funktioniert, das Licht war schlecht, die Fresken haben gebröckelt und die Orgel war kaputt.“ Im Laufe der Planungen habe man eine Vision entwickelt: Ein sakraler Kirchenraum sollte mit dem Anforderungen der modernen Zeit in Einklang gebracht werden. Nach 18 Monaten ist man fast am Ziel. „Bis zum Weihnachtsmarkt soll der Anbau mit Küche und WC nutzbar sein“, so Stadtkirchenpfarrer Martin Hug. Dekan Eckart Schultz-Berg beglückwünschte die Untertürkheimer Gemeinde zu ihrem modernen Gotteshaus. „Damit sind sie zukunftsfähig.“ Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel wünschte alles Gute. Die Stadtkirche sei das neue Zentrum im Ortskern.

Architekt Hermann Gaenslen vom Büro Tiemann-Petri lobte die Zusammenarbeit mit der „mutigen und visionären“ Gemeinde. So sei die Renovierung nicht immer einfach gewesen. Als Beispiel nannte er die Fresken, die während der Abbrucharbeiten mit einem atmungsaktiven Vlies geschützt werden mussten. Um den Durchgang zum Anbau verwirklichen zu können, sei eigens ein Fenster versetzt worden. Dank kompetenter Handwerksbetriebe habe alles gut geklappt. Für das Gelingen des Projekts waren viel mehr Helfer notwendig. Pfarrer Hug bedankte sich mit Blumen und Wein bei einigen von ihnen, angefangen von der Mesnerin bis zum Bauausschuss. 1,2 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet, 150 000 Euro sollten über Spenden abgedeckt werden. Der bisherige Spendenstand liegt bei 130 000 Euro. „Ein bisschen was brauchen wir noch“, so Hug. Künftig wird wieder abwechselnd in der Stadtkirche und in der Wallmerkirche Gottesdienst gefeiert, am kommenden Sonntag dann in der Wallmerkirche.




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